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Israel gegen Palästina : Blatter droht ein explosiver Konflikt

Joseph Blatter ist unterwegs auf diplomatischer Mission Bild: dpa

Ein dramatischer Zwischenfall an der Grenze zwischen Israel und Palästina stellt die Fifa vor große Probleme. Präsident Blatter reist deshalb an diesem Montag in den Nahen Osten. Kann er die Wogen glätten?

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          Der Konflikt zwischen Israel und Palästina könnte Joseph Blatter das Fußballfest in Brasilien verderben. Nach einem dramatischen Grenz-Zwischenfall, bei dem israelische Soldaten zwei vom Training kommenden palästinensischen Fußballspielern die Füße zerschossen haben, fordert Verbandspräsident General Dschibril Radschub Sanktionen durch den Fußball-Weltverband Fifa, bis hin zum Ausschluss.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Beim Fifa-Kongress am 9. und 10. Juni in São Paulo – kurz vor der Eröffnung der Weltmeisterschaft – will er seinen explosiven Vorstoß unternehmen. Er habe dabei, sagte er gegenüber Journalisten, Unterstützung des Iran, von Qatar, Oman, Jordanien, Algerien und Tunesien und hoffe, dass sich weitere Länder anschlössen. In einer Online-Petition auf der Plattform change.org fordern seit März mehr als 12.000 Unterstützer den Ausschluss Israels aus der Fifa.

          Offensichtlich um die Lage zu retten, reist Fifa-Präsident Blatter an diesem Montag nach Jordanien, um dort seinen Vizepräsidenten Prinz Ali Bin al-Hussein zu treffen. Anschließend geht es gemeinsam weiter nach Ramallah, wo der Schweizer mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas zu Mittag essen wird. Tags darauf trifft er in Israel unter anderen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

          Hoffnung auf Kooperation erloschen

          Hintergrund der neu aufgeflammten Feindseligkeiten sind regelmäßige Festnahmen von Sportlern und Trainern, die zwischen dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen unterwegs sind. Am 31. Januar, so verschiedene Medienberichte, kamen ein 17 und ein 19 Jahre alter Fußballspieler vom Training im Faisal al-Husseini-Stadion im Westjordanland zurück und wurden an einem Checkpoint angehalten. Angeblich hatten die Soldaten die beiden jungen Männer für Attentäter gehalten, die eine Bombe auf sie werfen wollten, hetzten Hunde auf sie und prügelten sie. Den Spielern wurde in die Füße geschossen, zehn Kugeln auf den 19-Jährigen und zwei Kugeln auf den 17-Jährigen. Beide wurden in einem Krankenhaus in Jordanien behandelt. Offenbar ist es ausgeschlossen, dass sie jemals wieder Fußball spielen werden.

          Ursprünglich hatte die Fifa gehofft, dass die Fußballverbände Israels und Palästinas in São Paulo eine gemeinsame Kooperations-Erklärung unterschreiben könnten. Im vergangenen September hatte die Fifa eine Task Force eingesetzt, zu der Vertreter beider Nationen, des Internationalen, des Europäischen und des Asiatischen Fußballverbandes gehören mit dem Ziel, die Bewegungsfreiheit von Spielern, Trainern und Funktionären zu verbessern. Beide Seiten schienen nach Fifa-Darstellung Fortschritte zu machen. Schon vor zwei Wochen hatte General Radschub allerdings der Nachrichtenagentur Reuters gesagt: „Ich glaube nicht, dass eine solche Politik ungestraft hingenommen werden sollte.“ Radschub machte deutlich, dass er keine Besserung erwartet: „Ich sehe kein Zeichen, dass die Israelis ihre mentalen Batterien aufgeladen hätten.“

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