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Kroatiens Präsidentin : „Sie hat jedes Maß verloren“

  • Aktualisiert am

Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic (links) tröstet Luka Modric auf ihre Art und Weise. Bild: AFP

Die kroatische Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic zeigte sich beim WM-Endspiel emotional. Das gefällt nicht jedem. Nun spricht sie über ihr umstrittenes Auftreten.

          Am emotionalen Auftreten der kroatischen Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic während der Fußball-WM scheiden sich weiter die Geister. „Ich wollte mich nicht zurückhalten“, begründete die Präsidentin bei RTL-TV ihr umstrittenes Auftreten nach dem 2:4 im Finale gegen Frankreich: „Ich wollte Mensch sein und zeigen, wie sehr wir unsere Heimat und unsere Mannschaft lieben, wie stolz wir sind.“ Und: „Die Schuhe waren so voll mit Wasser, dass ich fast nicht laufen konnte. Aber den Regen habe ich gar nicht bemerkt, weil mich die Begeisterung fortgetragen hat.“

          Das Staatsoberhaupt hatte am Sonntag in Moskau zum Teil völlig durchnässt Spitzenpolitiker und Spieler umarmt und getätschelt und sogar den WM-Pokal geküsst. Während zahlreiche Zeitungen die Spitzenpolitikerin für ihre Auftritte loben, schrieb der Zeitungskolumnist Tomislav Klauski: „Sie hat jedes Maß verloren. Bei ihr haben die Bremsen versagt. Sie hat ein Spektakel veranstaltet, wo immer sie auftrat.“ Die größte kroatische Boulevardzeitung „24sata“ zitierte am Dienstag heimische Kommunikationsexperten: „Sie hat vergessen, ihre Würde zu bewahren“. „Gut, dass (nach dem WM-Finale) Regen einsetzte, sonst hätte sie auch noch die Balljungen geküsst“, merkte ein Kommentator des nationalen Fernsehens an.

          Noch viel negativer berichteten die Zeitungen im Nachbarland Serbien, das traditionell durch Krieg und Geschichte ein gespanntes Verhältnis zu Kroatien hat. „Unwiderstehlich oder beschwipst“?, fragte die prominente Zeitung „Blic“. „Die betrunkene Kolinda war ein größerer Stern als die ’Karierten’ (die Nationalmannschaft)“, schrieb die Boulevardzeitung „Informer“. Im weit verbreiteten Blatt „Kurir“ lautete die Überschrift knapp: „Alkoholinda“.

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