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0:0 erfreut beide : Franzosen und Dänen wollten nicht blöd sein

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Spalier gestanden zum Einzug ins Achtelfinale: Dänen und Franzosen spielen torlos Bild: AP

Ein Spiel, das keinen erfreut – mit einem Ergebnis, das beiden reicht. Dänen und Franzosen zeigen die erste Nullnummer des Turniers und ziehen einträchtig ins Achtelfinale der WM ein.

          Die gellenden Pfiffe der schwer enttäuschten Fans im Moskauer Luschniki-Stadion waren kaum verstummt, da äußerten die beiden Trainer schon ihre höchste Zufriedenheit. „Wir haben nur einen Punkt gebraucht und wir haben gegen eines der besten Teams der Welt gespielt. Wir wären blöd gewesen, wenn wir ihnen Räume gelassen hätten“, sagte Dänemarks Age Hareide nach einem 0:0, das lange Zeit einem fußballerischen Armutszeugnis glich.

          Fussball-WM 2018

          Frankreichs Trainer Didier Deschamps pflichtete bei: „Wir mussten nichts riskieren, weil uns dieses Ergebnis reicht.“ Tatsächlich hatte mit der ersten torlosen Partie dieser WM jeder, was er wollte. Frankreich beendet die nicht gerade einfache Gruppe C auf Rang eins, Dänemark qualifiziert sich erstmals seit 2002 wieder für die K.o.-Runde beim Weltturnier. „Es ist sehr zufriedenstellend, dass wir so diszipliniert waren“, sagte Hareide.

          Die 78.011 Zuschauer sahen das jedoch ganz anders: Beim Dauer-Ballgeschiebe, das streckenweise an den „Nichtangriffspakt von Gijon“ 1982 erinnerte, überlagerten Pfiffe und „Rossija Rossija“-Rufe die anfängliche Euphorie beider Fanlager. „Wir wollten Gruppensieger werden, das haben wir geschafft“, sagte N'Golo Kanté, der zum Spieler des Spiels gewählt wurde.

          Vor ihrem Achtelfinale haben beide Teams noch viel zu tun. Die Franzosen, die am Samstag (16.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM) in Kasan in die K.o.-Runde starten, müssen dringend ihre hochbegabte Offensive finden. „Jetzt wollen wir klettern, es wird immer schwieriger in den nächsten Spielen“, meinte Deschamps.

          Der weiter blasse Antoine Griezmann und der schludrig agierende Ousmane Dembélé dürften dem Coach ähnlich viel Sorgen bereiten wie die gerade einmal drei Tore in drei Gruppenspielen. „Wir hatten die Chancen“, sagte der Weltmeister von 1998. Nur die Tore machen sie bisher nicht: Ein australisches Eigentor, ein Griezmann-Elfmeter und ein Treffer von Kylian Mbappé sind die magere Zwischenausbeute.

          Zum Vergleich: Harry Kane (fünf Tore), Romelu Lukaku und Cristiano Ronaldo (je vier Treffer) waren als einzelne Spieler schon erfolgreicher als Frankreichs Hochglanz-Offensive.

          Didier Deschamps: „Wir haben das Notwendigste getan und wollten den ersten Platz halten.“

          „Sie kamen ja nicht. Wenn sie nur einen Punkt wollten, warum sollten wir dann ein Risiko eingehen?, rechtfertigte sich Deschamps mit Blick auf das Dänemark-Spiel. Neben Mbappé hatte er mit Torhüter Hugo Lloris, Mittelfeld-Star Paul Pogba und den Abwehrspielern Samuel Umtiti sowie Benjamin Pavard gleich mehrere Stammspieler geschont.  

          In Gedanken war Deschamps schon beim Achtelfinale. „Ich wollte meine Spieler schützen. Für die Runde der besten 16 brauchen wir frische Spieler.“ Die braucht nun auch Dänemark, das erste große Ziel ist mit dem zweiten Gruppenplatz noch vor Peru und Australien aber erreicht. „Es ist sehr emotional, dass wir das geschafft haben. Für mich ist es großartig“, betonte Hareide. Und die Skandinavier möge bei aller spielerischer Armut erstmal jemand schlagen, sind sie doch seit 18 Partien und über eineinhalb Jahre ungeschlagen. „Wichtig war vor allem eines: Disziplin. Und wir hatten damit Erfolg“, sagte Hareide. Disziplin wahrten auch die Zuschauer, etwa 40 Minuten lang. Dann fingen sie an zu pfeifen und die Pfiffe wurden bis zum Ende immer lauter.

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