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2:0 gegen Island : Musa macht’s für Nigeria

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Der Doppeltorschütze Ahmed Musa (vorne) jubelt über seine beiden Treffer gegen Island. Bild: Reuters

Zwei Tore des Angreifers lassen die Hoffnungen Nigerias und ihres deutschen Trainers auf einen Einzug in das WM-Achtelfinale wieder aufleben. Für Island sinken diese Chancen derweil erheblich.

          Mit einem zufriedenen Lächeln klatschte Gernot Rohr erleichtert seine Super Eagles um den strahlenden Matchwinner Ahmed Musa ab. Die Isländer wirkten angesichts ihres drohenden frühzeitigen WM-Aus schon teilweise ratlos. Mit zwei Toren eröffnete Wirbelwind Musa Nigeria und seinem deutschen Trainer gute Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale in Russland.

          Fussball-WM 2018

          „Wir sind zurück. In der ersten Hälfte waren wir nicht gut, in der zweiten aber schon“, sagte Rohr nach dem 2:0 (0:0) am Freitag gegen enttäuschende Nordeuropäer. „Meine Spieler haben verstanden, dass sie kämpfen müssen. Wir haben den Sieg verdient.“ Im Optimalfall kann Nigeria schon mit einem Remis zum Abschluss gegen den Weltmeisterschaftszweiten Argentinien die Gruppenphase überstehen.

          Vor 40.904 Zuschauern in Wolgograd schockte Musa mit seinen beiden Treffern (49./75. Minute) die vor allem offensiv wenig überzeugenden Wikinger. „Ich danke meinen Kollegen, weil sie mich unterstützen. Wir haben heute alle glücklich gemacht“, meinte Musa.

          Island, das durch Gylfi Thór Sigurdsson sogar noch einen Foulelfmeter (83.) vergab, hat das Weiterkommen nicht mehr in der eigenen Hand und muss zum Abschluss in Gruppe D auf jeden Fall gegen Kroatien siegen, um vielleicht doch noch die K.o.-Phase zu erreichen.

          Islands Trainer Heimir Hallgrímsson wirkte etwas ratlos. Auf die Frage, warum seine Mannschaft nach dem Wechsel platt und nicht wie sie selbst gewirkt habe, antwortete er: „Ich weiß es nicht, es war kein brillantes Spiel, jeder hat aber sein Bestes versucht. Vielleicht lag es an der Temperatur, das war schon sehr hart für uns. In erster Linie hat Nigeria aber sehr gut gespielt.“

          Sechs Tage nach dem überraschenden 1:1 gegen Argentinien erwischten die Isländer im zweiten Spiel den besseren Start. Der ehemalige Hoffenheimer Bundesliga-Profi Sigurdsson hatte früh die ersten beiden Chancen (3./6.). Nigeria konnte sich nach dem 0:2 gegen Kroatien schwer vom Druck befreien und kam offensiv überhaupt nicht in Gang. Kapitän John Obi Mikel agierte deutlich defensiver als noch zum WM-Auftakt, außerdem wechselte der aus Mannheim stammende Rohr auf drei Positionen das Personal.

          Island von Coach Heimir Hallgrímsson begann mit zwei Neuen. Rúrik Gíslason vom Zweitligaklub SV Sandhausen gab ebenso sein WM-Startelfdebüt wie der frühere Kaiserslauterer Jón Dadi Bödvarsson. Für den Höhepunkt der wenig ansehnlichen ersten Halbzeit sorgten jedoch die Fans von der Vulkaninsel, die nach zwölf Minuten ihr markantes „Huh“ auf der Tribüne anstimmten.

          Auf dem Rasen wollte lange keines der Teams etwas riskieren. Während Island mit langen Bällen glücklos agierte, wirkten die Super Eagles konfus und fanden keinen Weg zum gegnerischen Tor. Flanken ins Nirgendwo, Pässe zum Gegenspieler – spielerisch war das Match bis zur Pause eine Enttäuschung. Auch der Augsburger Alfred Finnbogason und Gíslason konnten sich vom niedrigen Niveau Islands nicht abheben.

          In der zweiten Hälfte kontrollierte Nigeria um Ahmed Musa (rechts)  immer mehr die Partie. Bilderstrecke

          Wie aus dem Nichts nutzte Musa den ersten Konter der zweiten Halbzeit zur Führung für die Afrikaner, die vor vier Jahren im WM-Achtelfinale standen und dies nun zum vierten Mal schaffen können. Der Stürmer von ZSKA Moskau nahm eine Flanke artistisch an und ließ Islands Schlussmann Hannes Thór Halldórsson keine Chance. Im ersten Turnierspiel hatte der Keeper noch einen Strafstoß von Lionel Messi gehalten – doch gegen Nigeria musste er auch das 0:2 hinnehmen.

          Die Isländer, EM-Viertelfinalteilnehmer von 2016, zeigten sich vom Rückstand zunächst geschockt und brachten in der Offensive fast gar nichts mehr zustande. Selbst einen unter Zuhilfenahme des Videoassistenten gegebenen Foulelfmeter konnte Sigurdsson sieben Minuten vor dem Ende nicht verwandeln.

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