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3:1 gegen Ägypten : Die Russen kommen ins Rollen

  • Aktualisiert am

Ist es denn zu glauben? Russland gewinnt auch die zweite WM-Partie. Bild: Reuters

Nach dem Torfestival im Eröffnungsspiel braucht die Sbornaja gegen Ägypten ein wenig, um auf Touren zu kommen. Dann gibt ein Eigentor den Startschuss. Den Afrikanern kann auch ihr Star kaum helfen.

          Auch die Rückkehr von Fußball-„König“ Mohamed Salah hat den überraschend starken WM-Gastgeber Russland auf dem Weg ins erste WM-Achtelfinale seiner Geschichte nicht gestoppt. Die Sbornaja, als Weltranglisten-70. die nominell schlechteste Mannschaft des Turniers, gelang vor 64.468 Zuschauern in St. Petersburg gegen Ägypten beim 3:1 (0:0) die nächste Torgala. Die erste Reaktion von Trainer Stanislaw Tschertschessow, dem früheren Bundesligatorwart von Dynamo Dresden, fiel bei aller Freude sachlich aus: „Wir wollten einfach siegen, und das haben wir auch geschafft. Nun werden wir uns auf die nächste Aufgabe konzentrieren“, sagte er dem ZDF.      

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          Damit steht sie nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel so gut wie sicher in der K.o.-Runde. Bei einem Erfolg von Uruguay am Mittwoch gegen Saudi-Arabien oder einem Unentschieden wären die Russen schon vor dem Gruppen-Finale gegen die Südamerikaner sicher weiter. Ein Eigentor von Ahmed Fathi (47. Minute), der bereits dritte Turniertreffer von Denis Tscheryschew (58.) und das Durchsetzungsvermögen von Artem Dsjuba (62.) ebneten den Weg zum verdienten Erfolg. Dagegen haben die Ägypter nach der zweiten Niederlage nur noch minimale Chancen auf das Weiterkommen. Daran konnte auch der Elfmetertreffer von Salah in der 73. Minute nichts ändern.

          Dabei hatte die Rückkehr des von einer im Champions-League-Finale gegen Real Madrid erlittenen Schulterverletzung genesenen Salahs bei den Fans aus Ägypten große Hoffnung geweckt. Als vor dem Anpfiff sein Name auf der Anzeigentafel erschien, jubelten die bis zu 10.000 Anhänger frenetisch. Allein das Mitwirken des Stars aus Liverpool, mit 32 Treffern bester Torschütze der abgelaufenen Premier-League-Saison, schien sein Team zu inspirieren. Im Gegensatz zum faden 0:1 gegen Uruguay gab es vor allem im Spiel Fortschritte. Ägyptens Coach Hector Cuper verwies auf die gute Halbzeit seines Teams: „Wir hatten 10 bis 15 sehr schlechte Minuten, und das war der Grund, warum wir verloren haben.“ Auf erste Fragen nach seiner drohenden Entlassung antwortete er diplomatisch: „Wenn die Verantwortlichen nicht glücklich sind mit dem, was ich getan habe, werde ich der erste sein, der geht.“

          Weil auch die Russen auf hohes Tempo setzten, entwickelte sich zumindest in den ersten Minuten ein offener Schlagabtausch. Auch ohne Kremlchef Wladimir Putin, der im Unterschied zum Eröffnungsspiel in Moskau am vergangenen Donnerstag in seiner Heimatstadt St. Petersburg nicht im Stadion weilte, wirkte die Sbornaja ähnlich motiviert wie schon beim 5:0-Kantersieg über Saudi-Arabien zum Turnierauftakt.

          Ein Eigentor von Fatih brachte die Russen auf die Siegerstraße. Bilderstrecke

          Allerdings profitierten die Russen diesmal nicht von einem frühen Führungstreffer. Bei allem Tempo gab es kaum Möglichkeiten, weil es vor dem Tor zu hektisch wurde. Das ermutigte den siebenmaligen Afrikameister aus Ägypten zu einer offensiveren Gangart, wobei sich vor allem Trezeguet auf der linken Seite auszeichnete. In der 41. Minute blitzte auch erstmals die Klasse von Salah auf, doch sein Schuss aus 18 Metern ging knapp vorbei.

          Doch schon kurz nach der Pause wendete sich das Blatt zugunsten der Russen. Einen verunglückten Schussversuch von Roman Sobnin beförderte Fathi unglücklich ins Netz und sorgte damit für das bereits fünfte Eigentor der WM. Dieses Missgeschick warf die Ägypter aus der Bahn. Ein Doppelschlag von Tscheryschew (58.) und Dsjuba (62.) binnen vier Minuten brachte sie entscheidend ins Hintertreffen. Der Elfmetertreffer von Salah weckte noch einmal Hoffnung. Doch die Russen brachten die Führung sicher über die Zeit. „Trotz des Resultats war es nicht leicht. Alle haben 150 Prozent gegeben“, kommentierte Mittelfeldspieler Sobnin.

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