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WM-Auslosung im Kreml : Eine Todesgruppe sieht ganz anders aus

In Moskau wurden die Gruppen der WM 2018 ausgelost. Bild: dpa

Mexiko, Schweden, Südkorea: Die deutsche Mannschaft muss sich bei der WM 2018 die ganz großen sportlichen Sorgen zumindest nicht von Beginn an machen. Daher geht der Blick sofort weiter.

          Von spielerischer Leichtigkeit war die kurze Show vor der Auslosung der WM-Endrunde in Moskau nicht gerade geprägt. Als es aber an die Lostöpfe ging, und nach rund einer halben Stunde die acht Vorrundengruppen ihre Gestalt angenommen hatten, bekam die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland 2018 wie von selbst ihr sportliches Gesicht. Und der Bundestrainer lächelte dazu. Titelverteidiger Deutschland kann jedenfalls mit einiger Vorfreude dem Turnier vom 14. Juni bis zum Finale am 15. Juli entgegensehen.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Auf ihrem langen Weg zur angestrebten Titelverteidigung bekommen es Joachim Löw und seine Weltmeister in der Gruppe F mit Mexiko, Schweden und Südkorea zu tun. Interessante Duelle – aber die ganz großen sportlichen Sorgen muss sich die deutsche Mannschaft bei dieser Weltmeisterschaft zumindest nicht von Beginn an machen. Eine Todesgruppe sieht jedenfalls ganz anders aus als diese durchweg lösbaren Aufgaben, die der Nummer eins der Fußballwelt zugelost wurden.

          Der Blick der Deutschen ging sofort weiter. Zum einen, wo es sich nun in Russland am besten leben und trainieren lässt. Und zum anderen in Richtung Achtelfinale – mindestens. „Erschrocken bin ich sicher nicht. Da gibt es keinen Grund für uns, nervös zu sein“, sagte Löw. „Sportlich sind es sehr interessante Gegner. In der Gruppe wollen wir den Grundstein für eine erfolgreiche Titelverteidigung legen. Das ist unser Ziel.“ Für die Deutschen war die Auslosung nicht nur sportlich, sondern auch logistisch bedeutsam. Die sportliche Leitung hatte sich bisher noch nicht entschieden, ob sie ihr Teamquartier am Stadtrand von Moskau aufschlägt – oder wegen der guten Erfahrungen beim Confederations Cup im vergangenen Sommer wieder in Sotschi.

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          Dem Bundestrainer und den Spielern hatte es am Schwarzen Meer ausgesprochen gut gefallen. Sicher ist jetzt: Die Deutschen werden auf jeden Fall wieder nach Sotschi kommen – zum zweiten Gruppenspiel am 23. Juni gegen Schweden. Der Auftakt des Weltmeisters gegen Mexiko findet am 17. Juni in Moskau statt. Zum Abschluss am 27. Juni treffen die Deutschen in Kasan auf Südkorea. „Eine sehr interessante Gruppe mit reizvollen Aufgaben für unsere Mannschaft.

          Ab jetzt beginnt für Joachim Löw und sein Team die Vorbereitung auf die ersten drei WM-Gegner“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel. Die Auslosung dürfte auch die logistischen Sorgen der Mannschaftsführung lindern, dass die Reisestrapazen im eher abgelegenen Sotschi in der Vorrunde zu groß werden könnten. Die beiden anderen Spielorte, Moskau, aber vor allem Kasan, sind auch vom Schwarzen Meer aus nicht allzu kompliziert zu erreichen. Nun spricht eine ganze Menge dafür, dass sich Joachim Löw und sein Team, wie schon bei der Weltmeisterschaft in Brasilien, auch in Russland in Strandnähe auf Titeljagd begeben werden.

          Im Achtelfinale könnte für den Weltmeister schon ein echter Höhepunkt anstehen. Die beiden Mannschaften, die sich aus der deutschen Gruppe F für die K.-o.-Runde qualifizieren, treffen auf die Vertreter der Gruppe E. Und so könnte es zum Duell mit Brasilien kommen, wenn die beiden Mannschaften nicht als Gruppensieger (oder beide als Zweite) aus der Vorrunde hervorgehen. Ansonsten dürften es die Deutschen im Achtelfinale mit der Schweiz oder Serbien zu tun bekommen. Im Viertelfinale könnte der Weltmeister dann auf England, Polen oder Belgien treffen. Ein Duell mit Spanien, Frankreich oder Argentinien wäre frühestens im Halbfinale möglich.

          Eröffnet wird die Weltmeisterschaft mit der Begegnung zwischen Gastgeber Russland und Saudi-Arabien am 14. Juni im Moskauer Luschniki-Stadion. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zusammen mit Gianni Infantino, dem Präsidenten des Internationalen Fußball-Verbandes, die Auslosung im Staatlichen Kremlpalast eröffnet. „Wir tun alles, damit die WM ein echtes Sportfest wird, aber das Wichtigste ist, dass sie die große und freundschaftliche Fußballfamilie stärker vereint. Unser Land kann die WM kaum erwarten“, sagte Putin. Dann verließ er wieder den Saal.

          Miroslav Klose war bei der kurzen Zeremonie die Rolle zugefallen, den WM-Pokal zu präsentieren. Der WM-Rekordtorschütze erinnerte auch noch mal an den deutschen Triumph in Brasilien – und bedankte sich bei seinen ehemaligen Kollegen, die nun wissen, mit wem sie es alles zu tun haben, wenn sie sich auf den Weg machen, um als dritte Mannschaft nach Italien (1934 und 1938) sowie Brasilien (1958 und 1962) ihren Titel erfolgreich zu verteidigen.

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