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1:0 gegen Marokko : Iran siegt in letzter Sekunde

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Grenzenloser Jubel bei den Spielern Irans: Gegen Marokko gelang ein Sieg bei der WM. Bild: AFP

Iran kommt gegen Marokko kaum zu Abschlüssen. In der Nachspielzeit trifft dann Marokkos Bouhaddouz mit dem Kopf – allerdings in das eigene Tor. Die Freude der Iraner kennt keine Grenzen.

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          Nach dem Eigentor in der fünften Minute der Nachspielzeit jubelte Iran über den zweiten Sieg in der WM-Historie des Landes wie über einen Titel. Spieler und Betreuer fielen sich nach dem 1:0 (0:0)-Auftaktsieg gegen Marokko um den Hals, während deren Nationaltrainer Hervé Renard völlig konsterniert am Spielfeldrand stand und das Geschehene kaum fassen konnte.

          Fussball-WM 2018

          „Es war ein großartiges Fußballspiel“, sagte Irans Nationaltrainer Carlos Queiroz. „Natürlich brauchst du manchmal auch ein bisschen Glück. Aber ich glaube, sie haben nicht mit so einem starken Gegner gerechnet. Es war ein schöner Sieg für uns“, sagte der Portugiese.

          Trotz anfangs deutlicher Überlegenheit und den besseren Torchancen mussten sich die Nordafrikaner im Duell der Außenseiter geschlagen geben. Der eingewechselte Zweitliga-Profi Aziz Bouhaddouz vom FC St. Pauli besiegelte am Freitag vor 62.548 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Stadion in St. Petersburg mit seinem Kopfball-Eigentor (90.+5) nach einem Freistoß das Ergebnis-Schicksal der Marokkaner. „Ich kann mich nur entschuldigen und muss mental stark bleiben. So etwas passiert im Fußball, ich muss und werde damit klarkommen“, sagte Bouhaddouz nach dem Abpfiff.

          „Wenn ich nach einem Unentschieden zur Pressekonferenz gekommen wäre, wäre ich enttäuscht gewesen nach diesem Spielverlauf. Aber das, was in der Nachspielzeit passiert ist, war das Schlimmste, was passieren konnte“, meinte Trainer Renard. „Jetzt müssen wir uns sofort auf das nächste Match konzentrieren.“ Am Mittwoch geht es in Moskau gegen Portugal.

          Trotz zahlreicher Chancen vor allem in der ersten Hälfte verpassten sie es, ihre Fans im ersten WM-Spiel nach 20 Jahren jubeln zu lassen. Angesichts der starken Konkurrenz in der Gruppe B mit Spanien und Europameister Portugal scheint ein Vorrunden-K.o. bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland nur schwer abzuwenden. „Wenn du mit null Punkten in einen Wettbewerb startest, ist die Situation schwierig. Aber es kann viel passieren“, sagte Renard.

          Dabei setzten die Marokkaner zwei Tage nach der Abstimmungsniederlage bei der Wahl des WM-Ausrichters für 2026 anfangs die sportlichen Akzente. Schon in der zweiten Minute probierte es der Schalker Bundesliga-Profi Amine Harit per Dropkick, schoss aber vorbei. Die Nordafrikaner demonstrierten bei ihrer fünften WM-Teilnahme nach 1970, 1986, 1994 und 1998, dass sie den Vergleich der Außenseiter unbedingt für sich entscheiden wollten. Doch auch bei einer Chaos-Szene im iranischen Strafraum mit mehreren abgeblockten Schusschancen – unter anderem für den früheren Bayern-Profi Medhi Benatia – gelang der Elf von Trainer Hervé Renard kein Tor (19.).

          In einer zwar tor-, aber nicht trostlosen ersten Halbzeit wurden die Zuschauer gut unterhalten und sahen eine abwechslungsreiche Partie. Die Auswahl von Nationalcoach Queiroz wurde nun stärker. Kurz vor der Pause hatten die Iraner dann sogar die Möglichkeit zur Führung. Nach einem Konter scheiterte zunächst Sardar Azmoun am stark reagierenden Marokko-Keeper Munir, der auch den Nachschuss von Alireza Jahanbakhsh mit einem Reflex abwehren konnte (43.).

          Ganz anders das Bild dann zu Beginn der zweiten Hälfte. Beide Mannschaften gingen zweikampfstark, aber nur selten spielerisch-kreativ ihrer Arbeit nach. In den Strafräumen passierte sehr wenig, ehe eine knappe Viertelstunde vor Schluss Bouhaddouz eingewechselt wurde. Erst sorgte er für frischen Offensivschwung – dann unterlief ihm nach einem Freistoß das fatale Eigentor.

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