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Nach WM-Aus für Dänemark : Hjulmand lässt Zukunft als Nationaltrainer offen

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Dänemarks Kasper Hjulmand lässt nach dem Ausscheiden seiner Mannschaft bei der WM in Qatar seine Zukunft als Nationaltrainer offen. Bild: EPA

Dänemark ist in der WM-Vorrunde gescheitert. Trainer Kasper Hjulmand schließt persönliche Konsequenzen nicht aus und führt das Ausscheiden seiner Mannschaft auch auf die Unruhe neben dem Platz zurück.

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          Kasper Hjulmand fühlte sich auch mit 14 Stunden Abstand kein Stückchen besser. „Es war schwer zu schlafen“, berichtete der dänische Nationaltrainer am Tag nach dem überraschenden Vorrunden-Aus über eine „frustrierende Nacht“. Erklärungen für das „WM-Fiasko“ (Tageszeitung BT) hatte der frühere Mainzer Bundesliga-Trainer noch immer nicht, insbesondere das 0:1 gegen Australien hinterließ viele Fragen. Stattdessen stellte Hjulmand seine eigene Zukunft infrage.

          „Es ist nicht der Zeitpunkt für Schlussfolgerungen. Ich habe noch keine Entscheidung getroffen und halte sie nicht für selbstverständlich“, sagte der 50-Jährige am Donnerstagmorgen in Doha. Hjulmands Vertrag läuft noch bis einschließlich der EM 2024 – und der dänische Verband DBU würde gerne mit ihm weiterarbeiten. Doch garantiert scheint dies unmittelbar nach der Enttäuschung von Qatar nicht. Hjulmand will sich Zeit nehmen. Mit voreiligen Entscheidungen müsse man „vorsichtig“ sein, sagte er.

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          Zu groß ist die Enttäuschung nach dem tiefen Fall der dänischen Himmelstürmer. Gerade einmal 16 Monate liegen zwischen dem furiosen Einzug ins EM-Halbfinale und den rätselhaften Auftritten bei der WM. Dänemark galt in der Wüste als Geheimtipp – doch die Nordeuropäer schlugen hart auf. Getreu dem Motto „Dream Big“ hatte Hjulmand vor dem WM-Auftakt sogar noch vom Titel gesprochen. „Unser Traum ist es, etwas zu gewinnen. Die Mannschaft hat die Qualität“, hatte er gesagt.

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          Was folgte, war eine triste Nullnummer gegen Tunesien und die Niederlagen gegen Frankreich und Australien. Die Dänen, in jedem Spiel mit einem anderen Angreifer in der Spitze am Start, enttäuschten vor allem offensiv. Sie erzielten nur ein Tor: Nach einer Ecke durch Abwehrspieler Andreas Christensen. Gegen Australien wirkte das Team gar lustlos, der Glaube ans Weiterkommen war kaum zu erkennen. Doch Hjulmand, bei der EM als Moderator und Motivator nach dem Drama um Christian Eriksen gefeiert, suchte die Schuld nicht bei seinen Profis.

          „Es ist meine Verantwortung“, bekräftigte der Coach, dessen Team noch in diesem Jahr Weltmeister Frankreich zweimal in der Nations League geschlagen hatte. Wie diese Auftritte und auch die starke WM-Qualifikation mit den Auftritten in Qatar zusammenpassen, ist für Hjulmand ein großes Rätsel.

          Der Coach vermutete einzig, dass sich auch die Diskussionen über den Gastgeber und Zeichen für Menschenrechte sowie das Hin und Her bei der „One Love“-Binde auf die Spieler ausgewirkt hätten. „Es wäre seltsam, etwas anderes zu denken“, sagte Hjulmand, die Situation für die Spieler sei „ungerecht“ gewesen.

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