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Jérôme Boateng im Gespräch : „Ich war sehr stolz auf meinen Bruder“

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Grundsätzlich ist es ja so, dass mir der Wechsel in den Medien und bei den Fans zwischen „super gespielt“ und „gescheitert“ viel zu schnell geht. Bei mir kommt dazu, wenn ich mal ein schlechtes Spiel gemacht habe, dass dazu die Dinge aus der Vergangenheit wieder hervorgeholt werden. Aber daran habe ich mich gewöhnt. Ich habe damit kein Problem mehr. Aber ich muss auch sagen: Ich war eigentlich überrascht, wie positiv Kevin in Deutschland wieder aufgenommen worden ist. Es ist auch schön zu sehen, dass man sein Bild in der Öffentlichkeit doch verändern kann. Er hat aber auch einiges dazu beigetragen, dass ihn die Fans und Medien heute positiver sehen.

In der Vergangenheit haben Sie noch darauf reagiert.

Wenn ich danach gefragt werde, antworte ich ehrlich. Und ich werde ja von den Medien öfter gefragt, ob an mir schneller Kritik geübt wird. Das fällt ja offenbar nicht nur mir auf.

Sie haben früher immer wieder gesagt, dass Sie vor Duellen mit Kevin immer besonders nervös waren. Wir vermuten mal: Das hat sich gelegt.

Ja, schon länger. Bei der WM in Südafrika war ich sehr nervös, das kann ich nicht anders sagen. Ich bin aber auch generell der Typ, der vor ganz wichtigen Spielen – WM, EM oder Endspielen in der Champions League und Pokal – eher ein bisschen nervös ist. Aber nur, bis es losgeht. Dann gar nicht mehr.

Vor vier Jahren ist Ghana trotz einer Niederlage gegen Deutschland eine Runde weiter gekommen. Heute kann für Ghana und Ihren Bruder schon im zweiten Spiel das Aus kommen – wie verändert diese Lage das Duell?

Ich erwarte ein sehr schwieriges Spiel weil Ghana unbedingt gewinnen muss – und wir unbedingt gewinnen wollen, damit wir sicher weiterkommen. Ghana hat in der Offensive viele Qualitäten. Vom Spiel gegen die USA habe ich leider nicht so viel gesehen, weil wir auf der Rückreise waren. Aber in der zweiten Halbzeit haben sie die Amerikaner hinten reingedrückt und hatten drei, vier gute Chancen. Da müssen wir sehr aufpassen. Ein Vorteil dürfte aber sein, dass Ghana kommen muss. Ich glaube nicht, dass sie von Beginn an auf uns losrennen werden, aber sie können eben auch nicht die ganze Zeit mit acht, neun Mann hinten drinstehen.

Wann haben Sie sich damit abgefunden, dass der Bundestrainer Sie vom Innenverteidigerposten auf die rechte Seite delegiert hat?

Als er es mir gesagt hat. Davon war schon in der Vorbereitung die Rede, aber da war es noch nicht ganz sicher. Dann war aber bald klar, dass ich gegen Portugal und Ronaldo rechts anfangen würde. Seitdem habe ich mich auf diese Rolle vorbereitet und auch damit, dass ich vielleicht das ganze Turnier auf der rechten Seite spielen werde.

Was haben Sie gedacht, als der Bundestrainer plötzlich mit der Idee von vier Innenverteidigern in der Viererkette kam?

Erst mal habe ich mich schon gefragt, wie das wohl so klappt. Wir trainieren das jetzt seit zwei, drei Wochen. In den letzten Tagen vor dem Spiel sind wir darauf noch mal detaillierter eingegangen, wie wir verschieben. Am Ende war es gut, und alle haben sich auf ihren Positionen wohl gefühlt.

Wie wird sich Ihre Rolle ändern, wenn Sie gerade mal nicht direkt gegen den besten Stürmer der Welt spielen?

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