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Sportpolitische Debatte : Die WM als Brücke

Eine Weltmeisterschaft kann Brücken bauen: So zumindest lautete der Tenor bei der jüngsten Bundestags-Debatte zum Thema Sport. Bild: EPA

Die Debatte im Deutschen Bundestag über Sport und Menschenrechte beinhaltete Kritik an den Verbänden und eine Anregung für ein besseres Miteinander mit Russland. Ein spezieller Begriff fiel dabei immer wieder.

          Kritik an internationalen Sportverbänden, namentlich am internationalen Fußball-Verband Fifa und am Internationalen Olympischen Komitee (IOC), sowie die Anregung, Visaerleichterungen für Studenten, junge Familien und junge Unternehmer aus Russland zu gewähren, haben die Debatte über Sport und Menschenrechte im Deutschen Bundestag am Donnerstag bestimmt.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Durch die Krisensitzungen der Union bis auf den Zeitpunkt des Eröffnungsspiels der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland verschoben, griffen insbesondere die Redner der Regierungskoalition das Wort von der WM als Brücke auf, das ihr ehemaliger Kollege Reinhard Grindel etabliert hat, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes.

          Roderich Kiesewetter von der CDU machte den Vorschlag, dies mittels Visa-Erleichterung zu realisieren, Thomas Oppermann von der SPD, Vizepräsident des Bundestages, griff den Begriff mit dem Hinweis auf, dass es in keinem Land der Welt so viele russische Studenten gebe wie in Deutschland; Deutschland habe für die Einheit übrigens bis heute allen Grund zur Dankbarkeit gegenüber Russland. Frank Steffel (CDU) schuf den Rahmen, indem er den russischen Regimekritiker Alexei Nawalny, zum Auftakt der WM aus der Haft entlassen, mit dessen Antwort auf die Frage zitierte, ob er bei der WM Russland die Daumen drücke.

          Das tue er, sagte demnach Nawalny, Russland sei mehr als Putin. Bei der Berücksichtigung von Menschenrechten bei der Vergabe von Veranstaltungen seien vor allem die internationalen Verbände gefordert, sagte Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses (SPD). Wie Steffel wies sie auf den Bedarf von Transparenz und Good Governance der Verbände hin. Sieben der vierzehn Rednerinnen und Redner beklagten, dass ARD-Reporter Hajo Seppelt aus Sicherheitsgründen nicht zur Berichterstattung nach Russland reisen könne.

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