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Fragen & Antworten zur DFB-Elf : Wird Deutschland wieder Weltmeister?

Eine unvergessene Nacht in Rio: Deutschland ist Fußball-Weltmeister 2014. Bild: Picture-Alliance

Nach zwei verschenkten Jahren nach der WM hat die Nationalelf wieder Frische und Energie gefunden. Wie geht es weiter beim Titelverteidiger? FAZ.NET beantwortet die sechs wichtigsten Fragen.

          6 Min.

          Mit dem 5:1-Sieg über Aserbaidschan am Sonntag schloss die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die WM-Qualifikation mit dem zehnten Sieg im zehnten Spiel ab. 43:4 Tore sind bei dieser Bilanz Weltrekord. Nun bereiten sich Joachim Löw und sein Team auf die WM 2018 vor.Gut acht Monate vor dem Start in Russland beantwortet FAZ.NET die wichtigsten Fragen.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Christian Kamp

          Wird Deutschland wieder Weltmeister?

          Seit mehr als einem halben Jahrhundert hat es keine Nation geschafft, den WM-Titel zu verteidigen. Und davor auch nur Brasilien in den Zeiten des jungen Pelé, das war 1962. Ein Weltstar wie Pelé allerdings, der schon ganz allein zu schönsten Hoffnungen Anlass gibt, ist in der deutschen Mannschaft nicht in Sicht – den braucht es aber nicht unbedingt. Damals verletzte sich Pelé auch schon im zweiten Spiel und sah danach nur noch vom Spielfeldrand zu, wie seine Kollegen die Dinge regelten. Brasilien hatte ein so starkes Team, dass es auch ohne den besten Spieler der Welt den Titel holte. Ein Jahr vor der WM 2018 in Russland lässt sich aus deutscher Sicht sagen: So stark wie heute war der DFB-Kader noch nie. Und es sind genau diese enorme Auswahl und erstaunliche Vielfalt, die das Team von Joachim Löw so stark machen. Stark genug, um den Titel zu verteidigen.

          Die Weltmeister von 2014, die Confed-Cup-Sieger von 2017 und dazu noch einige andere Talente – diese Mischung hat die Nationalelf schon jetzt wieder auf Rang 1 der Fifa-Weltrangliste gebracht und mit zehn Siegen in zehn WM-Qualifikationsspielen zur aktuell besten Mannschaft in Europa gemacht. Die Chancen stehen gut, dass den Deutschen tatsächlich das Kunststück gelingt, zum zweiten Mal nacheinander mit dem WM-Pokal zu Hause auf der Berliner Fanmeile zu erscheinen. Auch wenn Frankreich ein außergewöhnliches Team mit dem jungen Mbappé vorweisen kann, Brasilien mit Neymar erstarkt, Spanien enorme Substanz besitzt und Italien den Deutschen immer zu schaffen macht. Wenn die Nationalmannschaft wieder so hungrig sein wird, wie sie es in Brasilien und beim Confed Cup war, aber dazwischen nicht mehr, dürfen sich deutsche Fans auf einen schönen Fußballsommer freuen – Krönung erwünscht und keineswegs ausgeschlossen. (hor.)

          Worin hat sich der Weltmeister verbessert?

          Vielleicht sollte man damit beginnen, dass 2014 längst nicht alles Gold war, was am Ende glänzte. In Brasilien wurden die Deutschen nicht Weltmeister, weil sie spektakulär gut waren, sondern auch, weil es keine Besseren gab. Was am Ende den Ausschlag gab, war eine positive Gruppendynamik oder, um es weniger technokratisch zu sagen: der gelebte Teamgedanke. Bis es zum rauschhaften 7:1 gegen Brasilien und zur Krönung gegen Argentinien kam, war aber auch der eine oder andere glückliche Umstand nötig – und der beste Torwart der Welt. Verglichen mit damals, ist es erstaunlich und zugleich ermutigend, welche Fortschritte die Mannschaft in puncto Variabilität und Leistungsdichte gemacht hat. Ob Löw mit Dreier- oder Viererkette spielen lässt, ist keine Frage mehr, die die Nation beschäftigt, die Spieler beherrschen beides nach Bedarf.

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