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0:2 gegen Chile : Spanien dankt ab

Der einst kraftstrotzende Fußball-Riese Spanien, hier repräsentiert durch Verteidiger Sergio Ramos, ist gefallen Bild: REUTERS

Wenige Stunden nach dem spanischen König hat auch der spanische Fußball-Weltmeister abgedankt. Chile steht derweil neben den Niederlanden im Achtelfinale - und irritiert nur durch randalierende Fans.

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          Der Tag, an dem der spanische König seine Krone abgab und seinen Verzicht unterzeichnete, ist für das iberische Fußball-Reich zum Verderben geworden. Die dominierende Mannschaft der vergangenen Jahre im Weltfußball ist bei der Weltmeisterschaft in Brasilien untergegangen. Die 0:2-Niederlage am Mittwoch in Rio de Janeiro gegen Chile besiegelte das schnelle Ende im Turnier.

          Die Treffer für die mutigen und kampfeslustigen Südamerikaner erzielten Eduardo Vargas (20. Minute) und Charles Aranguiz (43.). Mit jeweils zwei Siegen streiten sich jetzt in der Gruppe B die Chilenen und die Niederlande am Montag in Sao Paulo um den ersten Platz im Tableau, beide Teams sind als erste Teams überhaupt bereits fürs Achtelfinale qualifiziert. „Das ist der schönste Augenblick der chilenischen Fußballgeschichte“, sagte Chiles einst bei Bayer Leverkusen in der Bundesliga aktiver Mittelfeldspieler Arturo Vidal. „Ich möchte mich bei den Fans entschuldigen“, sagte derweil Spaniens Torwart und Kapitän Iker Casillas. „Wir haben versucht, es noch einmal möglich zu machen. Uns tut es jetzt am meisten weh. Wir sind sehr unglücklich.“

          Es wird somit auch definitiv einen neuen Weltmeister geben. Der Titelträger von 2010 und Europameister von 2008 sowie 2012 muss nach dem bedeutungslosen Spiel gegen Australien nach Hause reisen. Wie schon 2002 Frankreich und 2010  Italien ist der Titelverteidiger bereits in der Vorrunde ausgeschieden.

          Iker Casillas schließt schon während des Spiels mit dem Turnier ab: Spanien scheitert wie Frankreich 2002 und Italien 2006 als Titelverteidiger schon in der Vorrunde Bilderstrecke

          Was für eine Schmach – eine neue Zeitrechnung hat begonnen. Damit gelingt es nach Italien (1934 und 1938) und Brasilien (1958 und 1962) weiterhin keiner anderen Nation, den WM-Titel zu verteidigen. „Das ist aber nicht das Ende einer Epoche. Es gibt sehr viele sehr gute Spieler in Spanien“, sagte Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque, dessen Zukunft offen sein dürfte. Sein chilenischer Kollege Jorge Sampaoli sprach derweil weise Worte: „Ich denke, der größte Sieg ist immer der nächste.“

          Spanien ohne Xavi ins Schicksalsspiel

          Der unter Erfolgsdruck stehende del Bosque reagierte vor dem Schicksalsspiel mit Veränderungen. Er stellte seine Mannschaft nach der Blamage gegen die Niederlande um. Kleine Modifikationen, keine Revolution. Der für München spielende Javi Martinez kam für Piqué in die Innenverteidigung, auf der linken Außenbahn im Mittelfeld erhielt Pedro Rodriguez seine Chance für den in die Jahre gekommenen Altmeister Xavi. Das sollte gegen die Südamerikaner zum Erfolg führen.

          Aber mit Verve und dazu vorangetrieben von den enthusiastischen, in rot gekleideten Fans im Maracana-Stadion bestürmten die Chilenen gleich zu Beginn das spanische Tor. Sie kamen ihrem Ziel sofort gefährlich nahe. Danach begannen die Spanier, ihren Ballbesitz-Kontroll-Fußball aufzuziehen. Oder besser gesagt, sie versuchten es. Taktische Fouls der Chilenen und eine sattelfeste Defensive verhinderten allerdings das flotte Durchkommen. In der 16. Minute hatte jedoch der Spanier Xabi Alonso die große Chance, als er direkt vor dem chilenischen Torwart Claudio Bravo aber nur dessen Brust traf.

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