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2:0 gegen England : Belgiens bislang größter WM-Erfolg

  • Aktualisiert am

Zwei Torschützen jubeln gemeinsam: Eden Hazard (links) klatscht mit Thomas Meunier ab. Daneben freuen sich Nacer Chadli und Kevin De Bruyne (von links). Bild: AFP

Im sportlich bedeutungslosen Spiel um Platz drei raffen sich die Belgier noch einmal auf und belohnen sich mit einem Sieg für ihre guten Leistungen in Russland. Dabei hilft das frühe Tor eines Rückkehrers.

          Belgiens „brillante Generation“ hat sich nach einem Blitzstart Platz drei bei der Fußball-WM in Russland gesichert und ist damit die erfolgreichste der Verbandsgeschichte. Im wenig spektakulären kleinen Finale besiegten die Roten Teufel England mit 2:0 (1:0) und übertrafen als Dritter das bisher beste WM-Ergebnis Belgiens mit Rang vier im Jahr 1986. Die damalige Generation galt als goldene, der ehemalige Bayern-Torhüter Jean-Marie Pfaff, Mitglied des 86er-Teams, hatte die aktuelle als „brillante“ bezeichnet. Die Tore des Tages erzielten Thomas Meunier von Paris Saint-Germain bereits in der 4. Minute und Eden Hazard in der Schlussphase (82. Minute). „Das ist eine wunderbare Leistung, das haben meine Spieler verdient“, sagte Trainer Roberto Martínez. „Wir sind zu einer Mannschaft geworden, die alles erreichen kann.“

          Fussball-WM 2018

          Die nach dem Halbfinal-Aus sichtlich gefrusteten Engländer verloren vor 64.406 Zuschauern in St. Petersburg dagegen nach 1990 auch das zweite Spiel um Platz drei ihrer Verbands-Historie. Das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte des Fußball-Mutterlands nach dem Titel 1966 muss sich das Team von Trainer Gareth Southgate somit mit der Generation von vor 28 Jahren teilen.

          Als Trost dürfte Englands Kapitän Harry Kane den Goldenen Schuh für den besten Turnier-Torschützen bekommen. Der Mittelstürmer der Three Lions blieb am Samstag wie schon in den beiden Spielen zuvor zwar glück- und torlos, da sein belgischer Verfolger Romelu Lukaku aber auch nicht traf, bleibt er mit sechs Toren an der Spitze dieser Rangliste. Die Franzosen Kylian Mbappé und Antoine Griezmann (je drei) müssten im Finale am Sonntag (17.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM sowie im ZDF und bei Sky) in Moskau gegen Kroatien schon dreimal treffen, um Kane im Kampf um die Auszeichnung noch gefährlich zu werden. „Wir wollten dieses Spiel natürlich gewinnen, aber es hat nicht gereicht“, sagte Kane. „Das zeigt, dass wir noch dazulernen können, aber wir können mit erhobenem Kopf nach Hause gehen.“

          Belgien startete furios. Lukaku spielte Nacer Chadli auf der linken Seite frei, der Offensivmann flankte in die Mitte und aus fünf Metern drückte Meunier, der nach seiner Sperre aus dem Halbfinale wieder in die Startelf gerückt war, den Ball mit dem Schienbein über die Torlinie. Der 26- Jahre alte Meunier war bereits Belgiens zehnter Turnier-Torschütze in Russland. Die frühe Führung gab den Roten Teufeln Sicherheit, sie spielten weiter mutig nach vorne. Der frühere Wolfsburger Kevin De Bruyne hatte die nächste Chance, scheiterte mit einem abgefälschten Schuss jedoch an Jordan Pickford im englischen Tor (12.).

          Von den Three Lions war offensiv wenig zu sehen, dem Team von Coach Southgate fehlte das Tempo. Ein Kopfball von Ruben Loftus-Cheek, der genau in den Armen von Belgiens Keeper Thibaut Courtois landete (15.), und ein verunglückter Schuss von Kane (23.) – mehr kam von der auf fünf Positionen veränderten Mannschaft zunächst nicht. Die Halbfinal-Niederlage gegen Kroatien steckte England in den Knochen.

          Belgien präsentierte sich dagegen spielfreudig. Vor allem De Bruyne vom englischen Meister Manchester City und Hazard vom FC Chelsea hatten sichtlich Lust, ihr Können nochmal auf der größten Weltbühne des Fußballs zu zeigen. Immer wieder leiteten die Offensiv-Asse Angriffe ein und wirbelten durch die englischen Defensivreihen. Gleich 19 der 22 Spieler in den Anfangsformationen der beiden Teams verdienen ihr Geld in der Premier League.

          Von Beginn an bestimmten die Belgier um Kevin De Bruyne (Mitte) das Spiel. Bilderstrecke

          Zu Beginn des zweiten Durchgangs probierten die Engländer etwas mehr. Eine scharfe Hereingabe des eingewechselten Jesse Lingard verfehlte Kane nur knapp (54.). Auf der Gegenseite hatte Lukaku das 2:0 auf dem Fuß (56.), ließ den Ball aber freistehend verspringen – bereits zum zweiten Mal in der Partie in aussichtsreicher Position. Es war nicht der Tag des belgischen Topstürmers. Coach Roberto Martínez wechselte ihn nach einer Stunde aus.

          Die Partie verflachte immer mehr und wurde phasenweise zum befürchteten lauen Sommerkick. Eric Dier sorgte nochmal für ein Raunen im Stadion: Er hatte Courtois bereits mit einem Lupfer überwunden, doch Toby Alderweireld verhinderte den Ausgleich mit beherztem Einsatz kurz vor der Linie. Dann kamen die Belgier nochmal. Gegen einen strammen Meunier-Schuss war Pickford noch mit einer tollen Parade zur Stelle (80.), kurz darauf hatte der Keeper im Duell mit Hazard dann keine Chance. Nach Pass von De Bruyne sorgte Belgiens Kapitän für die Entscheidung.

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