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0:1 gegen Dänemark : Peru im Pech

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Nicht zu fassen: Paolo Guerrero scheitert mit einem Hackentrick nur knapp Bild: AFP

Strafstoß verschossen, Großchancen vergeben: Peru verliert unnötig gegen Dänemark. Der Leipziger Yussuf Poulsen nutzt einen Konter zum Siegtreffer.

          Christian Cueva war untröstlich. Der Mann, den sie daheim wegen seiner angeblich so magischen Füße "Aladin" nennen, verdarb Peru nach 36 Jahren Abwesenheit eine womöglich grandiose Rückkehr auf die größte Fußball-Bühne. Nach einem Foul von Yussuf Poulsen vom Bundesligisten RB Leipzig trat Cueva selbst zum Strafstoß an - wie ein Kicker beim American Football jagte er den Ball jedoch weit über den Querbalken (45.+1). Glück auch für Poulsen, der später den Siegtreffer zum 1:0 (0:0) erzielte (59.). "Für mich war das ein emotionales Spiel", sagte Poulsen, "erst war ich der böse Bube, dann der Held." Und nein, versicherte er, "das war nicht unser bestes Spiel, aber wir haben alles gegeben, was wir hatten."

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          Das traf auch auf Torhüter Kasper Schmeichel zu - er verteidigte die Führung mit zahlreichen Glanzparaden gegen zum Teil doch deutlich überlegene Peruaner. "Wir hatten nicht das Glück, die Chancen zu verwerten", jammerte der ehemalige Schalker Jefferson Farfan. Beim Elfmeter hatte zuvor ein Deutscher dafür gesorgt, dass er überhaupt gegeben wurde. Video-Assistent Felix Zwayer (Berlin) meldete aus dem 513 Kilometer vom Spielort Saransk entfernten Moskau dem Kollegen Bakary Gassama (Gambia): Stopp, das war ein Foul von Poulsen an Cueva. Der ansonsten sehr souveräne Gassama lief zum Spielfeldrand und überzeugte sich selbst davon, dass der Angreifer aus Leipzig den Peruaner durch einen Schlag gegen das Schienbein zu Fall gebracht hatte.

          Der Elfmeter war die größte der zahlreichen Chancen, mit denen Peru verschwenderisch umging - oder die von Schmeichel mit teils großartigen Reaktionen vereitelt wurden. Der Sohn von Peter Schmeichel, 1992 mit Dänemark Europameister durch den Finalsieg gegen Deutschland (2:0), rettete unter anderem kurz vor Schluss gegen Farfan (84.), der in der Startelf überraschend den Vorzug vor Mannschaftskapitän Paolo Guerrero erhalten hatten. "Er war fantastisch", sagte Age Hareide über Schmeichel. Im mutmaßlichen Dreikampf um Platz zwei in der Gruppe C hinter Frankreich hat Dänemark durch den schmeichelhaften Sieg zunächst die Nase vorne - auch, weil der Turnierfavorit zuvor Australien mit 2:1 (1:1) besiegt hatte.

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          Die Socceroos sind am Donnerstag nächster Gegner von Danish Dynamite. Peru, das erstmals seit der WM 1992 in Spanien wieder zu einer Endrunde fahren durfte, muss sich darauf einstellen, dass seine Reise nach dem Spiel gegen Frankreich früh zu Ende geht. Angetrieben von seinen rund 25.000 Anhängern, die irgendwie den Weg ins 11.000 Kilometer entfernte Saransk gefunden hatten, war Peru bemüht, einen guten Eindruck zu hinterlassen, bei aller Leidenschaft und Überlegenheit aber oft zu hektisch.

          Das galt auch für die Zeit nach dem Treffer von Poulsen, als bis auf die offene Schlussphase nur noch Peru zu spielen schien. Dänemark aber verlor nie den Kopf, verteidigte entschlossen und mit dem nötigen Geschick. Guerrero, dessen Dopingsperre rechtzeitig vor der WM vom Schweizer Bundesgericht ausgesetzt worden war, wurde in der 62. Minute eingewechselt - und führte sich gleich gut ein: Doch auch sein Kopfball aus kurzer Distanz landete direkt in den Armen von Schmeichel.

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