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Fußball-WM : Iraner sorgt mit kuriosem Einwurf für Erheiterung

  • Aktualisiert am

Die Iraner kämpften großartig, verloren am Ende aber doch gegen Spanien. Bild: AFP

Außenseiter Iran zeigt gegen Spanien ein großes Spiel. Selbst in der Nachspielzeit ist die Chance zu einem sensationellen Remis noch da. Doch dann passiert beim letzten Einwurf für Iran etwas Kurioses.

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          Für manche ist es die bislang spektakulärste Szene der WM, für andere die überflüssigste – eines ist aber sicher: Der Iraner Milad Mohammadi hat sich mit einem missglückten Flicflac-Einwurf in der Nachspielzeit beim zweiten Gruppenspiel gegen Spanien (0:1) einen Platz in den WM-Rückblicken gesichert. Im Internet sorgte der Salto Nullo für zahlreiche Lacher und Diskussionen. „Ich liebe Mohammadi“, twitterte Bundesligaprofi Kevin-Prince Boateng (Eintracht Frankfurt) und fügte seiner Nachricht nicht weniger als 16 Tränen lachende Smileys sowie den Hashtag „numberone“ an.

          Fussball-WM 2018

          Es darf bezweifelt werden, dass Mohammadis Mitspieler die Szene auch so lustig fanden. Beim Stand von 0:1 in der 94. Minute erhielt Iran einen Einwurf in der gegnerischen Hälfte. Anstatt den Ball schnell zurück ins Spiel zu bringen, nutzte der 24-Jährige die Gunst der Stunde für seine ganz persönlichen 20 Sekunden des Ruhms. Im Bewusstsein, dass die Kamera nur auf ihn gerichtet war, ging der Abwehrspieler des russischen Klubs FK Achmat Grosny langsamen Schrittes zurück an die Bande, küsste den Ball, streckte den Zeigefinger gen Himmel, streichelte den Ball, schlug ihn sich noch nochmal kräftig an die Stirn, um dann mit einem Schritt Anlauf einen Salto zu schlagen.

          Doch der Schwung passte nicht, Mohammadi musste den Einwurf abbrechen. Als der Iraner erneut Anlauf nahm, wurde es Schiedsrichter Andres Cunha (Uruguay) zu bunt, er ermahnte den Spieler. Der warf daraufhin den Ball ganz normal zu seinem Mitspieler. Eine Chance zum Ausgleich konnte sich Iran nicht mehr erspielen. Flicflac-Einwürfe sind nicht neu, der Isländer Steinthor Freyr Thorsteinsson ist ein Experte darin. Sie entsprechen den Regeln, so lange der Spieler zum Zeitpunkt des Abwurfs mit beiden Füßen den Boden berührt.

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          Trainer Carlos Queiroz glaubt derweil weiter fest an ein Happy End im Fußball-Märchen seiner tapfer kämpfenden Iraner. „Wir haben heute einen Matchball vergeben, aber wir haben gegen Portugal einen zweiten Matchball“, sagte der Fußball-Nationaltrainer Irans nach der Niederlage im zweiten WM-Spiel in Kasan. „Alles ist offen. Wir leben und träumen noch.“ Mit einem Sieg im abschließenden Vorrundenspiel am Montag gegen Portugal könnte es der Iran aus eigener Kraft ins erste WM-Achtelfinale seiner Geschichte schaffen. Spanien und Portugal, die in der Gruppe B nach zwei Spielen je vier Zähler gesammelt haben, haben jedoch die bessere Ausgangsposition. Der Iran folgt mit drei Punkten, Marokko ist nach dem 0:1 gegen Europameister Portugal bereits ausgeschieden.

          Angetrieben von Tausenden lautstarken Fans auf den Tribünen, die jeden Ballgewinn und Zweikampf bejubelten, lieferte Queiroz’ Team gegen den Weltmeister von 2010 vor allem eine kämpferisch starke Leistung ab. Zwar hatten die Iberer knapp 80 Prozent Ballbesitz, große Torchancen waren bis zum 1:0 durch Diego Costa (54. Minute) jedoch Mangelware. „Meine Spieler haben einen wundervollen Kampfgeist gezeigt gegen einen der Titelkandidaten“, lobte Queiroz. Spaniens Coach Fernando Hierro gab zu: „Es ist sehr schwierig, gegen Iran zu treffen. Wir sind sehr glücklich mit diesen drei Punkten.“

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