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Ausverkauft in zwei Minuten : Der unglaubliche Hype um Nigerias WM-Trikot

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Egal wie Nigeria bei der WM spielen wird: Auffällig sind die Trikots so oder so. Bild: AFP

Nigeria ist nicht WM-Favorit. Dennoch wird das Team im Mittelpunkt stehen. Denn das kuriose Trikot sorgt schon jetzt für unfassbare Verkaufszahlen. Aber kommt einem das Design nicht irgendwie bekannt vor?

          Mit Argentinien, Kroatien und Island hat Nigeria eine ziemlich schwere Vorrundengruppe bei der Fußball-WM erwischt. Ob es in Russland mehr als diese drei Spiele werden, ist damit einigermaßen unsicher. Klar ist aber schon vor dem Turnier, dass die Mannschaft besonders auffallen wird – durch ihre Trikots. Das verrückte Zacken-Muster in leuchtendem Grün mit Weiß und Schwarz ist ein Hingucker und ein Verkaufsschlager. Am vergangenen Donnerstag wurde es um 9.00 Uhr erstmals angeboten. Kaum zwei Minuten später war es im Online-Store von Hersteller Nike bereits ausverkauft. Gleiches gilt für die Trainingsanzüge.

          Schon nach der Vorstellung um Mai war der unglaubliche Hype ausgebrochen. Nach Angaben des nigerianischen Verbandes gab es inzwischen rund drei Millionen Bestellungen. Da es rund 85 Euro kostet, beträgt der Umsatz schon jetzt etwa 255 Millionen Euro. Zum Vergleich: Das deutsche Trikot der WM 2014 von Adidas wurde inklusive der Versionen mit dem vierten Stern insgesamt rund 3,1 Millionen Mal verkauft. Diese Marke dürften Nigeria und Nike knacken, zumal die WM 2018 noch gar nicht begonnen hat.

          Das kuriose Design der Shirts der „Super Eagles“ ist nicht ganz neu, sondern eine Retro-Version. Bei der ersten WM-Teilnahme des Landes 1994 gab es ein ähnliches Muster. Nun nimmt Nigeria bereits zum sechsten Mal an einer Endrunde teil und will an die Anfänge erinnern. Damals überstanden die Westafrikaner sogar die Vorrunde und scheiterten beim Turnier in den Vereinigten Staaten erst an Italien unglücklich in der Verlängerung im Achtelfinale.

          Sportlich läuft es dagegen noch nicht so gut für Nigeria. In einem Testspiel gewann die englische Fußball-Nationalmannschaft 16 Tage vor ihrem ersten WM-Spiel dank einer starken ersten Halbzeit verdient. Das Team von Trainer Gareth Southgate setzte sich zuhause im Londoner Wembley-Stadion mit 2:1 (2:0) gegen Nigeria mit dem deutschen Coach Gernot Rohr durch. Gary Cahill (7. Minute) und Harry Kane (39.) erzielten die Tore für die Three Lions. Alex Iwobi (47.) vom Londoner Fußballklub FC Arsenal traf für die Super Eagles, bei denen auch Leon Balogun in der Startelf stand. Der frühere Mainzer steht auch im endgültigen WM-Kader. Balogun wird ab der kommenden Saison für den englischen Erstligaverein Brighton & Hove Albion spielen.

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          Angeführt wird das Aufgebot Nigerias von Kapitän und Mittelfeldspieler John Obi Mikel. Der heute 31-Jährige spielte elf Jahre für den FC Chelsea, ehe er im vergangenen Sommer zu Tianjin Teda nach China wechselte. Die „Super Eagles“ bereiten sich bis zum 11. Juni im österreichischen Bad Tatzmannsdorf auf die Endrunde vor und bestreiten am Mittwoch in Schwechat noch einen letzten Härtetest gegen Tschechien. „Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns, um für die WM bereit zu sein“, sagte Rohr am Samstag.

          England war in der ersten Hälfte der Partie deutlich überlegen, ließ aber zahlreiche Torchancen ungenutzt. Nach der Halbzeit-Pause wurde Nigeria stärker, war jedoch letztlich zu ungefährlich. Im Tor vertraute Southgate zunächst auf Jordan Pickford vom FC Everton – eine endgültige Entscheidung für die WM sei das aber noch nicht, betonte der Trainer. England bestreitet am 18. Juni in der Gruppe G sein erstes WM-Spiel gegen Tunesien. Anschließend bekommen es die Three Lions mit Belgien und Panama zu tun. Nigeria startet schon am 16. Juni gegen Kroatien ins Turnier. Dann werden alle wieder auf die Trikots blicken.

          Bei der WM 1994 liefen die Nigerianer in ähnlichen Trikots auf.

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