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Die Skandale der Fifa : Blatters Illusionstheater

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Hat er auch für die Qatar-WM einen Trick auf Lager? Fifa-Präsident Blatter und AFC-Präsident Mohamed Bin Hammam in Doha Bild: REUTERS

Auf Zeit zu spielen ist nicht schön, aber effektiv. Das gilt für den Fußball ebenso wie für die skandalumwitterte Fifa. Im Fall der manipulierten Test-Länderspiele hatte der Weltverband damit schon Erfolg.

          Nun ist schon wieder Juni, und in wenigen Tagen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft. Da wird es dem Weltverband Fifa wohl leider, leider nicht mehr gelingen, vorher ein wenig Ordnung in sein Skandaluniversum zu bringen. Wäre doch auch schade, wenn neben den brasilianischen Sozialproblemen auch noch die unschöne Funktionärswirklichkeit das glanzvolle Turnier stören würde.

          Es ist ja auch erst vier Jahre her, dass Test-Länderspiele des damaligen WM-Gastgebers Südafrika von einem Wettmanipulateur aus Singapur verschoben wurden. Und erst dreieinhalb Jahre liegt es zurück, dass die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 unter so haarsträubenden Umständen an Russland und Qatar vergeben wurden, dass sich Fifa-Präsident Joseph Blatter gezwungen sah, einen Reformprozess anzukündigen. Die Öffentlichkeit hat dieser angeblichen Läuterungskampagne schon immer mit großer Skepsis zugesehen. Und das mit Recht. Je länger die angebliche Selbstreinigung dauert, umso deutlicher wird die Taktik die Fifa: Verschleppung. So macht man auch hochklassige Anti-Korruptions-Fachleute mürbe, die man zuvor selbst engagiert hat. Willkommen in Blatters Illusionstheater!

          Dass es nicht schön, aber effektiv ist, auf Zeit zu spielen, führen Fußballmannschaften immer wieder auf dem Feld vor. Abseits des Rasens macht das der Weltverband genauso. Darum hat die Fifa zwar eine Untersuchung der manipulierten südafrikanischen Testspiele aus dem Frühjahr 2010 eingeleitet. Das Agieren des Schiedsrichters Ibrahim Chaibou aus Niger, der in höherem Auftrag nach Lust und Laune mit Handelfmetern um sich warf, war einfach zu verdächtig, um es ignorieren zu können.

          Die Ermittlungen begannen aber erst im März 2012, zu einem Zeitpunkt, als der Mann das Schiedsrichter-Pensionsalter von 45 Jahren erreicht hatte. Danach fühlte sich die Fifa nicht mehr zuständig für seine Bestrafung. Die Frage ist jetzt, ob Blatters Trickkiste auch eine Qatar-Variante enthält. Werden die Ermittlungen seiner eigenen Untersuchungskommission über die höchst verdächtige Entscheidung nach der Weltmeisterschaft fortgesetzt? Wenn erst einmal der Ball rollt, so eine alte Fußballweisheit, verstummen die Kritiker ohnehin. Allerdings ist nach dem Spiel auch vor dem Spiel: Irgendwann einmal muss die Fifa heraus mit dem Bericht.

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