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4:0 für Deutschland : Perfekt gelaufen gegen Portugal

  • -Aktualisiert am

Traumpaar gegen Portugal: Müller und Khedira Bild: dpa

Der nimmermüde und dreimal erfolgreiche Thomas Müller führt Deutschland zu einem 4:0 gegen Portugal, bei dem alles aufgeht, was sich der Bundestrainer ausgedacht hatte.

          4 Min.

          Thomas Müller rannte und rannte und rannte. Als wäre sie nur eine Erfindung, eine Kopfgeburt, die brütende Mittagshitze von Salvador. Es gab sie aber wirklich. Und trotzdem war dieser Müller einfach nicht zu bremsen. Und rannte, auch als das Spiel längst entschieden war, noch jedem Ball hinterher, als könnte es der entscheidende sein. Keine Frage, der Münchner war der auffälligste, der überragende Mann beim deutschen 4:0 gegen Portugal.

          Drei Tore hatte er selbst erzielt, das 1:0 mit einem Foulelfmeter (12. Minute), später auch das 3: 0 (45.+1) und das 4:0 (78.). Dazu war er das Opfer in jener Szene, die dem hitzköpfigen Pepe nach 37 Minuten die Rote Karte eintrug und de facto früh einen Schlussstrich unter diese Partie ziehen ließ. Müller war einfach überall, wo sich etwas bewegen ließ. „Drei Tore im Auftaktspiel einer Weltmeisterschaft gegen so einen Gegner, das ist natürlich etwas Herrliches. Da war eines schöner als das andere“, sagte Müller, der schon aus dem Turnier 2010 mit fünf Treffern als (geteilter) Schützenkönig hervorgegangen war.

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          Sieben WM-Spiele, acht Tore und drei Vorlagen, das ist eine ziemlich bestechende Bilanz. „Bei Weltmeisterschaften läuft‘s für mich nicht schlecht“, sagte Müller. Und so wurde er in Salvador schon darauf angesprochen, ob nun er statt Miroslav Klose den WM-Rekord des brasilianischen Helden Ronaldo mit 15 Treffern brechen werde. „Jetzt bleiben wir erstmal ruhig“, sagte Müller. „Wir sind hier, um Weltmeister zu werden, und nicht, um irgendwelche Rekorde zu brechen.“

          Den Gegner schwindlig gespielt

          Von einer One-Man-Show konnte trotz Müllers Großtaten keine Rede sein. Es war vielmehr eine Teamleistung, die alle beeindruckte am Montag in der Arena Fonte Nova – auch die Portugiesen. Jerome Boateng, der auf der rechten Abwehrseite gegen Cristiano Ronaldo wie schon im Eröffnungsspiel der EM 2012 als Tagessieger hervorging, schwärmte von einer „tollen Mannschaftsleistung. Jeder hat für den anderen abgesichert“. Es war aber nicht zuletzt auch ein Sieg des Konzepts. Der nicht erst auf dem Platz zustande kam, sondern seinen Ursprung im Kopf von Joachim Löw hatte.

          Gegen Portugal ging alles auf, worauf der Bundestrainer das Bild seiner Mannschaft gründet: variables, schnelles Spiel aus dem Mittelfeld heraus, die Überwältigung des Gegners durch Positionswechsel und Geschwindigkeit – man darf in diesem Fall auch eine gute alte Wendung aus dem Fußball-Phrasenschatz verwenden: den Gegner schwindlig spielen. Es ist das, was Löw schon immer von seiner Mannschaft sehen will. Was aber zuletzt allenfalls in ausgesuchten Phasen zu erkennen war. „Die Mannschaft war unheimlich kompakt, die Mannschaft war ganz geschlossen“, lobte Löw. Der erste Auftritt seiner Auswahl in Brasilien machte allemal Lust auf mehr – und nährte die Hoffnung, dass all die Probleme, die das Team zuletzt begleitete, tatsächlich gerade noch rechtzeitig zu bewältigen waren. Und nach dem ersten Schreck, als Mats Hummels, der das 2:0 per Kopfball erzielt hatte (32.), verletzt vom Platz humpelte, stellte sich heraus, dass kein neues hinzugekommen ist. „Ich gehe mal davon aus, dass das nicht dramatisch ist“, sagte der Bundestrainer.

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