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WM-Testspiele : Ronaldo und das verrückte Finale

  • Aktualisiert am

Cristiano Ronaldo rettete Portugal mal wieder im Alleingang. Bild: AP

Der Superstar verhindert eine Blamage für den Europameister Portugal in einem Test. Doch seinem Trainer ist Ronaldos Gala gar nicht recht. Ganz andere Probleme hat WM-Mitfavorit Frankreich.

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          Cristiano Ronaldo, wer sonst. Im ersten Härtetest des WM-Jahres hat Portugal gleich wieder gesehen, wie abhängig der Fußball-Europameister von seinem Superstar ist. „Mit zwei Treffern gegen Ägypten schlägt Cristiano Ronaldo eine weitere goldene Seite seiner Karriere auf, die bereits voller unvergesslicher Momente ist“, schrieb die Zeitung „Record“ nach dem dramatischen Finale zum 2:1 (0:0) im Test gegen den Afrikameister.

          Fußball-Länderspiele

          Nach dem Tor von Liverpool-Star Mohamed Salah sah es am Freitagabend im Züricher Letzigrund nach einer Überraschung aus. Aber verlieren ist nicht das Ding von Ronaldo. Zweimal schraubte er sich in der Nachspielzeit nach Flanken von Ricardo Quaresma in die Höhe und sorgte mit seinen wuchtigen Kopfbällen noch für den Favoriten-Erfolg. „Sieg durch den Kopf von Ronaldo in einem verrückten Finale“, schrieb „A Bola“. Trainer Fernando Santos ist die Fokussierung auf den Superstar aber offenbar nicht so recht. „Diese Spiele dienen nicht dazu, die individuelle Qualität der Spieler zu bewerten. Es geht um andere Dinge: Wie die Spieler mit der Taktik der Mannschaft zurechtkommen, wie sie miteinander spielen“, sagte der Coach. Bei der WM könnte es im Achtelfinale zu einem raschen Wiedersehen mit Ägypten kommen.

          Auf ein Duell mit seinen französischen Bayern-Kollegen Kingsley Coman und Corentin Tolisso musste James Rodríguez unterdessen verzichten. Nach dem Überraschungscoup im Stade de France feierte er dafür ausgelassen mit seinem kolumbianischen Team. Durch das 3:2 (1:2) haben die Südamerikaner ihre Rolle als WM-Geheimfavorit untermauert und den ambitionierten Franzosen eine Warnung für das Turnier in Russland verpasst.

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          „Ein Misston zur Eröffnung“, schrieb die Sportzeitung „L'Équipe“. „Dieser unerwartete Rückschlag beweist, dass Frankreichs Team noch sehr bröckelig ist.“ Trainer Didier Deschamps sprach von einem „Stromausfall“ in der zweiten Halbzeit und prangerte gar „Selbstgefälligkeit“ an. Die 2:0-Führung nach Toren von Oliver Giroud und Thomas Lemar reichte nicht, denn Luis Muriel, Radamel Falcao und Juan Quintero sorgten noch für den ersten Sieg Kolumbiens gegen Frankreich überhaupt. Die Zeitung „Le Parisien“ schrieb von der „Rückkehr der blauen Schmerzen“ für Les Bleus. Durch die Verletzung von Coman kam der frühere Dortmunder Ousmane Dembélé nach seinen Wechsel-Querelen zum FC Barcelona zu einem Comeback im Frankreich-Trikot, konnte die Niederlage aber auch nicht verhindern.

          Der deutsche WM-Vorrundengegner Mexiko siegte unterdessen 3:0 (1:0) gegen Island. Bundesliga-Profi Marco Fabián und FC Sevillas Miguel Layún waren die Torschützen im kalifornischen Santa Clara. Der Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt erzielte das erste Tor der Mexikaner mit einem Freistoß von außerhalb des Strafraums in der 37. Spielminute. Layún setzte mit Treffern in der 64. und der 91. Minute das Endergebnis fest. Am Dienstag stoßen die Mexikaner in Austin, Texas in einem weiteren Freundschaftsspiel auf Kroatien. Mexikos Fußball-Nationalelf trifft zum Auftakt der WM-Teilnahme in Russland am 17. Juni auf Deutschland. In der Gruppe F spielen neben Deutschland und Mexiko auch Schweden und Südkorea.

          Kroatiens Nationalmannschaft ist mit einer Niederlage gegen Peru ins WM-Jahr gestartet. Die Mannschaft um Mittelfeldspieler Luka Modric unterlag den Südamerikanern in Miami mit 0:2 (0:1). André Carrillo (11. Minute) und Edison Flores (48.) erzielten die Treffer für die Mannschaft um den früheren Schalker Jefferson Farfan, die bei der WM in der Gruppe C auf Frankreich, Australien und Dänemark trifft. Der EM-Achtelfinalist Kroatien dagegen erwischte mit den früheren Bundesliga-Profis Ivan Perisic und Mario Mandzukic in der Startelf einen Fehlstart ins WM-Jahr. Der Schalker Marko Pjaca und der Hoffenheimer Andrej Kramaric wurden bei den Kroaten zudem eingewechselt. Nächster Testspiel-Gegner der Kroaten ist am Dienstag der deutsche WM-Gruppengegner Mexiko. Kroatien trifft bei dem Turnier in Russland in der Vorrunde auf Argentinien, Island und Nigeria.

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