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5:2 gegen Tunesien : Belgien spielt sich in einen Rausch

  • Aktualisiert am

Einer der Matchwinner für Belgien beim Spiel gegen Tunesien: Kapitän Eden Hazard (links). Bild: EPA

Der Titelkandidat hat gegen Tunesien keine Probleme und bringt sich in eine gute Ausgangslage für das Erreichen des Achtelfinales. Der Sieg hätte sogar noch höher ausfallen können.

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          Nur wenige Minuten nach dem Torspektakel gegen hilflose Tunesier bekamen Belgiens Fußball-Künstler Besuch von allerhöchster Stelle. König Philippe ließ es sich nicht nehmen, der Mannschaft nach dem nie gefährdeten 5:2 (3:1) in der Kabine zu gratulieren. Im Land scheint die Euphorie grenzenlos. „Heute dürfen wir feiern. Ganz Belgien sollte feiern“, sagte Trainer Roberto Martínez nach dem kraftvollen Auftritt seines Teams mit je zwei Treffern von Tor-Garant Romelu Lukaku und Kapitän Eden Hazard.

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          „Wir sind in sehr guter Form und ich hoffe, wir können einfach genauso weitermachen“, sagte Doppeltorschütze Hazard, der erst glänzte und sich dann wegen Wadenproblemen auswechseln ließ. Es war wohl eine Vorsichtsmaßnahme, weil das Spiel gegen die offensiv aktiven aber insgesamt orientierungslosen Tunesier früh entschieden war. „Ich denke, morgen ist es wieder in Ordnung“, sagte der Flügelstürmer vom FC Chelsea.

          Hazard hatte die Roten Teufel in der sechsten Minute per Foulelfmeter in Führung gebracht und traf später noch zum 4:1 (51.). Der kaltschnäuzige Lukaku schoss vor 44.190 Zuschauern im ausverkauften Moskauer Spartak-Stadion am Samstag ebenfalls doppelt (16./45.+3) ein. Michy Batshuayi erzielte das 5:1 (90.). Tunesien, das nur noch eine Minimalchance auf das Erreichen der nächsten Runde hat, kam durch Dylan Bronn (18.) und Wahbi Khazri (90.+3) zu zwei Treffern. „Jetzt müssen wir regenerieren und uns gut auf das Spiel gegen England vorbereiten“, sagte der ehemalige Bundesliga-Spieler Kevin De Bruyne.

          Unverändert ließ Martínez das Team, das schon beim 3:0 gegen Panama souverän und im entscheidenden Moment kaltschnäuzig agiert hatte. Die größte Aufgabe des Spaniers dürfte es nun sein, die Euphorie zu bremsen. Bereits am Sonntagmorgen wird wieder trainiert und damit die Vorbereitung auf das große Gruppenfinale gegen England aufgenommen.

          In dem Topspiel geht es am Donnerstag (20.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM) in Kaliningrad wohl auch um Platz eins in Gruppe G. „Siege sind immer der beste Weg, um noch mehr Selbstvertrauen zu kriegen“, beschrieb Martínez. Bislang klappt das bei den seit fast zwei Jahren ungeschlagenen Roten Teufeln exzellent.

          Das Gesicht seiner Elf wird der langjährige Premier-League-Coach für das England-Spiel wohl deutlich ändern. „Wir sind qualifiziert und wir haben 23 Spieler. Es wird Wechselmöglichkeiten geben, man kann mehr Spielern Einsatzminuten geben“, sagte er. Erste Kandidaten für eine Schonung sind der lädierte Hazard und der angeschlagene Lukaku, der schon während des Spiels am Knöchel behandelt wurde und nach einer Stunde frühzeitig gehen durfte. Ihre Chance erhalten können dann etwa Michy Batshuayi von Borussia Dortmund oder Gladbachs Thorgan Hazard.

          Tunesien hingegen spielte voll auf Sieg – und rannte ins Verderben. Nach dem deutlichen 2:5 sind die Chancen auf den Einzug ins  Achtelfinale nur noch theoretischer Natur. „Wir möchten uns bei den tunesischen Fans entschuldigen, die zahlreich in Moskau waren. Wir werden versuchen, uns im nächsten Spiel besser zu präsentieren“, sagte Trainer Nabil Maaloul. Belgien sei ein „super Team“, lobte der ehemalige Profi von Hannover 96. Viel mehr als ums Weiterkommen geht es gegen Panama zum Abschluss darum, den ersten WM-Sieg seit 40 Jahren einzufahren.

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