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Show im Kreml : Iranisches Staatsfernsehen zensiert WM-Auslosung

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Gary Lineker (links) und Maria Komandnaja moderierten die WM-Auslosung. Bild: AFP

Die Befürchtung von Millionen Fußball-Fans nach der Diskussion um das Kleid der Moderatorin bestätigt sich. In Iran ist nicht die ganze WM-Auslosung zu sehen. Und dann kommt es auch sportlich knüppeldick.

          Wegen eines zu knappen Kleids haben Millionen von Fußball-Fans im Iran im Staatsfernsehen nur einen Teil der WM-Auslosungszeremonie verfolgen können. Der Sender IRIB hatte den gesamten ersten Teil der Veranstaltung im Moskauer Kremlpalast am Freitag zensiert und nur die Auslosung selbst gezeigt. Bereits vor einigen Tagen veröffentlichten Medienberichten zufolge hing es vom Kleid der russischen Moderatorin Maria Komandnaja ab, ob die Iraner die komplette Zeremonie verfolgen konnten.

          Hintergrund der Diskussionen um „Marias Kleid“ sind die strengen islamischen Vorschriften bei Live-Programmen im Staatssender. Bei IRIB sitzen sogenannte Moralwächter, die ein Live-Programm sofort unterbrechen, sobald Bilder von leicht bekleideten Frauen gezeigt werden. Damit rechtzeitig unterbrochen werden kann, wird jedes Live-Programm mit einer Verzögerung von etwa 30 Sekunden gesendet. Um eventuellen Protesten vorzubeugen, hatte IRIB den ehemaligen portugiesischen Superstar Luis Figo eingeladen. Ein Interview mit Figo sollte die zensierten Szenen überbrücken. Der Iran trifft in Gruppe B auf Portugal, Spanien und Marokko.

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          Aus Sorge, die Auslosung nicht komplett sehen zu können, hatten viele iranische Fans die Moderatorin in den sozialen Medien gebeten, sich nicht zu sexy anzuziehen. „Bitte hilf uns mit der Wahl deiner Garderobe, damit auch wir die ganze Zeremonie sehen können“, schrieb ein persischer Fan auf der Instagram-Seite der Russin. Tausende solcher Appelle soll es laut iranischen Medienberichten gegeben haben.

          Laut dem Portal Mokhbernews soll Komandnaja den Fans geantwortet haben, dass sie von den Restriktionen im Iran nicht gewusst habe. Sie kündigte eine „dezente Garderobe“ an – diese bestimmte allerdings der Weltverband Fifa und nicht die Moderatorin. 2006 gab es das Problem mit Heidi Klum, vor vier Jahren in Rio musste die Sendung wegen der Samba-Tänzerinnen sogar minutenlang unterbrochen werden. Und auch aus Moskau bekamen die Iraner diesmal nur Teile der Zeremonie zu sehen.

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