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Aus in Playoffs : Italien will Ancelotti nach WM-Debakel

  • Aktualisiert am

Übernimmt Carlo Ancelotti die angeschlagenen Italiener? Bild: VALAT/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Nach dem Desaster in der WM-Qualifikation ringt Italiens Fußball um den Neustart. Die Rufe nach dem früheren Bayern-Trainer werden immer lauter. Der bisherige Coach wurde bereits beurlaubt.

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          Die Rufe nach Carlo Ancelotti werden lauter. Nach dem italienischen WM-Debakel gilt der frühere Bayern-Trainer offensichtlich als Wunschlösung für den Neuanfang bei der so tief gestürzten Squadra Azzurra. Am Mittwochabend verkündete die Verbandsspitze nach einem Krisentreffen den wenig überraschenden Schritt: Gian Piero Ventura ist nicht länger Nationaltrainer. „Nach dem Desaster hat der Wunsch aller für die Trainerbank der Nazionale einen Vor- und Nachnamen: Carlo Ancelotti“, schrieb die „Gazzetta dello Sport“ am Mittwoch.

          Die Nachfolge-Diskussion ist zwei Tage nach der Schmach von San Siro längst im Gange. Durch das 0:0 im Playoff-Rückspiel gegen Schweden hatte der viermalige Fußball-Weltmeister erstmals seit 60 Jahren wieder eine WM-Endrunde verpasst. Als Hauptschuldiger war Ventura ausgemacht worden, einen Rücktritt lehnte der Coach aber zunächst ab. Trotzdem gilt der 69-Jährige nach der historischen Pleite nicht mehr als haltbar.

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          Für Mittwoch hatte der Präsident des Fußballverbands FIGC, Carlo Tavecchio, eine Versammlung einberufen und „Entscheidungen für die Zukunft“ angekündigt. Tavecchio selbst steht ebenfalls in der Schusslinie, scheint sich aber an seinen Posten zu klammern. Laut „Gazzetta dello Sport“ wäre ein Wechsel in der Führungsspitze des Verbands aber eine Bedingung für Ancelotti zu einem Engagement als Nationaltrainer. Es gibt aber auch Spekulationen, dass der Erfolgstrainer in England trainieren will. Die Londoner Klubs FC Chelsea und FC Arsenal sind im Gespräch.

          Eigentlich hatte Ancelotti nach seinem Aus bei den Bayern Ende September angekündigt, sich eine Auszeit zu nehmen. Dass der Chefposten bei der Nationalelf so schnell frei wird, hätte der 58-Jährige auch kaum vermutet. Mit Ancelotti hätte die italienische Auswahl jedenfalls wieder einen namhaften Trainer, der reihenweise Erfolge vorweisen kann. Allein die Champions League gewann er dreimal, dazu holte er Meisterschaftstitel in Italien, England, Frankreich und Deutschland.

          Neben Ancelotti steht unter anderem auch Venturas Vorgänger Antonio Conte im Gespräch. Nach dem Titelgewinn mit dem FC Chelsea geriet der Italiener zuletzt ein wenig in die Kritik. Gehandelt werden auch Roberto Mancini (Zenit St. Petersburg) und Claudio Ranieri (Nantes) als mögliche Kandidaten. Mit Blick auf Ventura ist klar: „Alle fordern den Rücktritt“, schrieb „La Stampa“ am Mittwoch. „Tuttosport“ nannte die Haltung von Ventura „unfassbar“. In die Diskussion hatte sich am Dienstag auch der Präsident des Olympia Komitees (Coni) in Italien, Giovanni Malagò, eingemischt. „Wäre ich an seiner Stelle, würde ich zurücktreten“, sagte Malagò laut Nachrichtenagentur Ansa.

          Ventura hatte das Ergebnis am Montag als „zentnerschwer“ bezeichnet und mit der Aussage „Ich bin stolz, Teil der azurblauen Truppe gewesen zu sein“ Verwirrung gestiftet. Später verneinte er, zurückgetreten zu sein, „weil ich noch nicht mit dem Präsidenten gesprochen habe“. Nach dem bitteren Scheitern steht Italiens Fußball-Welt unter Schock. Größen wie Torwartlegende Gianluigi Buffon und Teamkollegen Daniele De Rossi und Andrea Barzagli hatten nach dem Spiel am Montag das Ende ihrer Nationalmannschaftskarrieren angekündigt. Der untröstliche Buffon hatte das Fehlen bei der WM als „Katastrophe“ bezeichnet.

          Womöglich warten im Sommer aber doch noch einige reizvolle Spiele für Italien. Nach Informationen des amerikanischen Fernsehsenders ESPN prüft der amerikanische Fußball-Verband die Möglichkeit eines Mini-Turniers oder einer Länderspielserie der WM-Frustrierten. Daran könnten neben Italien auch die für die WM nicht qualifizierten Top-Teams Niederlande, Chile, Ghana und die Vereinigten Staaten als Gastgeber teilnehmen. Die Spiele könnten demnach kurz vor dem Beginn der WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) ausgetragen werden.

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