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1:0 gegen Amerika : Deutschland müllert sich ins Achtelfinale

Mal wieder der Mann an der richtigen Stelle: Thomas Müller schießt das Tor des Tages Bild: dpa

Die deutsche Mannschaft besiegt die Amerikaner und zieht als Gruppensieger ins Achtelfinale gegen Algerien ein. Auch Klinsmanns unterlegenes Team darf in Brasilien bleiben. Für Thomas Müller bleiben Weltmeisterschaften auch eine persönliche Erfolgsgeschichte.

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          Bevor Jürgen Klinsmann nach dem Schlusspfiff auf den Platz zu seinen Spielern lief, um mit ihnen im Mittelkreis die letzten Minuten zu überstehen, die ihn und sein Team noch vom überraschenden, ja fast schon sensationellen Einzug ins Achtelfinale trennten, ging er auf die deutsche Trainerbank zu. Er wollte zunächst seinen Freund und früheren Partner Joachim Löw in den Arm nehmen – und dann auch allen anderen Kollegen aus alten Zeiten zum deutschen 1:0-Sieg nach einem Tor von Thomas Müller (55. Minute)  zu gratulieren: Andreas Köpke und den Fitnesstrainern.

          Michael Horeni
          Fußballkorrespondent Europa in Berlin.

          Als kurz darauf dann auch für Klinsmann und die Amerikaner das nicht mehr allzu bange Warten in der Vorrunde vorbei war, und der 2:1-Sieg von Portugal gegen Ghana auf den Videoschirmen im Stadion erschien, jubelten in Recife plötzlich vor allem die Verlierer. Die amerikanischen Zuschauer gerieten über die freudige Nachricht aus Brasilia völlig aus dem Häuschen, Klinsmann strahlte wie Klinsmann eben strahlt, und seine Spieler rissen die Arme in die Höhe nach einer Niederlage, die dem amerikanischen Fußball wie der größte Sieg vorkam und nun ein Achtelfinalduell mit Belgien beschert.

          Es müllert: Thomas Müller geht in die Luft und überragt alle Bilderstrecke
          Bilder des Spiels : Ein Sieger, ein Verlierer, zwei Gewinner

          Klinsmann und Löw in der nächsten Runde – genau so hatten sich der Bundestrainer und sein früherer Chef das Ende dieses deutsch-deutschen Duells in Brasilien gewünscht. Aber die Gewinner des Tages aus dem Land des dreimaligen Weltmeisters nahmen das Ende einer Begegnung am Rande der Schmerzgrenze mit knochenharten Zweikämpfe und zahlreichen Fouls auf dem Platz eher zurückhaltend zur Kenntnis. Zufriedenheit mischte sich mit Erleichterung – und Hoffnung. Die insgesamt souverän gemeisterte Vorrunde soll auch als Stärkung für das Selbstbewusstsein in der K.o-Runde dienen.

          Aufbruchstimmung im deutschen Team

          „Wir waren ganz klar das feldüberlegene Team und haben gegen eine topfitte amerikanische Mannschaft mehr als nur ein ordentliches Spiel gemacht“, fand Torschütze Thomas Müller (55. Minute), der nun schon seinen vierten Treffer bei dieser WM erzielte. Und weil die deutsche Auswahl, die trotz spielerischer Überlegenheit nur zu wenigen guten Torchancen gekommen war, mit Müller einen gefährlichen und unschätzbar wichtigen Torjäger besitzt, konnte der Münchner auch ohne Widerspruch feststellen: „Wir haben noch Großes vor.“

          Der Aufbruchstimmung vor dem Achtelfinale schlossen sich die Kollegen gerne an. Als souveräner Gruppensieger vor den Amerikanern wartet am Montag im Achtelfinale in Porto Alegre Algerien, eine lösbare Aufgabe. „Wir wollen unbedingt Weltmeister werden. Wir sind nicht hier, um ins Achtelfinale zu kommen und dann auszuscheiden. Alle Nationen wissen, wie stark Deutschland ist“, sagte Mesut Özil.

          Mit sieben Punkten haben Löw und sein Team, die mit so vielen Fragezeichen in die WM gestartet waren, zwar keine blitzblanke Bilanz vorzuweisen, aber sie haben geliefert, was gefordert war – und was sie von sich selbst erwarteten. „Wir haben das Spiel beherrscht. Bis auf die Endphase haben wir keine Chancen zugelassen. Was wir versäumt haben, ist das entscheidende 2:0 zu machen“, sagte Löw.

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