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0:3 gegen Kolumbien : Auch Lewandowski kann Polen nicht mehr helfen

  • -Aktualisiert am

Kein Punkt, kein Tor: Lewandowski und Polen scheiden aus. Bild: Reuters

Für das Team um Robert Lewandowski ist schon nach zwei Partien klar, dass die WM nach der Vorrunde endet. Der Bayern-Star bemüht sich, trifft aber nicht. Kolumbien nutzt Polens Schwächen aus.

          Für die polnische Nationalmannschaft ist die Fußball-Weltmeisterschaft seit Sonntagabend praktisch vorbei. Die mit großen Hoffnungen ins Nachbarland Russland gereiste Mannschaft um Kapitän Robert Lewandowski kann nach der 1:2-Niederlage zum Auftakt der Spiele in der Gruppe H gegen den Senegal und der 0:3-Pleite in Kasan gegen Kolumbien das Achtelfinale nicht mehr erreichen.

          Fussball-WM 2018

          Die spielerisch deutlich überlegenen Südamerikaner setzten sich durch die Treffer von Mina (40. Minute), Falcao (70.) und Cuadrado (75.) deutlich von den Osteuropäern ab. Sie besitzen nun wieder alle Chancen auf das Erreichen der K.o.-Runde, nachdem sie im ersten Spiel Japan 1:2 unterlegen gewesen waren. Dafür brauchen sie am Donnerstag einen Sieg gegen die wie die Japaner um einen Punkt besser dastehenden Senegalesen. Ein Remis reicht Kolumbien nur, wenn Japan gegen das bereits ausgeschiedene Polen verliert.

          Es war eine Stimmung wie in Bogota. Dabei fand dieses Heimspiel für die kolumbianische Nationalmannschaft in Kasan, Russland, statt. Die Spieler der Cafeteros aber durften sich am Sonntagabend, angefeuert von mehr als 20.000 Landsleuten, wie zu Hause fühlen. Vamos Colombia, lautete das Motto, denn es galt das vorzeitige Ausscheiden zu vermeiden. In der Kasan Arena herrschte deshalb hüben wie drüben zunächst eine von Ängsten unterlegte Finalstimmung, bei der die Polen, als Nachbarn Russlands schneller am Tatort Tatarstan, dennoch akustisch unterlegen waren. Sie waren es auch im sportlichen Duell, das lange ob seiner Bedeutung verkrampft und verbissen zugleich anmutete.

          Als erste befreite sich die Mannschaft von Trainer José Pekerman von ihrem inneren Druck. Sie war kurz vor der Halbzeit so weit, zuzuschlagen. Erstmals demonstrierte in diesem Spiel, das auch zum Zweikampf der Münchner Bayern-Stars Robert Lewandowski kontra James Rodriguez ausgerufen worden war, der 26 Jahre alte Spielmacher der Südamerikaner seine Feinfühligkeit, als der Schützenkönig der WM 2014 den Ball so gefühlvoll vor das Tor der Polen schnickte, dass Innenverteidiger Mina nur noch die Stirn haben musste, das 1:0 zu erzielen (40. Minute). Torhüter Szczesny versäumte es, rechtzeitig einzugreifen.

          Kolumbien hat weiter gute Chancen auf das Weiterkommen. Bilderstrecke

          War dies der Brustlöser in dieser intensiv zerfahrenen Partie und vielleicht auch das Zeichen an den wie so oft zuletzt bestenfalls bemühten Bundesliga-Schützenkönig Lewandowski, endlich aktiver zu werden? Lewandowski erhöhte nach dem Wechsel sein kämpferisches und läuferisches Engagement, schien aber allzu oft allein auf weiter Flur. Seine Extraklasse blitzte in der 58. Minute nach einer weit geschlagenen Flanke von Krychowiak auf, die sich der Pole kunstvoll zueigen machte, ehe er mit seinem Schuss an Torhüter Ospina scheiterte. Zwölf Minuten später war Polen dann verloren. Einen Pass in den Lauf von Falcao nahm der kolumbianische Mittelstürmer mit dem Selbstverständnis eines international gereiften Angreifers mit, ehe er den Ball per Außenrist an Szczesny vorbei zum 2:0 ins Tor beförderte.

          Als dann James einen mustergültigen Pass in den Lauf von Cuadrado gespielt und der den Konter zum 3:0 vollendet hatte, kosteten die Kolumbianer ihre Glücksgefühle noch einmal aus. Sie hatten mit James vorneweg eine Nervenprobe bestanden. Die Polen jedoch nicht. Ihnen konnte am Sonntagabend auch Lewandowski, einer der weltbesten Angreifer, nicht weiterhelfen. „Unsere Spieler haben das Beste gegeben bis zum Ende, aber wir haben gegen ein sehr starkes Team verloren“, sagte Polens Trainer Adam Nawalka. „Das Spiel war bis zum ersten Tor sehr ausgeglichen. Danach haben wir den Gegner attackiert, aber es war kein flüssiges Spiel. Wir waren nicht effizient und effektiv genug. Es tut mir sehr leid, ich bin sehr traurig, aber morgen ist ein neuer Tag.“

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