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Arjen Robben : „Es tut mir leid für die Brasilianer“

  • Aktualisiert am

Stolzer Dritter: Arjen Robben (links) mit Stefan de Vrij Bild: REUTERS

Durch das 3:0 gegen Brasilien wird Holland WM-Dritter. Im Interview spricht Bayern-Spieler Arjen Robben über Fifa-Kommerz, Louis van Gaal und das Verschwinden der Brasilianer noch vor der Siegerehrung.

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          Auch nach dem 3:0-Sieg gegen Brasilien ist Arjen Robben der Meinung, dass man das Spiel um WM-Platz drei abschaffen solle. Mit einer Mischung aus Stolz und Enttäuschung startet der Bayern-Star in den Urlaub. Solange er „Spaß“ hat, will der 30-Jährige für die Elftal spielen.

          Mit welchem Gefühl fahren Sie von dieser WM nach Hause?

          Ich bin ganz stolz auf meine Mannschaft. Die Enttäuschung ist noch da, weil wir natürlich nah dran waren. Es war drin, das ist das Gefühl, es war drin, das Finale zu spielen. Es war auch mental schwer, zweimal 120 Minuten zu spielen und dann im Elfmeterschießen zu scheitern. Wenn wir das Turnier dann heute so abschließen, da bin ich aber ganz stolz auf meine Jungs.

          Ist der dritte Platz so etwas wie eine Wiedergutmachung nach dem verlorenen Halbfinale?

          Ich bleibe dabei, von mir aus könnten sie es abschaffen, ich denke, es geht der Fifa dabei um kommerzielle Dinge. Es geht aber nur darum, die WM zu gewinnen. Und wenn du verlierst, willst du nur noch nach Hause. Wenn du das Spiel aber absolvieren musst, dann musst du Profi sein. Dann willst du das Spiel gewinnen, es ist ein gutes Ende für uns. Wir sind Dritter der Welt, das hat niemand erwartet. Alle haben gesagt: Die Niederländer fahren nach der Vorrunde nach Hause.

          Louis van Gaal sagte zum Abschied als Bondscoach, dass das Team immer einen Platz in seinem Herzen haben werde...

          Das ist andersherum genauso. Ich glaube, es ist etwas ganz Besonderes so ein ganzes Turnier. Das hat schon vor zwei Jahren angefangen, die Vorbereitung, du bist so lange zusammen, im Hotel, im Trainingslager, überall. Das wächst wirklich, es gibt eine besondere Beziehung zueinander.

          Hoffnung auf einen versöhnlichen Abend: die Selecao vor dem Anpfiff Bilderstrecke

          In welcher Verfassung haben Sie den Gegner Brasilien gesehen - vor allem nach dem 1:7 im Halbfinale?

          Sie sind immer noch ein sehr gutes Team. Man darf nicht vergessen, dass sie gegen Deutschland verloren haben, die eine fantastische Mannschaft haben. Alles was schief laufen konnte, lief schief für sie. Man wünscht keinem Team so etwas, dieses Spiel wird lange in Erinnerung bleiben und es tut weh für alle Brasilianer. Es tut mir leid für sie.

          Wie bewerten Sie es, dass die Brasilianer nicht zur Siegerehrung geblieben sind?

          Ich weiß nicht, ich habe es nicht realisiert. Ich kann verstehen, dass sie sehr enttäuscht waren. Wir sollten keine so große Sache daraus machen.

          Wie haben Sie das Turnier in Brasilien insgesamt erlebt?

          Ich möchte allen Menschen in Brasilien danken, es war eine große Ehre hier zu sein. Es war eine einmalige Erfahrung, besonders wegen der Unterstützung, die wir erfahren haben. Das heutige Match war der beste Weg dieses Turnier zu beenden, wir haben den dritten Platz voll verdient. Es war eine große Leistung. Es war mental ein schwieriges Spiel für Brasilien. Ich wünsche ihnen das Beste für die Zukunft.

          Wie sehen Sie die Zukunft ihres eigenen Teams, werden Sie in vier Jahren gemeinsam mit Wesley Sneijder und Robin van Persie einen vierten Anlauf zum WM-Titel unternehmen?

          Ich weiß nicht, es sind vier Jahre hin, wir müssen abwarten. Ich kann nur für mich selber sprechen: Solange ich Spaß habe, will ich weitermachen für das Nationalteam. Aber vier Jahre sind eine lange Zeit. Wir fangen eine neue Periode mit einem neuen Bundestrainer vor der EM an, das wird die nächste Herausforderung. Es ist momentan noch nicht der Moment darüber zu reden - jetzt ist erstmal Urlaub.

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