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Uruguay gegen Italien : „Es geht um die WM, nicht um die Moral“

  • Aktualisiert am

Chiellini zeigt seine Schulter mit Bisswunde Bild: REUTERS

Luis Suárez’ Beißattacke gegen Giorgio Chiellini kurz vor dem Siegtor ist der Aufreger des brisanten WM-Duells zwischen Uruguay und Italien. Sperrt die Fifa den Stürmer nun nachträglich?

          Luis Suárez ist wieder rückfällig geworden. Mit einer Beißattacke gegen Giorgio Chiellini hat Uruguays „Bad Boy“ beim 1:0 (0:0) gegen den viermaligen Weltmeister Italien am Dienstag in Natal für den negativen Höhepunkt des Spiels gesorgt. Die Szene ereignete sich kurz vor dem Siegtor der Südamerikaner, als Suárez nach einem Zweikampf mit Chiellini dem Italiener offenbar in die Schulter biss. Schiedsrichter Marco Rodriguez hatte die Szene nicht gesehen.

          Chiellini hatte anschließend wild protestiert und seine Schulter präsentiert, auf der offensichtlich ein Bissabdruck zu sehen war. „Ich habe die Szene nicht gesehen, aber ich habe die Bissspuren an Chiellini gesehen. Es ist eine Schande“, sagte Italiens Trainer Cesare Prandelli, der nach dem WM-Aus zurücktrat. Sein Kollege aus Uruguay sah das etwas anders: „Es geht um die WM, nicht um die Moral“, sagte Oscar Tabarez.

          Autsch: Suarez hat mal wieder zugebissen Bilderstrecke

          Es ist nicht der erste Zwischenfall dieser Art von Suàrez. Bereits zweimal war der Torjäger vom FC Liverpool wegen einer Beißattacke negativ aufgefallen. Erst zu Saisonbeginn hatte er noch sechs Spiele aussetzen müssen, nachdem er in der vergangenen Saison Branislav Ivanovic vom FC Chelsea in den Arm gebissen hatte. Und in seiner Zeit bei Ajax Amsterdam hatte er im Spiel gegen die PSV Eindhoven Gegenspieler Otman Bakkal ebenfalls in die Schulter gebissen.

          Seit dem Vorfall in der vergangenen Saison war es eigentlich ruhig um ihn geworden. Mit 31 Toren wurde er Torschützenkönig in der Premier League und hätte Liverpool beinahe zur Meisterschaft geführt. Nun der Rückfall, der ihm nachträglich eine WM-Sperre einbringen könnte.

          Entscheidend für ein Einschreiten der Disziplinarkommission des Fußball-Weltverbandes Fifa ist der Bericht des Schiedsrichters Marco Rodriguez. Erwähnt der Referee aus Mexiko den Vorfall nicht, können die Fifa-Ermittler nachträglich anhand der TV-Bilder aktiv werden. Gibt Rodriguez an, die Situation gesehen und bewertet zu haben, ist ein nachträgliches Einschreiten nicht mehr möglich, da dann die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters gilt.

          Als Minimalstrafe für ein Vergehen wie eine Beißattacke sieht Artikel 48.1.c) des Fifa-Disziplinarcodes eine Sperre von zwei Spielen vor. Da Suarez durch seine Vorgeschichte als Wiederholungstäter eingestuft werden müsste, würde ihm eine deutlich längere Sperre drohen, theoretisch von bis zu zwei Jahren oder 24 Spielen. Diese Maximal-Strafe ist in Artikel 19.3 der Fifa-Regeln festgeschrieben. Mit einer Entscheidung müssen sich die Fifa-Funktionäre beeilen. Bereits am kommenden Samstag bestreitet Uruguay sein WM-Achtelfinale.

          „Wir warten auf den offiziellen Spielbericht und werden alle notwendigen Informationen sammeln, um die Angelegenheit zu beurteilen“, hieß es am Dienstag in einem Statement des Fußball-Weltverbandes.

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