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1:0 gegen Kamerun : Schweiz startet dank Embolo erfolgreich in WM

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Schweizer Dreigestirn: Xhaka, Shaqiri und Embolo (v.l.n.r.) bejubeln das 1:0 gegen Kamerun. Bild: EPA

Breel Embolo ist in Kamerun geboren, spielt aber für die Schweiz. Bei der WM schießt er ein entscheidendes Tor gegen sein laut eigener Aussage weiter geliebtes Heimatland. Auf der anderen Seite bleibt Choupo-Moting blass.

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          Siegtor gegen das Heimatland: Mit dem wohl speziellsten Treffer seiner bisherigen Karriere hat der ehemalige Bundesligaprofi Breel Embolo der Schweiz den erhofften Auftaktsieg bei der Fußball-WM beschert. Der frühere Schalker und Gladbacher traf beim 1:0 (0:0) gegen Kamerun am Donnerstag in der 48. Minute und avancierte in einer über weite Strecken zähen Partie somit zum Matchwinner.

          „Es ist ein Traum“, sagte Embolo nach der Partie. „Ich bin extrem stolz für mich und meine Familie. Wir sind froh, dass wir so ins Turnier gestartet sind, Kompliment an meine Mannschaft. Und alles Gute für Kamerun.“

          Embolo wurde in Kameruns Hauptstadt Yaoundé geboren. Der Torjubel des 25-Jährigen vor 39.089 Zuschauern im Al-Dschanub Stadion war daher zurückhaltend und wirkte fast ein wenig entschuldigend. Immerhin bezeichnet er sich selbst als großen Fan seines Geburtslandes, das er einst als Kind mit seiner Mutter verlassen hat. Ein Tor hatte er sich, dem Stürmer-Naturell entsprechend, trotzdem fest vorgenommen. „Für uns ist das schön“, sagte Torwart Yann Sommer nach dem Spiel grinsend, „wir sind sehr froh, dass Breel auf unserer Seite spielt.“

          Für die ambitionierten Schweizer, die im Achtelfinale der EM im vorigen Jahr Weltmeister Frankreich aus dem Turnier geworfen hatten, war es vom Ergebnis her der perfekte Start in die anspruchsvolle Gruppe G. Die Kameruner um den zuletzt formstarken, diesmal aber recht unauffälligen Eric Maxim Choupo-Moting vom FC Bayern München kassierten einen herben Rückschlag. Die weiteren Vorrundengegner der beiden Teams in Qatar sind Rekordweltmeister Brasilien und Serbien.

          Fußball-WM 2022

          Der Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin hatte schon vor dem Anpfiff zuversichtlich erklärt: „Wir treffen hier eine der besten Schweizer Nationalmannschaften an, die es je gegeben hat.“ Immerhin gehören wichtige Profis internationaler Topklubs wie der ehemalige Gladbacher Granit Xhaka vom FC Arsenal und der frühere Dortmunder Manuel Akanji von Manchester City zum Kader. Mehrere Schlüsselspieler, zu denen auch der gerade so rechtzeitig fit gewordene Gladbachs Torwart Yann Sommer sowie der frühere Bayern-Profi Xherdan Shaqiri (Chicago Fire) gehören, sind inzwischen 30 Jahre oder älter. Für manchen ist es womöglich die letzte WM. Sie wollen unbedingt weiter kommen als zuletzt zweimal bis ins Achtelfinale.

          „Druckvollen, dominanten Fußball“ hatte Yakin, der fünf aktuelle Bundesligaprofis und mit einem Durchschnittsalter von 28 Jahren und 238 Tagen die zweitälteste Startelf der Schweizer WM-Historie aufbot, gefordert. Dominant war er auch, druckvoll oft aber nicht. Die Schweizer hatten zwar viel Ballbesitz, aber wenige zündende Ideen. Ein Schuss von Xhaka (12.) aus der zweiten Reihe, der weit über das Tor flog – mehr war offensiv zunächst nicht los. Zudem wirkte die Defensive der Eidgenossen alles andere als sicher.

          Die Kameruner, die mittlerweile von ihrem Rekordnationalspieler Rigobert Song trainiert werden, lauerten auf Konter und kamen durch diese zu mehreren guten Chancen. Doch mal trafen sie die falsche Entscheidung, mal stand noch ein Schweizer im Weg. Exemplarisch war eine Szene in der zehnten Minute: Statt auf den freistehenden Choupo-Moting querzulegen, schloss Bryan Mbeumo aus spitzem Winkel selbst ab. Keeper Sommer, der Gladbach wegen einer Sprunggelenkverletzung zuletzt lange gefehlt hatte, wehrte nach vorne ab – den Nachschuss jagte Karl Toko Ekambi aus aussichtsreicher Position über die Latte.

          Fussball-WM 2022

          Nach der Pause wirkten die Schweizer etwas zielstrebiger – und gingen mit ihrem bis dahin besten Spielzug prompt in Führung. Shaqiri servierte von der rechten Seite flach für Embolo und der vollstreckte aus kurzer Distanz. Augsburgs Ruben Vargas vergab in der 66. Minute eine gute Möglichkeit zum 2:0, als er an Chelsea-Torhüter André Onana scheiterte. Von Kamerun kam nicht mehr viel.

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