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War es das im Nationalteam Argentinien? Lionel Messi lässt seine Zukunft offen. Bild: EPA

WM-Aus für Argentinien : Das große Rätsel Lionel Messi

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Die Argentinier werden im Achtelfinale von den flinken Franzosen überrollt. Es ist ein weiterer Tiefpunkt in der WM-Karriere des Lionel Messi. Die Bilder nach dem Spiel sagen mehr als alle Worte.

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          Auch am Morgen nach dem Aus für Argentinien bei der Fußball-WM in Russland herrschte Ungewissheit über die Zukunft von Superstar Lionel Messi in der Nationalmannschaft. Der 31 Jahre alte Kapitän der Albiceleste äußerte sich vorerst weiter nicht. Ob Messi oder andere aus der Delegation des gescheiterten Vizeweltmeisters von 2014 vor dem geplanten Abflug am Sonntag reden würden, blieb ebenfalls offen. Argentinien war am Samstag durch ein 3:4 im Achtelfinale in Kasan gegen Frankreich ausgeschieden. Messi scheiterte damit auch bei seinem vierten Versuch, den WM-Titel zu holen. Er hatte das Stadion am Samstagabend wortlos und mit versteinerter Miene verlassen. Bei der WM in vier Jahren in Qatar, die im Winter ausgetragen wird, wäre Messi 35 Jahre alt.

          Fussball-WM 2018

          Nach turbulenten Tagen im malerisch gelegenen WM-Camp in Bronnizy herrschte dort am Sonntag völlige Tristesse: Der Himmel war tiefgrau, es regnete teilweise in Strömen. Es passte ins Stimmungsbild einer maßlos enttäuschten, aber auch maßlos enttäuschenden argentinischen Mannschaft, die nun vor einer Zäsur steht. Javier Mascherano und Lucas Biglia erklärten nach dem WM-Aus bereits den Rücktritt. Trainer Jorge Sampaoli scheint trotz eines Vertrags mit Gültigkeit bis zur WM in Qatar nur schwer zu halten. Ob Messi weitermacht, ist jedoch die größte Frage. Er war vor zwei Jahren nach dem dritten verlorenen Finale in drei Jahren (WM und zweimal Copa América) zurückgetreten, hatte diese Entscheidung nach wenigen Wochen aber wieder rückgängig gemacht, um Argentinien zur WM nach Russland zu führen.

          Messi verließ die WM-Bühne, auf der kurz zuvor ein anderer seinen großen Auftritt gefeiert hatte: Mbappé warf Argentinien mit zwei Toren (64./68. Minute) und einer überragenden Leistung fast im Alleingang aus dem Turnier. Antoine Griezman per Elfmeter nach Foul an Mbappé (13.) und der Stuttgarter Benjamin Pavard (57.) hatten zuvor für die Équipe tricolore im wohl bislang besten Spiel dieser WM getroffen. Ángel di María (41.), Gabriel Mercado (48.) und Sergio Agüero (90.+3) erzielten die Tore für die Südamerikaner, für die es nicht reichte.

          Zum vierten Mal unternahm Ausnahmekönner Lionel Messi mit Argentinien einen Anlauf auf den ersehnten WM-Titel, zum vierten Mal reichte es nicht. Und dieses Mal war im Achtelfinale und damit so früh wie noch nie Schluss. „Es war ein schwieriges Spiel, die Spieler haben alles gegeben“, urteilte Nationaltrainer Jorge Sampaoli, der seine eigene Zukunft offen ließ. Auf den Tag genau vor zwölf Jahren war Messi im Viertelfinale gegen Deutschland erstmals bei einer WM ausgeschieden. Alle Fragen zu seiner Zukunft ließ der 31-Jährige zunächst unbeantwortet. Ob Messi seine Karriere im Nationaltrikot fortsetzt – darüber rätselt nun die ganze Nation.

          Kylian Mbappé bricht bei dieser WM Rekorde: Er ist der jüngste Torschütze in Frankreichs WM-Geschichte und nun auch noch nach Brasiliens Pelé der zweitjüngste Doppeltorschütze bei einer WM. „Das ist toll, bei so einem großen Tor doppelt zu treffen“, sagte der Offensivspieler von Paris Saint-Germain, der auch noch den Elfmeter zum 1:0 herausgeholt hatte. „Er ist erst 19 Jahre alt, er wird sich noch weiterentwickeln“, schwärmte Frankreichs Trainer Didier Deschamps. „Ich bin sehr glücklich mit seinen Auftritten hier.“

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