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0:3 gegen Uruguay : Dicker Dämpfer für Russlands Begeisterung

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Igor Smolnikow flog vom Platz und verpasst das Achtelfinale. Bild: dpa

Nach zwei Siegen ist die Sbornaja chancenlos und verpasst Platz eins in der Gruppe. Uruguay bleibt ohne Gegentor. Zudem schwächen sich die Russen auch noch selbst – mit Folgen fürs Achtelfinale.

          Nach dem heftigen Stimmungsdämpfer gegen Uruguay verließ ein Großteil der russischen Fans bereits weit vor dem Abpfiff enttäuscht die Arena in Samara. Als sich der dieses Mal chancenlose WM-Gastgeber auf die Abschlussrunde durch das höchstens noch halb gefüllte Stadion machte, waren nur noch leisere „Russia, Russia“-Schlachtrufe zu hören. Die Ernüchterung über die auch in der Höhe völlig verdiente 0:3 (0:2)-Niederlage war allgegenwärtig.

          Fussball-WM 2018

          Die Russen bekamen beim ersten Härtetest des Turniers deutlich die Grenzen aufgezeigt und verpassten den angestrebten Sieg in Vorrundengruppe A. Nicht ansatzweise konnte die Mannschaft von Trainer Stanislaw Tschertschessow an die lockeren Erfolge gegen die überforderten Außenseiter Saudi-Arabien und Ägypten anknüpfen. Während Uruguay mit drei Siegen und ohne Gegentor souverän als Erster ins Achtelfinale stürmte, wurden die Russen nur Zweiter. „Wir haben unser Ziel erreicht, Erster der Gruppe zu werden. Wir haben gut Druck gemacht in der ersten Halbzeit“, sagte Uruguays Superstar Luis Suárez: „Wir können so langsam anfangen, wieder mal Geschichte zu schreiben. Ich hoffe, dass es für uns als Mannschaft so weitergeht.“

          Vor 41.970 Zuschauern erzielte Superstar Luis Suárez (10. Minute) die frühe Führung der Südamerikaner, ein Eigentor von Denis Tscheryschew (28.) und der späte Treffer von Edinson Cavani (90.) brachten die Entscheidung. Ab der 37. Minute musste Russland von Trainer Stanislaw Tschertschessow auch noch in Unterzahl agieren, da Igor Smolnikow wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot sah. Der zweimalige Weltmeister Uruguay erwischte einen Traumstart. Suárez vom FC Barcelona verwandelte einen Freistoß von der Strafraumgrenze, der russische Kapitän Igor Akinfejew machte dabei im Tor keine gute Figur. Kremlchef Wladimir Putin sah dies nicht vor Ort, wie schon beim zweiten Gruppenspiel fehlte der 65-Jährige im Stadion.

          Die Sbornaja und Uruguay waren ohne Niederlage in das Match gegangen und hatten sich bereits das Ticket für die K.o.-Phase gesichert. In einem unerwarteten Sturmlauf mit acht Treffern in zwei Spielen schaffte Russland dies erstmals seit dem Ende der Sowjetunion 1991. Nach dem frühen Rückstand versuchten die Russen, sich zu wehren - und mussten kurz darauf das zweite Gegentor hinnehmen. Einen Schuss von Laxalt fälschte Denis Tscheryschew für Akinfejew unhaltbar ab. Als dann auch noch Smolnikow vom Platz musste, war die Stimmung bei den russischen Fans auf dem Tiefpunkt, während die Anhänger aus Südamerika bei knapp 40 Grad feierten. Aufgrund der tropischen Temperaturen wurde an die Zuschauer sogar kostenlos Wasser verteilt.

          Uruguay freut sich über den Gruppensieg bei der WM. Bilderstrecke

          Uruguay beeindruckte die Hitze wenig, Rodrigo Bentancur hätte schnell fast das 3:0 erzielt (28.). Russland wirkte nach dem starken WM-Auftakt gegen den ersten hochklassigen Gegner völlig von der Rolle und fand zu selten Gegenmittel. Tschertschessow wechselte seine Startformation auf drei Positionen und gab unter anderem Jungstar Alexander Golowin eine Pause - besonders der 22-Jährige fehlte merklich. Uruguays Coach Oscar Tabárez tauschte vier Spieler. Torwart Fernando Muslera avancierte dabei in seinem 100. Länderspiel mit dem 14. Endrundeneinsatz zum alleinigen WM-Rekordspieler seines Landes.

          In Überzahl leisteten die Himmelblauen nach der Halbzeit nur noch das Nötigste, um ihre Führung gegen die harmlosen Russen zu verteidigen. Spielerisch lief wenig zusammen und das Spielniveau wurde schlechter, Tschertschessow animierte die Zuschauer zumindest, die Hausherren wieder lautstark anzufeuern. Diesen Gefallen taten die Fans ihrem Team dann zwar auch. Zu einem Tor reichte es aber nicht mehr, auch von Artjom Dsjuba war zu wenig zu sehen. Der zweimalige WM-Torschütze vergab in der 74. Minute die beste Möglichkeit kläglich. Dafür sorgte Uruguays Angreifer Cavani für den späten Schlusspunkt.

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