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„Ich mache mir nicht viel aus Kritik und Lob“: Neymar reagiert gelassen auf die Vorwürfe. Bild: AFP

Anklage gegen Neymar : „Es ist eine Schande für den Fußball“

  • Aktualisiert am

Neymar trumpft gegen Mexiko groß auf. Doch niemand will darüber reden. Weil der Brasilianer durch sein Verhalten auf dem Platz wieder einmal den Gegner in Rage bringt. Die Mexikaner toben.

          Brasilien spielt sich bei der Fußball-WM in Russland immer mehr in die Rolle des Topfavoriten. Die Seleção steigert sich von Spiel zu Spiel und steht bei der Weltmeisterschaft bereits im Viertelfinale. Doch nach dem 2:0 (0:0) im Achtelfinale gegen Mexiko redete kaum jemand über das Weiterkommen. Im Mittelpunkt stand wieder einmal Superstar Neymar – aber nicht wegen seines Tores und seiner Vorlage zum zweiten Treffer.

          Fussball-WM 2018

          Die Mexikaner hatten schon vor der Partie die Rolle des Schiedsrichters in den Mittelpunkt gestellt. Man hoffe auf eine faire Spielleitung und einen Unparteiischen, der auf die Theatralik vor allem von Neymar reagieren würde. Doch dieser Wunsch erfüllte sich aus Sicht der Mexikaner nicht. „Es ist eine Schande für den Fußball“, sagte Mexikos Trainer Juan Carlos Osorio, ohne Neymar beim Namen zu nennen. „Das ist ein schlechtes Beispiel für die ganze Welt und all die Kinder vor dem Fernseher. Es sollte nicht so viel Schauspielerei geben“, klagte der mexikanische Coach, der schon während der Partie auf 180 war.

          Der angeprangerte Superstar war sich nach dem Spiel keiner Schuld bewusst. „Ich mache mir nicht viel aus Kritik und Lob“, sagte Neymar zu den Diskussionen um seine Person. Warum er seine sportlichen Glanzpunkte immer wieder selbst durch Schauspielerei überschattet, bleibt ein Rätsel. Dabei machte seine starke Leistung gegen Mexiko wieder einmal deutlich, dass der Stürmer von Paris Saint-Germain das gar nicht nötig hat.

          Für die Brasilianer geht es nun gegen Belgien. Die Red Devils machten gegen Japan aus einem 0:2-Rückstand noch einen 3:2-Sieg und werden voller Selbstvertrauen nach Kasan reisen. Doch auch bei den Brasilianern wächst der Glaube an den Titel. „Ich bin mit der Entwicklung der Mannschaft sehr zufrieden“, sagte Coach Tite. Neben der ansteigenden Form von Neymar erfreut ihn die Defensive. Brasilien kassierte bei der WM erst ein Gegentor.

          In aller Deutlichkeit hat derweil Real Madrid ein angebliches Rekordangebot für Neymar an Paris Saint-Germain dementiert. Der spanische TV-Sender TVE hatte berichtet, dass die Königlichem dem französischen Meister und Neymar 310 Millionen Euro für einen Wechsel bieten würden. Das läge noch einmal deutlich über dem Rekordtransfer des 26-Jährigen vom FC Barcelona zu PSG erst vor einem Jahr. Diese Informationen des Senders seien „absolut unwahr“, teilte Real in der Nacht zum Dienstag in einem offiziellen Statement auf seiner Homepage mit.

          „Real hat PSG und dem Spieler überhaupt kein Angebot gemacht“, schrieb der Verein und kritisierte den Sender. Man sei überrascht, dass dieser öffentlich-rechtliche spanische Sender „komplett falsche Informationen“ verbreite, ohne Betroffene zu fragen. Über einen möglichen Wechsel von Neymar von Paris nach Madrid wird schon länger spekuliert. Der Vertrag des exzentrischen Südamerikaners bei PSG ist bis Mitte 2022 gültig.

          Schnelle Beine: Wehe, wenn Neymar auf Touren kommt Bilderstrecke

          Real-Präsident Florentino Pérez hatte allerdings schon mal darauf hingewiesen, dass der Brasilianer bei den Madrilenen eher den Titel eines Weltfußballers erhalten könne als bei PSG, das 222 Millionen Euro für Neymar an den FC Barcelona überwiesen hatte. Von einem möglichen Wechsel des Brasilianers zu Real könnte wiederum der Verbleib von Cristiano Ronaldo in Madrid abhängig sein. Der 33-Jährige, der noch einen Vertrag bis Mitte 2021 bei Real hat, lässt seinen Verbleib dort weiter offen. Bei der WM war Ronaldo mit Portugal im Achtelfinale gegen Urugay ausgeschieden.

          Spekuliert wird zudem auch mit einem Weggang des walisischen Superstars Gareth Bale von den Königlichen, die in der vergangenen Saison zum dritten Mal nacheinander die Champions League gewannen. Danach trat allerdings Trainer Zinedinde Zidane von seinem Posten zurück. Neuer Trainer ist der ehemalige spanische Nationalcoach Julen Lopetegui. Dessen Verpflichtung hatte Real unmittelbar vor dem WM-Beginn bekanntgegeben. Der spanische Verband trennte sich daraufhin von dem 51-Jährigen.

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