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Weltfußballverband : Blatter kündigt neue Kandidatur als Fifa-Präsident an

  • -Aktualisiert am

Hat noch nicht genug: Joseph Blatter Bild: AFP

Von Selbstzweifeln keine Spur - Joseph Blatter hat in seiner Schlussansprache beim Fifa-Kongress in Sao Paulo angekündigt, sich im kommenden Jahr abermals als Präsident zu bewerben: „Meine Mission ist nicht beendet, das sage ich Ihnen."

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          Es hat lange gedauert, bis Joseph Blatter am Mittwochabend die Botschaft aussprach, mit der viele seit Wochen gerechnet hatten: Dass er im Mai 2015 bei der Wahl zum Präsidenten des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) zum fünften Mal antreten wird. Blatter kündigte kurz vor Schluss des siebenstündigen Fifa-Kongresses in São Paulo an: „Mein Mandat endet nächstes Jahr, aber meine Mission ist noch nicht zu Ende. Zusammen werden wir die neue Fifa bauen. Wir haben die Basis und die finanziellen Mittel dafür“, sagte der Schweizer. „Meine Mission ist noch nicht beendet, das sage ich Ihnen.“

          Und er fügte an: „Ich bin bereit, euch zu begleiten in den nächsten Jahren. Aber das ist eure Entscheidung.“ Ein Teil des Saales applaudierte. „Ich bin bereit, Sie nach vorne zu bringen. Wir werden eine neue Fifa errichten“, sagte der 78-Jährige. Blatter führt den skandalumwitterten Weltverband seit 1998.

          Kampfabstimmung im kommenden Mai

          Viele europäische Fußballverbände wollen ihn aber nicht mehr als Präsidenten haben, auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nicht. So wird es in elf Monaten wohl zur Kampfabstimmung kommen. Wer für Fußball-Europa antritt, ist nicht klar. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach brachte abermals den europäischen Fußballchef Michel Platini ins Spiel. Vor Blatter hatte im Januar schon der ehemalige stellvertretende Fifa-Generalsekretär Jerome Champagne seine Kandidatur angekündigt. Aus den anderen fünf Konföderationen erhielt Blatter Unterstützung für seine Pläne. Die Stimmen dieser Verbände würden ihm für einen Wahlsieg reichen.

          Vor seinem späten Weckruf zum Ausklang der langatmigen Veranstaltung verwies Blatter auf die hervorragende Finanzsituation der Fifa. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung erhielt jeder Verband für das Jahr 2013 einen Extra-Bonus von 250.000 Dollar; und für 2014, noch vor dem nächsten Wahlkongress, kommen weitere 500.000 Dollar obendrauf. „Das ist doch nicht schlecht, oder?“, betonte der 78-Jährige. Auch die sechs Konföderationen erhalten Ausschüttungen von je sieben Millionen Dollar. Insgesamt gibt die Fifa 200 Millionen Dollar an Sonderboni aus.

          Die Geldgeschenke werden zu Blatters Schaden nicht sein. Unter ging am Ende seiner Show die Niederlage des deutschen Fifa-Vorstandsmitglieds Theo Zwanziger und der anderen Governance-Befürworter im Weltverband. Denn der letzte größere Reformschritt des Verbandes fällt aus: Der Kongress lehnte die Vorbereitung eines Satzungsänderungsantrags zur Amtszeitbegrenzung ab.

          Zwanziger legte sich in seiner Rede mächtig ins Zeug und warb für eine Zustimmung. Er hatte vorgeschlagen, die Amtszeit für alle Mitglieder im Fifa-Vorstand inklusive des Präsidenten auf drei Mal vier Jahre zu begrenzen. Compliance-Experten sehen darin ein wichtiges Instrument gegen die Bildung korrupter Seilschaften. Doch nun bleibt alles wie bisher. Auch die Altersbegrenzung für die Funktionäre wurde abgelehnt. Dazu Niersbach: „Wir haben als DFB bei den Fragen Amtszeit- und Altersbegrenzung klar dafür gestimmt.“ Die Deutschen gehörten damit zur Minderheit im Auditorium des Transamerica Centers.

          Derweil wird Fifa-Chefermittler Michael Garcia seine Untersuchung zur korruptionsverdächtigen WM-Vergabe an Qatar offenbar doch noch nicht schließen. Er erwartet neue Erkenntnisse. Das sagte der ehemalige amerikanische Staatsanwalt in seiner Rede vor dem Kongress. Es geht wohl um die Dokumente, die der englischen Zeitung „Sunday Times“ zugespielt wurden.

          Der Präsident spricht in Sao Paolo zu seinen Untergebenen
          Der Präsident spricht in Sao Paolo zu seinen Untergebenen : Bild: AFP

          Darin tauchte der inzwischen von der Fifa lebenslang gesperrte ehemalige Fifa-Vizepräsident Mohamed Bin Hammam aus Qatar auf, aber auch der Name des deutschen Weltmeisters Franz Beckenbauer, der Geschäftskontakte in das Emirat besaß. „Das meiste Material stand uns zur Verfügung. Es wurde und wird untersucht. Wir haben die Quelle kontaktiert und sind zuversichtlich, vollständigen Zugang zum kompletten Datensatz zu bekommen“, sagte Garcia.

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