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2:1 gegen Portugal : Uruguay schickt Ronaldo nach Hause

  • -Aktualisiert am

Held des Abends: Edinson Cavani trifft doppelt Bild: AFP

Der Samstag wird bei der Fußball-WM zum Tag des Abschieds der Weltfußballer: Nach Lionel Messi muss auch Cristiano Ronaldo mit Portugal im Achtelfinale die Segel streichen. Edinson Cavani schießt den Europameister aus dem Turnier.

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          Wenn es bei dieser WM eine Auszeichnung für die effizienteste Mannschaft geben würde, hätte Uruguay gute Chancen, sie zu bekommen. Ein Handvoll guter Angriffe reichten den spielerisch nicht überragenden aber kontrolliert verteidigenden Südamerikanern am Samstag in Sotschi, um Portugal im zweiten Achtelfinale dieser WM 2:1 zu bezwingen: Edinson Cavani hat im Fischtstadion Cristiano Ronaldo die Show gestohlen und mit seinen beiden Treffern (7./62.) die „Celeste“ zum ersten Mal seit 2010 wieder in die Runde der beste acht Mannschaften gebracht. Dort trifft sie am Freitag in Nischni Nowgorod auf Frankreich. Bis dahin sollte sich Cavani von einer Verletzung, die ihn zur Auswechslung nach 71 Minuten zwang, erholt haben.

          Fussball-WM 2018

          „Ich bin glücklich und zufrieden, wie alles abgelaufen ist. Es war ein sehr emotionales Spiel, mir fehlen die Worte. Davon träumt man", sagte Cavani, der Mann des Abends. Ob der Angreifer im Viertelfinale dabei sein kann, erscheint fraglich. Cavani musste in  der 71. Minute verletzt vom Feld, fair gestützt von Ronaldo. „Ich hoffe, es ist nichts Ernstes", sagte der Angreifer von Paris St. Germain. „Mein Knie, mein Schienbein. Ich habe da einen Schlag abbekommen. Mal sehen.“

          Der 33 Jahre alte Ronaldo, für den das Turnier mit drei Treffern gegen Spanien so furios begann, hat wie zuvor Argentiniens Lionel Messi wohl die letzte Chance vertan, nicht mehr nur der beste Spieler der Welt zu sein, sondern auch einmal in der besten Mannschaft der Welt zu spielen. Sein Teramkamerad Ricardo schob entsprechend Frust: „Wir hatten unsere Möglichkeiten und haben ganz gut gespielt. Hier ging es nicht um ein Duell Cavani gegen Cristiano Ronaldo, sondern um ein Duell Uruguay gegen Portugal.“  

          Uruguays Trainer Oscar Tabarez sah nach drei Siegen ohne Gegentor keinen Grund, seine Mannschaft zu verändern – lediglich Jose Gimenez, der gegen Russland angeschlagen gefehlt hatte, kehrte in die Innenverteidigung zurück. Kollege Fernando Santos nahm nach dem mäßigen Auftritt gegen Iran hingegen größere Eingriffe vor – und ließ mit einer komplett neuen rechten Seite spielen.

          Statt Außenverteidiger Cedric begann Ricardo Pereira und im Mittelfeld kam Bernando Silva für Ricardo Quaresma. Was Cristiano Ronaldo für Portugal ist, sind Cavani und Luis Suarez für Uruguay – und der Ausgang des Spiels, das war klar, würde davon abhängen, wer den besseren Tag erwischt.

          Ronaldo versucht es

          Ronaldo setzte mit einem Distanzschuss nach fünf Minuten ein erstes Zeichen. Die nächste gute Aktion gelangen den Südamerikanern: Cavani spielte den Ball zunächst zu Suarez, der zog nach innen und spielte zurück nach rechts, wo sich der Kollege im Rücken der Abwehr Richtung Tor aufgemacht hatte. Die Flanke kam präzise, und Cavani köpfte zum 1:0 ein. Die Schockstarre nach dem frühen Rückstand dauerte nur ein paar Minuten, dann bekam der Europameister mehr und mehr das Spiel unter Kontrolle.

          Das war es für Ronaldo: Die WM geht ohne Portugal weiter Bilderstrecke

          Die Taktik beider Mannschaften blieb nach dem Seitenwechsel zunächst unverändert. Uruguay zog sich zurück, und Portugal übte sich in Geduld. Die wurde schließlich belohnt. Als der Dortmunder Raphael Guerreiro nach einer kurz Ecke flankte, stimmte die Zuordnung in Uruguays Abwehr zum ersten Mal nicht. Weil Ronaldo zwei Mann auf sich zog, kam Pepe ungehindert zum Kopfball. Der Treffer zum 1:1 (55.) war für die Südamerikaner der erste Gegentreffer im Turnier. Nun wirkte Uruguay plötzlich ein wenig verunsichert.

          Doch das hielt nicht lange an – und Cavani schlug ein weiteres Mal eiskalt zu. Portugal gab danach nicht auf, doch die Abwehr des Gegners verlor nicht noch einmal die Ordnung.

          „Ich denke, dass alle Spieler ihr ganzes Können auf dem Platz gezeigt haben und so wollen wir Fußball spielen. Wir mussten eine Verletzung hinnehmen und müssen sehen, was daraus wird, aber wir haben ein starkes Kollektiv, dass es jedem Gegner schwer machen kann", sagte Uruguays Trainer Oscar Tabarez.

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