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Thesen, Taktik, Trends : Spanien ist fast nicht zu greifen

  • -Aktualisiert am

Andres Iniesta (rechts) ist einer der filigranen Stars der Spanier. Bild: AFP

Wir werden einen Start in die WM erleben, bei dem die Trainer zunächst darauf achten, dass die Spieler Fehler vermeiden. Safety First, heißt die Devise. Dafür gibt es Gründe.

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          Frank Kramer ist Inhaber der Fußballlehrer-Lizenz und arbeitet seit 2016 für den DFB. Dort führte der gebürtige Allgäuer zunächst ein Jahr lang die U19, mittlerweile ist er Chefcoach der U-20-Nationalmannschaft. Zu seinen Stationen im Profifußball gehören die TSG 1899 Hoffenheim, die Spielvereinigung Greuther Fürth und Fortuna Düsseldorf. Vor seiner Zeit als hauptamtlicher Trainer arbeitete Kramer unter anderem als Dozent für Sport und Englisch an der Universität Erlangen. Der 46-Jährige lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in der Nähe von Fürth.

          Die Ausgangslage vor dieser Weltmeisterschaft ist spannend. Nach den zahlreichen Testspielen ist zu erkennen, dass die meisten Mannschaften noch um Stabilität ringen. Sie tun sich in der Offensive schwer und haben Probleme, Tore zu erzielen. Wir werden einen Start ins Turnier erleben, bei dem die Trainer zunächst darauf achten, dass die Spieler Fehler vermeiden. Safety First, heißt die Devise, weil die Teams auf der Suche nach Stetigkeit in ihrem Spiel sind und den passenden Weg erst finden müssen, der sie in Russland zum Erfolg bringen soll.

          Seit der Qualifikation haben alle Teams viel ausprobiert, um neue Impulse zu geben. Die Vorbereitungsphase für eine WM ist immer sehr gedrängt. Im Verein hat man üblicherweise sechs Wochen Zeit, um sich einzuspielen und aufeinander abzustimmen. Bei der Nationalmannschaft bleiben einem Trainer, nachdem der komplette Kader zusammengekommen ist, oft nur 14 Tage. Der Faktor Müdigkeit spielt daher bis kurz vor dem Auftaktspiel eine wichtige Rolle, weil viele inhaltliche Details in die Einheiten reingepackt werden müssen – und die Frische hinten ansteht. Für die Coaches ist die Trainingssteuerung ein schmaler Grat: Für manche Spieler liegt die reguläre Saison mehr als einen halben Monat zurück, wenn sie zur Nationalmannschaft kommen. Diese können physisch anders belastet werden als die, die kurz zuvor noch im Champions-League-Endspiel standen und fast ohne Regenerationsphase nach einer langen Saison zur Mannschaft stoßen. Dementsprechend achten die Trainer vor allem darauf, dass Abläufe funktionieren, mit denen sie ihre Taktik umsetzen wollen, und nicht so sehr auf Elan und Dynamik – auch so erklären sich manche der jüngsten mauen Länderspielergebnisse.

          Erst in der Endphase vor dem jeweiligen WM-Debüt kommt es darauf an, dass die Spieler Frische wiedererlangen: Die Intensität im Training ist hoch, aber die Umfänge werden deutlich reduziert, und es wird häufig nur noch einmal anstatt wie während der Vorbereitung zweimal pro Tag trainiert. Auch ein freier Tag hilft den Spielern, den Akku richtig aufzuladen, um in einer idealen Verfassung an den Start zu gehen. Nur die Südkoreaner gehen bei dieser WM einen völlig anderen Weg: Sie haben zusätzliche Power-Tage in ihre Trainingsperiodisierung vor den Spielen eingebaut – da darf man gespannt sein, wohin das führt.

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