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2:1 gegen Südkorea : Mexiko auf dem Weg zum Gruppensieg

  • Aktualisiert am

Mexikos Chicharito erzielte das 2:0 gegen die Südkoreaner bei der WM in Russland. Bild: Reuters

Nach ihrem Sieg gegen die deutsche Nationalmannschaft setzen sich die Mexikaner auch in ihrer zweiten WM-Partie durch. Gegen Südkorea treffen unter anderem zwei ehemalige Bundesliga-Profis.

          Mexiko hat sich eine hervorragende Ausgangsposition erarbeitet, um als Sieger der Vorrundengruppe F hervorzugehen. Die Nordamerikaner gewannen am Samstag in Rostow gegen Südkorea ihr zweites Gruppenspiel gegen Südkorea 2:1 und haben nach dem 1:0-Überraschungscoup zum Auftakt gegen Deutschland nun sechs Punkte und 3:1 Tore vorzuweisen. Nach leichten Anfangsschwierigkeiten lieferte das mexikanische Team eine konzentrierte und clevere Leistung ab, die in einen sicheren Sieg mündete. Vela (26. Minute/Handelfmeter) und der frühere Leverkusener Chicharito (66.) brachten den Favoriten 2:0 in Führung, ehe der frühere Hamburger und Leverkusener Son Heung-min in der Nachspielzeit verkürzte.

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          „Ich habe kaum Worte, um meine Gefühle zu beschreiben. Das ist schöner als im Traum. Wir genießen diesen Sieg“, sagte Chicharito, der sein 50. Länderspieltor erzielte: „Jetzt gilt es, sich auf Schweden zu fokussieren. Da wollen wir wieder drei Punkte holen und Gruppensieger werden. Wir wollen uns nicht rühmen, sondern nur Mexiko glücklich machen.“

          In den ersten Minuten versuchten die Südkoreaner mit einer ausgesprochen harten Gangart den Mexikanern den Schneid abzukaufen. Sieben Fouls begingen sie in den ersten elf Minuten. Aber die Mannschaft von Trainer Osorio ließ sich nicht mal ansatzweise von den Asiaten außer Tritt bringen und übernahm das Kommando auf dem Spielfeld. Die Vorzeichen waren für die Mexikaner bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius in Rostow völlig andere als im ersten Gruppenspiel gegen Deutschland. Diesmal mussten sie es wie der Weltmeister versuchen, geduldig mit Ballbesitzfußball ans Ziel zu kommen, weil die Südkoreaner genauso tief standen wie sie gegen Deutschland. Und dabei liefen die Mexikaner auch in Konter. Nicht so häufig wie Löws Auswahl, aber dennoch hätten sie bis zur 28. Minute zweimal in Rückstand geraten können. Einmal warf sich Lozano, der Torschütze gegen Deutschland, in letzter Sekunde in einen Schuss, und ein anderes Mal blockten nacheinander die Innenverteidiger Salcedo und Morena zwei Versuche des überragenden Stürmers Son, den südkoreanischen Führungstreffer zu erzielen.

          Auch in der Offensive hatten die Mexikaner mit dem deutschen Syndrom zu kämpfen. Denn ihnen gelang es zunächst nicht, den tief zurückgezogenen Außenseiter auszuspielen und für Torgefahr zu sorgen. Bevor es allerdings allzu unangenehm wurde, halfen ihnen die Südkoreaner in der 26. Minute auf die Sprünge – namentlich durch Jang Hyun-Soo. Der Innenverteidiger schwang seinen Arm weit über Kopfhöhe, als er in eine Flanke des Mexikaners Guardado grätschte. Schiedsrichter Mažić aus Serbien blieb in dem Moment, in dem der Ball gegen Jangs Extremität flog, nichts anderes übrig, als auf Handelfmeter zu entscheiden. Von den Asiaten kamen auch keine Proteste. Carlos Vela verwandelte sicher.

          Der Rückstand brachte die Südkoreaner ziemlich aus der Fassung. Layun hätte nach Velas Hereingabe in der 28. Minute das 2:0 erzielen müssen, doch der Mittelfeldspieler des FC Sevilla schoss den Ball unbedrängt aus zwölf Metern Torentfernung über die Latte. Kurz vor der Pause hatte dann der gegen Deutschland überragende Lozano seine erste große Aktion – aber auch der vom FC Barcelona umworbene Linksaußen von PSV Eindhoven unterschätzte die Steigfähigkeit des Balles bei seinem Schuss, nachdem er drei Gegenspieler ausgetanzt hatte.

          Zu Beginn begegneten sich beide Teams noch auf Augenhöhe wie hier Mexikos Jesus Gallardo (rechts) und Südkoreas Moon Seon-min. Bilderstrecke

          Die Südkoreaner konnten die Halbzeitpause ziemlich gut gebrauchen – und sie kamen tatsächlich wieder besser sortiert aus der Kabine. Und vor allem spielfreudiger. Nach ihrer Auftaktniederlage gegen Schweden und dem neuerlichen Rückstand blieb ihnen auch nichts anderes übrig, als offensiver zu werden, um noch eine Chance auf das Erreichen der K.-o.-Runde zu haben. Die Asiaten machten es gar nicht schlecht in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit. Torwart Ochoa musste nachfassen, bis er den Ball nach dem Schuss von Ki gebändigt hatte. Und dann rettete wieder einmal der Frankfurter Innenverteidiger Salcedo in höchster Not, als er sich erfolgreich in einen Schuss von Lee Jaesung warf.

          Um diesen Druck zu entfachen, mussten die Südkoreaner jedoch ihre Defensive entblößen. Und das gefiel den Mexikanern sehr, die wie gegen Deutschland sofort ihr Talent zum Kontern offenbarten. Ein paarmal kam der letzte Pass nicht an, einmal fischte der koreanische Torwart Cho Hyun-Woo den Ball nach Guerdados Schuss noch einmal aus dem Torwinkel. Doch dann passte in der 66. Minute alles. Lozano setzte nach einem Solo Chicharito ein, und der ehemalige Leverkusener zeigte, dass er seine oft genug in der Bundesliga bewiesene Torgefährlichkeit nicht eingebüßt hat. Ein Haken, ein Schuss, und es stand 2:0 für Mexiko.

          Der Rest war redliches Bemühen der Südkoreaner, der Begegnung eine Wende zu geben. Doch bis zur dritten Minute der Nachspielzeit gerieten die cleveren Mexikaner kaum in Bedrängnis. Dann gelang Son mit einem schönen Distanzschuss doch noch das 1:2, aber in den verbleibenden Sekunden hatten sie keine Chance mehr auf den Ausgleich.

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