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Nur den Pfosten getroffen : Uruguay verpasst WM-Sieg gegen Südkorea

  • -Aktualisiert am

Vergeblich gestreckt: Uruguays Darwin Núñez im Spiel gegen Südkorea Bild: EPA

Remis zum Auftakt der Gruppe H: Südkorea trotzt Uruguay ein Unentschieden ab und sichert sich den ersten WM-Punkt. Der südamerikanische Gegner hadert mit der eigenen Chancenverwertung.

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          Uruguay und Südkorea sind schon mal aufeinander getroffen bei einer Weltmeisterschaft, 1990 war das, in Italien. Damals hatte Uruguays Trainer Óscar Tabárez einen Sieg seiner Mannschaft für selbstverständlich erklärt und dem Gegner den Status eines fußballerischen Entwicklungslandes zugesprochen. Raubeine seien das, die nur rennen und kämpfen können.

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          Inzwischen haben sich die Zeiten geändert. Nicht nur, weil aus Tabárez im Laufe der Jahre eine Art Elder Statesman geworden ist, der sich zu solch geringschätzigen Äußerungen sicher nicht mehr hinreißen lassen würde. Sie wären auch an der Realität vorbei. Südkorea gehört mittlerweile zum Stammpublikum bei Weltturnieren, in Qatar sind sie zum neunten Mal nacheinander dabei. Viele Spieler verdingen sich im Ausland, in großen Ligen, der Bundesliga oder wie im Fall des Kapitäns Heung Min-Son in der englischen Premier League.

          Ein ausgeglichenes Kräftemessen sollte es werden und so kam es dann auch. Nur wurde es eines auf niedrigem Niveau. Wirklich gewinnen wollte keine Mannschaft, die Angst vor dem Verlieren war ständiger Begleiter. So lautete das folgerichtige Ergebnis 0:0. Damit konnten beide leben, ein Punkt ist ja schon mal besser als keiner, vor allem in dieser so ausgeglichenen Gruppe H, zu der noch Ghana und Portugal gehören.

          Uruguay ist nicht erst seit den Tagen von Tabárez eine stolze Fußballnation, erster Weltmeister 1930 und Sieger 1950. Bei der WM 2010 in Südafrika reichte es zu einem vierten Platz, das beste Ergebnis der jüngeren Historie. Von den alten Helden standen gegen Südkorea noch einige auf dem Feld. Abwehrchef Diego Godín etwa oder der in die Jahre gekommene Torjäger Luis Suárez, früher in Liverpool und Barcelona erfolgreich. Später wurde Edinson Cavani eingewechselt, noch so ein Idol, mehr Vergangenheit als Gegenwart.

          Sie spielen an der Seite von herausragenden Fußballprofis der nächsten Generation, zu nennen sind da Federico Valverde von Real Madrid oder Darwin Núñez vom FC Liverpool. Aber die Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart passt nicht so recht, schon durch die Qualifikation hatte sich Uruguay arg mühen müssen. Der ewige Tabárez wurde durch Diego Alonso ersetzt, aber gegen Südkorea fiel auch ihm nichts Rechtes ein, wie der kompakte Abwehrblock der Asiaten überwunden werden könnte.

          Es war ja nicht so, dass seine Spieler es nicht versucht hätten. Darwin Núñez traf eine Hereingabe nicht (21.), dann landete kurz vor der Pause ein Kopfball von Godín am Pfosten (43.). Das war schon arg knapp. Zuvor vergab Hwang für Südkorea eine gute Möglichkeit (34.).

          Es blieb ausgeglichen, mit Vorteilen für Uruguay. Nah dran am Siegtreffer waren die Südamerikaner durch ihren Lenker Federico Valverde. Der zog in der 90. Minute aus der Distanz ab, sein Schuss krachte abermals ans Aluminium. Was für eine schöne Klammer der Geschichte wäre das gewesen. 1990 siegte Uruguay 1:0 durch ein Tor im letzten Moment, 90. Minute. Der Schütze damals hieß Daniel Fonseca. Nur lässt sich Geschichte nicht wiederholen.

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