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1:0 gegen die Schweiz : Ein Forsberg-Tor reicht Schweden

  • -Aktualisiert am

Der Torschütze Emil Forsberg (Zweiter von links) mit seinen schwedischen Teamkollegen. Bild: EPA

Lange Zeit war das Achtelfinale ausgeglichen. Doch dank des Bundesliga-Profis von RB Leipzig gelingt den Schweden der Einzug in das WM-Viertelfinale. Die Schweizer setzen dabei eine traurige Serie fort.

          Mit ihrem kompromisslosen und konsequenten Defensivspiel kommen die Schweden bei dieser Weltmeisterschaft groß raus. Nachdem das Team von Trainer Andersson in der Qualifikation schon die Niederlande und Italien hinter sich gelassen hatte sowie in der Vorrunde an Weltmeister Deutschland als Gruppenzweiter vorbeizog, siegten die Skandinavier auch im Achtelfinale verdient 1:0 gegen die Schweiz.

          Fussball-WM 2018
          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Den entscheidenden Treffer zum Einzug in die Runde der besten Acht erzielte der Leipziger Forsberg in der 66. Minute. Die Schweden treffen nun am kommenden Samstag beim Kampf um den Einzug ins WM-Halbfinale auf England. Ein weiterer Sieg würde den größten Erfolg für Schweden seit dem dritten Platz bei der WM 1994 bedeuten.

          „Schweden hat mich heute gebraucht, und ich war da. Wir haben eine fantastische Mannschaft, es fühlt sich großartig an. Das ist der größte Augenblick. Von so etwas träumt man“, sagte Forsberg im schwedischen Fernsehen. Trainer Andersson ergänzte: „Sie arbeiten zusammen das ganze Spiel über, ich bin so beeindruckt, dass sie das schaffen. Ich bin so beeindruckt, dass ich kaum sprechen kann.“

          Ein bisschen deutscher Fußball war im Achtelfinale aber auch noch vertreten in Russland. Schweizer und Schweden stellten in ihren Startformationen das größte Kontingent an Bundesligaspielern aller noch bei der Weltmeisterschaft verbliebenen Teams. Die Schweizer brachten es mit Sommer im Tor sowie Akanji, Zuber und Drmic auf vier Profis aus der Bundesliga, die Schweden mit Augustinsson, Ekdal und Forsberg auf drei.

          Dass es in der ersten Halbzeit ein alles andere als aufregendes Fußballspiel war, lag selbstverständlich nicht allein an diesem deutschen Beitrag zur Fußball-WM. Es war vor allem der schwedischen Taktik geschuldet, dass sich bis zur Pause die gefährlichen Szenen und ansprechenden Kombinationen in engen Grenzen hielten. Die Schweden störten die Schweizer immer wieder konsequent beim Spielaufbau durch frühe Attacken. Sie waren damit erfolgreich, schöne oder gar schnelle Kombinationen der Schweizer blieben rar. Die beste Chance in der ersten Halbzeit fiel so zunächst sogar den defensivstarken und konzentrierten Schweden zu, als Berg nach knapp einer halben Stunde plötzlich den Ball volley auf das Tor von Sommer bringen konnte, aber der Torhüter aus Mönchengladbach wehrte mit einer Hand zur Ecke ab.

          Als die Schweiz sich in der 39. Minute das erste und bis dahin auch einzige Mal stark durch die schwedischen Abwehrreihen kombinierte hatte, jagte Dzemaili den Ball nach Doppelpass mit Zuber allerdings aus aussichtsreicher Position über die Latte. Nur zwei Minuten später verpasste dann Ekdal nach einer schönen Flanke aus sieben, acht Metern die schwedische Führung, als er vollkommen freistehend sein Ziel verfehlte.

          Die verdiente schwedische Führung Mitte der zweiten Halbzeit entsprang dann einer – wenn auch ungewollten – Bundesliga-Doppelproduktion: Forsberg von RB Leipzig hatte sich an der Strafraumgrenze entschlossen durchgesetzt und seinen harten Schuss lenkte der Dortmunder Akanji unhaltbar für Sommer ins eigene Tor ab. Nach dem Rückstand brachte Trainer Petkovic den Schalker Embolo, um die Schweizer Offensivkraft zu stärken. In der 80. Minute hätte er auch beinahe den Ausgleich erzielt, aber seinen Kopfball nach einem Eckstoß wehrte Forsberg kurz vor der Linie noch ab. In der Nachspielzeit sah der Schweizer Lang, als er den letzten schwedischen Konter mit einem Foul stoppte, wegen Notbremse die Rote Karte.

          Von Beginn an bestimmten hart geführte Zweikämpfe die Partie wie hier zwischen dem Schweizer Granit Xhaka (rechts) und Ola Toivonen. Bilderstrecke

          Mit dieser Niederlage scheiterten die Eidgenossen im dritten internationalen Turnier nacheinander im Achtelfinale. Neben der WM 2014 und der EM 2016 schieden die Schweizer zudem bei den Weltmeisterschaften 2006 und 1994 jeweils in der ersten K.o.-Runde aus. „Natürlich bin ich sehr enttäuscht über das Resultat. Die Art und Weise war nicht schlecht, das Tor war unglücklich. Sie waren nur über Flanken und ruhende Bälle gefährlich“, sagte der Hoffenheimer Zuber. „Wir hätten gefährlichere Chancen heraus spielen müssen.“

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