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2:1 gegen Bosnien : Messis Geniestreich bringt Argentinien den Sieg

  • -Aktualisiert am

Lionel Messi jubelt über seinen Treffer für Argentinien Bild: REUTERS

Bosnien schlägt sich besser als erwartet, Argentinien tut sich zum WM-Auftakt schwer. Ein goldener Moment von Messi reicht dem Favoriten aber zum Sieg. Der bosnische Trainer wirkt am Ende aber fast zufriedener als sein argentinischer Kollege.

          Ein Geniestreich hat nicht gereicht für einen genialen Fußballabend. Immerhin aber hat sich Argentinien bei seiner Premiere während dieser Weltmeisterschaft zumindest nicht blamiert, wenn auch sehr, sehr schwer getan beim 2:1-Erfolg am Sonntagabend im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro über Bosnien-Hercegovina. Für die Kunst war nach etlichen vergeblichen Anlaufen letztlich doch der Kapitän der Albiceleste zuständig: Lionel Messi, der einen insgesamt mittelmäßigen Auftritt mit seinem Solo zum 2:0 (65. Minute) zumindest für einen Moment leuchten ließ.

          Das 1:0 hatten die Bosnier dem Mitfavoriten der WM in Brasilien abgenommen durch das Eigentor von Kolasinac (3.). Das erste bosnische WM-Tor zum 1:2 durch den eingewechselten Stuttgarter Stürmer Vedad Ibisevic (84.) kam zu spät, um dem Spiel noch eine Wende geben zu können. Angesichts der weiteren Gegner in der Gruppe F, Iran und Nigeria, dürfte der zweimalige Weltmeister auf den Gruppensieg zusteuern; WM-Neuling Bosnien-Hercegovina dagegen darf nach einer couragierten Leistung weiter auf Platz zwei in dieser Gruppe und damit auf das Erreichen des Achtelfinales hoffen. Es wäre ein großer Erfolg für das kleine Land auf dem Balkan.

          Schlechter Start für das Team aus Bosnien: Sead Kolasinac (Mitte) schießt ein Eigentor in der dritten Minute Bilderstrecke

          Es war am Ende kein Wunder, dass der bosnische Trainer Safet Susic fast zufriedener wirkte als sein Kollege Alejandro Sabella, der erst mit einer Systemumstellung zur zweiten Hälfte mehr Zug in sein Team bekam und damit auch Messi zu neuem Schwung verhalf. „Wir brauchten mehr als nur die Kontrolle über das Spiel“, sagte Sabella über den aus argentinischer Sicht enttäuschenden ersten Spielabschnitt, „in der zweiten Hälfte hatten wir mehr Tiefe in unseren Aktionen, da fanden wir zu unserem charakteristischem Spiel“. Susic dagegen grämte sich nicht lange über die Niederlage und präsentierte sich als Realo, der die Verhältnisse wie sie sind anerkennt. „Unser Ziel war es, einem der großen Titelfavoriten so viel Widerstand wie möglich zu leisten. Das heute war nicht unser Schlüsselspiel. Wir konnten uns eine Niederlage erlauben und mussten nur zusehen, dass sie nicht deutlich ausfiel. Dieses Ziel haben wir erreicht. Vielleicht reichen nach den beiden nächsten Spielen gegen Nigeria und Iran sogar vier Punkte, um das Achtelfinale zu erreichen.“

          Das bis zum Sonntag letzte Weltmeisterschaftsduell im legendären Maracana lag 64 Jahre zurück. Damals, am 16. Juli 1950, zerbarst ein brasilianischer Traum mit der 1:2-Niederlage im letzten Turnierspiel gegen Uruguay. Der kleine Nachbar setzte sich die Krone auf, der große Favorit stand unter Schock. Zweiter daheim, es war ein Albtraum. Bei der WM dieses Jahres war die Premiere in einer der berühmtesten Arenen der Welt nicht für die Selecao, die dort am 13. Juli, wenn möglich, im Endspiel endlich triumphieren will, sondern für den ungeliebten größeren Nachbarn und WM-Mitfavoriten reserviert: Argentinien. Messi also statt Neymar stand am Sonntagabend im Blickpunkt eines Millionenpublikums auf der ganzen Welt und den 74.000 Zuschauern im Maracana-Stadion. Und alle Argentinier, die das Glück hatten, an Ort und Stelle dabei zu sein, machten aus dieser Ouvertüre einen Abend in Weiß und Himmelblau. Knapp 30.000 Fans mögen es gewesen sein, die ihr Team mit einer Inbrunst anfeuerten, die keinen Vergleich mit den Brasilianern zu scheuen brauchte. Klar also, wer hier die Hauptrolle spielen sollte. Und doch hatte Trainer Sabella vor dem WM-Auftakt ziemlich tiefgestapelt, als er erklärte: „Favorit zu sein, bedeutet nichts mehr. Die Mannschaften hier sind alle in etwa gleich stark.“  Wer einen Lionel Messi, viermal Weltfußballer des Jahres, in seinen Reden hat, hat gut reden.

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