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„Team USA“ gegen Portugal : Klinsmanns Team verpasst knapp die Sensation

  • Aktualisiert am

Ein aufregendes Spiel für Jürgen Klinsmann Bild: dpa

Erst in der Nachspielzeit kann Portugal zum 2:2 gegen die Vereinigten Staaten ausgleichen. Wenn Deutschland und das „Team USA“ aufeinandertreffen, genügt beiden Mannschaften ein Unentschieden zum Weiterkommen.

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          Edeljoker Silvestre Varela hat Portugal vor dem vorzeitigen Aus bei der Weltmeisterschaft in Brasilien bewahrt. Mit seinem Treffer in der Nachspielzeit (90.+5 Minute) rettete der Stürmer Portugal am Sonntag (Ortszeit) in Manaus ein glückliches 2:2 (1:0) gegen Jürgen Klinsmanns starke Amerikaner. Vor 40.123 Zuschauern hatte das „Team USA“ nach Toren des ehemaligen Schalkers Jermaine Jones (64.) und von Clint Dempsey (81.) schon wie der sichere Sieger ausgesehen. Nani (5.) hatte die Portugiesen, die bei einer Niederlage keine Chance aufs Weiterkommen gehabt hätten, früh in Führung gebracht. Trotz des verpassten Sieges würde dem „Team USA“ und Deutschland am Donnerstag zum Gruppenfinale in Recife ein Unentschieden zum gemeinsamen Achtelfinal-Einzug reichen.

          Das Video in der ZDF-Mediathek

          „Klar ist man frustriert und hat Wut im Bauch. Nicht mal eine Minute hat uns gefehlt, wir hätten den Ball einfach nur weghauen müssen“, sagte Jones verärgert. Sein Trainer Klinsmann erklärte mit entschlossenem Blick: „Wenn man den Ausgleich in den letzten Sekunden bekommt, ist das unglücklich und ärgerlich. Jetzt müssen wir den härteren Weg gehen und Deutschland schlagen. Das ist unsere Aufgabe.“

          Der ehemalige Bundestrainer schloss aus, sich mit Deutschland auf ein Unentschieden zu einigen. Jetzt sei nicht die Zeit, die Freundschaft auszunutzen, sagte Klinsmann. „Die Vereinigten Staaten sind bekannt dafür, dass sie immer alles geben.“

          Ronaldo nicht in bester Form

          Bei Temperaturen um 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit konnten die von Personalproblemen gebeutelten Portugiesen in der wichtigen Partie auf Cristiano Ronaldo und Bruno Alves zurückgreifen. Nach dem Ausfall des gesperrten Pepe sowie der verletzten Rui Patricio, Fabio Coentrao und Hugo Almeida war der Weltfußballer trotz seiner Knieprobleme ebenso dabei wie der an der Leiste verletzte Abwehrchef. Jedes Mal, wenn Ronaldo am Ball war, gab es einen Aufschrei. Auch wenn der Topstar von der Gala-Form ein gutes Stück entfernt ist.

          Das 1:0 für Portugal: Durch einen Querschläger kommt Nani an den Ball. Der fackelt nicht lange. Bilderstrecke

          Die Südeuropäer erwischten einen Auftakt nach Maß, allerdings dank unfreiwilliger Mithilfe des Gegners. Denn als Miguel Veloso eine an sich verunglückte Flanke in den Strafraum schlug, leistete sich Geoff Cameron einen Querschläger - Nani musste nur noch geschickt abstauben.

          Doch auch ohne ihren verletzten Mittelstürmer Jozy Altidore, für den Dempsey trotz Nasenbeinbruchs ohne Maske als Einzelkämpfer vorderster Front agierte, hielten die kampfstarken Amerikaner voll dagegen. Nachdem sich Portugals Verletzungspech fortgesetzt hatte und Helder Postiga gegen Eder ausgewechselt werden musste, legten sie ihren Respekt ab. Sie wurden mutiger und setzten gegen die in der Defensive unkonzentrierten Portugiesen vor allem auf Distanzschüsse. Die Versuche von Dempsey (18.), Michael Bradley (24.) und Fabian Johnson (32.) zischten knapp neben oder übers Tor.

          Bei seiner ersten gelungenen Aktion prüfte Ronaldo Keeper Howard (36.), doch gefährlicher war Nani. Den Schuss des Mannes von Manchester United lenkte Howard an den Pfosten. Spektakulärer aber war seine Parade bei Eders Nachschuss, als er im Fallen die Hand noch an den Ball bekam und den Pausenrückstand in Grenzen hielt (45.).

          Nach dem Wechsel bot sich den Amerikanern eine hervorragende Chance, doch bei Bradleys Schuss aus Nahdistanz rettete der ehemalige Wolfsburger Ricardo
          Costa auf der Linie (55.). Acht Minuten später fiel dann aber doch der verdiente Ausgleich, als Jones mit einem für Beto spät zu erkennenden Fernschuss traf.

          Nun ging es hin und her. Der überragende Howard parierte reaktionsschnell gegen Meireles (66.). Chancen gab es auf beiden Seiten, ehe Dempsey goldrichtig stand. Der eingewechselte Varela rettete den Portugiesen dann den dringend benötigten Punkt.

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