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Politische Machtspiele bei WM : Ein Turnier der Missverständnisse

Das Schäfchen im Trockenen: Wladimir Putin (links) und Emmanuel Macron bei der Siegerehrung nach dem WM-Finale. Bild: dpa

Frankreich ist in Feierlaune, Infantino freut sich über die „beste Weltmeisterschaft, die es je gab“ und Putin kümmert sich um die Außenwirkung der Russen. Die Würdelosigkeiten finden im Hintergrund statt.

          Dass Wladimir Putin der Schirmherr der WM war, hat die halbe Welt sehen können während der Siegerehrung am Sonntag. Da sah es so aus, als ließe der Kreml-Herr die Staatspräsidentin Kroatiens und den Staatspräsidenten Frankreichs, also Europa, im strömenden Regen stehen, während kein Tropfen sein schütteres Haupt traf.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Wenig später aber spannte sich eine ganze Schirm-Auswahl über den Honoratioren. Und der pitschnasse Präsident der Fifa, Infantino, schwärmte wieder von der besten WM in der Geschichte des Fußballs. An die meisten Spiele kann der Weltfußball-Chef nicht gedacht haben. Und so ist diese WM, nicht nur aus deutscher Sicht, auch ein Turnier der Missverständnisse gewesen.

          Betrogen, düpiert, blamiert

          Putin ist überzeugt, dass sich das Bild der Ausländer von den Russen angesichts der ausgelassenen, friedlichen Atmosphäre geändert hat. Dass er selbst deshalb nicht besser wegkommt in der westlichen Welt, war nicht sein Ziel. Sonst hätte es der Staatspräsident des Sudan nicht so leicht gehabt, den Weg zum Finale zu finden, anstatt sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu verantworten: Ihm wird Völkermord vorgeworfen.

          Bilderstrecke

          Allerdings zählt der Haftbefehl in Russland nicht. So wie die Vorwürfe wie der von Michail Chodorkowskij in der F.A.Z., im Kreml sitze eine kriminelle Organisation, nicht nur an Putin abzuprallen scheinen. An die Haltung der Fifa, allein auf den Gewinn eines Geschäfts zu schauen, hat man sich über die Jahre gewöhnt.

          Die Würdelosigkeit des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ist noch etwas frischer. Am Sonntag ließ es sich IOC-Chef Bach nicht nehmen, in Putins Loge Platz zu nehmen. Just neben dem Mann, dessen Minister und Geheimdienst während der Olympischen Winterspiele 2014 mit einem Doping-System die gesamte Olympische Bewegung betrogen, düpierten und blamierten.

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