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3:2 gegen Ghana : Ein Geschenk für Cristiano Ronaldo

  • -Aktualisiert am

Portugals Torschützen unter sich: Cristiano Ronaldo (l.) und João Félix (Mitte) Bild: Reuters

Als erster Spieler trifft Cristiano Ronaldo bei fünf Weltmeisterschaften – mit einem umstrittenem Strafstoß. Doch trotz Ronaldos Tor müssen die Portugiesen gegen Ghana bis zum Schlusspfiff bangen.

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          Der Hype, der um Cristiano Ronaldo mittlerweile veranstaltet wird, ist nicht nur dann verrückt, wenn der Superstar Schlagzeilen produziert, weil er bei seinem Verein rausgeworfen wird wie in dieser Woche bei Manchester United oder wenn er mal wieder einen Rekord aufstellt. Während seines ersten Auftrittes bei dieser Weltmeisterschaft, einem 3:2 (0:0)-Sieg von Portugal gegen Ghana, reichte bereits ein Ballkontakt, um Tausende Menschen verzückt aufkreischen zu lassen. „Ich habe meinen Job gekündigt, um den letzten Tanz des Größten aller Zeiten zu sehen“, stand auf einem Schild, das auch ein Bild des mittlerweile 37 Jahre alten Torjägers zeigte. Die Fußballfans betreiben einen bizarren Personenkult um diesen Mann, und tatsächlich vollbrachte Ronaldo wieder einmal Historisches.

          Fußball-WM 2022

          Nach seinem Elfmetertor zum 1:0 (65.) ist Ronaldo der erste Mensch, der bei fünf Weltmeisterschaften mindestens ein Tor geschossen hat. „Das war ein wunderschöner Moment. Meine fünfte WM, wir haben gewonnen. Das war sehr wichtig. Der Weltrekord ist etwas, was mich sehr stolz macht“, sagte der seit kurzer Zeit vereinslose Angreifer nach dem Spiel.

          Wobei es sich um einen eher zweifelhaften Treffer handelte, denn dem Strafstoß war ein Zweikampf zwischen dem Ronaldo selbst und Mohamed Salisu vorausgegangen, der nur mit sehr, sehr viel Wohlwollen der Schiedsrichter gegenüber den Portugiesen als Foul betrachtet werden kann. Entsprechend sauer zeigte sich Ghanas Trainer Otto Addo nach Abpfiff: „Herzlichen Glückwunsch, das war aber natürlich ein schönes Geschenk der Schiedsrichter“, sagte Addo sarkastisch. „Dass man sich nicht mal diese Szene anguckt, ist Wahnsinn“, schimpfte der frühere Bundesligaspieler. Portugals Trainer Fernando Santos sah das dagegen etwas anders: „Wenn der Videoschiedsrichter der Ansicht war, da wäre etwas falsch gewesen, dann hätte er eingegriffen.“

          Dafür hat der Weltverband FIFA jetzt die erste Superheldengeschichte des Turniers. Als hätte er geahnt, dass er derart großzügig beschenkt werden würde, hatte er vor der Partie erklärt: „Ich bin happy, das ist meine fünfte WM, die Tore werden selbstverständlich kommen.“

          In der Schlussphase wird es nochmal wild

          Zuvor war – abgesehen von einzelnen Ronaldo-Momenten – nicht viel passiert: ein Abschluss, den Ghanas Torhüter Lawrance Ati Zigi (10.) hielt, einen gefährlichen Kopfball (13.) und ein Treffer, der wegen eines Fouls während der Entstehung nicht zählte (31.). Das war ein großer Erfolg für die Ghanaer, die mit einer Mannschaft voller Spieler bei diesem Turnier antreten, die verglichen mit den vielen portugiesischen Profis aus den besten Klubs der Welt, kaum bekannt sind.

          Aber sie hatten einen Auftrag: Ghana stieg als letzter der fünf Teilnehmer aus Afrika ins Turnier ein und sollte endlich das erste Tor für den Kontinent schießen, nachdem Tunesien, Senegal, Marokko und Kamerun in ihren Partien kein einziges Tor gelungen war. Und tatsächlich konnte Addo, der nach seinem Job als ghanaischer WM-Coach wieder in seine Position als Toptalente-Trainer bei Borussia Dortmund zurückkehren wird, dieses Tor bejubeln. Zunächst war seine Mannschaft abgesehen von zwei Fernschüssen von Mohammad Kudus (55., 72.) ziemlich ungefährlich. Aber in der 73. Minute gelang den „Black Stars“ ein Durchbruch über die linke Angriffsseite, den Querpass von Kudus schob André Ayew zum 1:1 ins Tor.

          Nun nahm das Spiel Fahrt auf, in dessen Verlauf lange Zeit nicht viel passiert war vor den Toren. Das Konzept der Portugiesen schien mehr als eine Stunde lang viel zu sehr auf Ronaldo zugeschnitten zu sein, und die Ghanaer tauchten kaum einmal in der Spielhälfte des Europameisters von 2016 auf.

          Erst nachdem der erste Treffer gefallen war, war eine Menge los, auch weil Ghana ein wenig die zuvor sehr gute Ordnung verloren hatte. Plötzlich hatte zunächst João Félix viel Platz und traf nach einem exzellenten Pass von Bruno Fernandes zum 2:1 (78.), bevor Rafael Leão das Spiel abermals nach einem Zuspiel von Fernandes zum 3:1 traf (80.). Aber die Ghanaer wehrten sich nun volle Leidenschaft. Osman Bukari erzielte tatsächlich noch das 3:2 (89.) und es gab neun Minuten Nachspielzeit, die hoch spannend waren, vor allem, als Inaki Williams kurz vor dem Abpfiff noch die große Chance zum Ausgleich vom portugiesischen Schlussmann Diogo Costa aufgelegt bekam.

          Ronaldo war in der 88. Minute unter dem Jubel des Publikums ausgewechselt worden und musste auf der Bank den Schlusspfiff herbeisehnen. Am Ende konnte er jedoch jubeln. Über einen neuen unglaublichen Weltrekord und einen schönen Sieg seines Teams zum Auftakt des Turniers.

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