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Fußball-WM in Brasilien : Tumulte vor dem Eröffnungsspiel in São Paulo

  • Aktualisiert am

Ein Demonstrant wird von den Sicherheitskräften abgeführt Bild: AP

Wenige Stunden vor dem Eröffnungsspiel in São Paulo kommt es zu Tumulten zwischen WM-Gegnern und der Polizei. Die Sicherheitskräfte setzen Tränengas, Blendgranaten und Gummigeschosse ein. Mehrere Menschen werden verletzt.

          Wenige Stunden vor dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien hat die Polizei in São Paulo mit Blendgaranten und Gummigeschossen eine Demonstration von WM-Gegnern aufgelöst. Nach unterschiedlichen Angaben versammelten sich am Donnerstag zwischen 50 und 300 Demonstranten versammelten sich bei einer U-Bahnstation und wollten mit einem Transparent mit der Aufschrift „Wenn wir keine Rechte haben, wird es keine Meisterschaft geben“ auf einer großen Straße zum Corinthians-Stadion marschieren, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Örtlichen Medienangabe zufolge wurden mehrere Menschen verletzt, darunter auch eine Journalistin des US-Senders CNN. Es gab drei Festnahmen.

          In dem Stadion finden am Abend die WM-Eröffnungsfeier und das Auftaktspiel Brasilien gegen Kroatien (22.00 Uhr / MESZ) statt. Die Militärpolizisten schritten sofort ein, noch bevor sich die Demonstranten in Bewegung setzten. Mindestens ein Demonstrant wurde festgenommen. „Die Meisterschaft wird nicht stattfinden“ skandierte die Menge.

          In Rio blockierte eine Gruppe von etwa 20 Streikenden die zentrale Zufahrt zu Rios internationalem Flughafen teilweise verursachte damit kilometerlange Staus. Mehrere Passagiere verließen die Taxis und liefen den Weg zum Flughafen Galeao. Einige verpassten
          dennoch ihre Flüge. „Das ist eine Schande. Wie kann ein Dutzend Personen den Verkehr für Tausende blockieren und die Polizei schaut untätig zu“, ärgerte sich im Fernsehen eine Unternehmerin, die ihren Flug zu einem WM-Spielort im Nordosten Brasiliens verpasste. Die Polizei stand nur wenige Meter von den Streikposten auf der Straße entfernt.

          Militärpolizisten am Donnerstag in der Nähe der Metrostation Caarao in Sao Paulo Bilderstrecke

          In den vergangenen Wochen und Monaten gab es in Brasilien teils gewalttätige Proteste, bei denen die hohen Kosten für die WM und die im Jahr 2016 anstehenden Olympischen Spiele kritisiert wurden. Zudem gibt es immer wieder Streiks im Nahverkehr und im Bildungswesen, zuletzt trat das Bodenpersonal an den drei Flughäfen von Rio de Janeiro in den Streik. Präsidentin Dilma Rousseff hatte angekündigt, dass Demonstrationen während des WM-Turniers zugelassen würden, solange sie friedlich verliefen.

          In den zwölf WM-Gastgeberstädten sollen 157.000 Polizisten und Soldaten für Sicherheit sorgen. Darüber hinaus wurden 20.000 Sicherheitsleute von Privatfirmen für die Stadien angeheuert. 120 Polizisten aus 40 Staaten arbeiten mit den brasilianischen Kollegen zusammen, etwa um Hooligans zu identifizieren. Die Kosten dafür belaufen sich auf umgerechnet mehr als 600 Millionen Euro.

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