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WM-Qualifikation : Kaum noch Hoffnung für die Niederlande

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Die Niederlande geben die WM-Teilnahme fast schon aus der Hand. Bild: ZENKOVI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Das Team um Arjen Robben braucht nun einen extrem hohen Sieg, um noch eine Chance auf die WM-Playoffs zu haben. Besser sieht es für Frankreich aus. Jubeln darf ein deutscher Trainer in Afrika.

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          Der deutsche Coach Gernot Rohr fährt mit Nigeria zur Fußball-WM, auch Michael Skibbe darf auf ein Ticket für Russland hoffen - für die Niederlande besteht dagegen kaum mehr Hoffnung. Trotz des 3:1 (1:0) in Weißrussland müsste Oranje im letzten Gruppenspiel gegen Schweden einen Sieg mit sieben Toren Differenz erzielen, um überhaupt noch in die Playoffs zu kommen. Vor dem abschließenden Spieltag liegt Oranje vier Punkte hinter Spitzenreiter Frankreich, der in Bulgarien 1:0 (1:0) gewann. Der Tabellenzweite Schweden, der beim 8:0 (3:0) gegen Luxemburg den höchsten Länderspiel-Sieg seit 1954 feierte, ist drei Punkte voraus.

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          Für Rohr und Nigeria hat das Rechnen indes ein Ende. Die „Super Eagles“ siegten am Samstag 1:0 (0:0) gegen Sambia und entschieden damit die Qualifikationsgruppe B in Afrika vorzeitig für sich. Für Nigeria ist es die sechste WM-Teilnahme der Verbandsgeschichte. Alex Iwobi vom FC Arsenal erzielte in der 73. Minute den entscheidenden Treffer für die Nigerianer, die mit 13 Punkte klar vor Sambia liegen.

          Auf Rohrs deutschen Kollegen Skibbe wartet dagegen mit den Griechen noch einiges an Arbeit. Der Europameister von 2004 siegte aber immerhin auf Zypern 2:1 (2:1) und schob sich damit in Gruppe H auf den zweiten Platz. Die Griechen profitierten dabei vom 3:4 (2:1) Bosniens gegen die bereits als Gruppensieger feststehenden Belgier. Griechenland kann am Dienstag mit einem Sieg gegen den krassen Außenseiter Gibraltar die Playoffs erreichen. Dann ginge es für die Skibbe-Elf im November in zwei Ausscheidungsspielen um die WM-Teilnahme.

          Spannend bleibt es in Gruppe B. Dabei bewahrte Weltfußballer Cristiano Ronaldo seine Portugiesen vor einer Blamage und bescherte dem Europameister ein Endspiel um den Gruppensieg gegen die Schweiz. Der Superstar von Real Madrid erzielte das so wichtige Führungstor zum dürftigen 2:0 (0:0) beim krassen Außenseiter Andorra. André Silva machte schließlich alles klar (86.) Portugal liegt weiter drei Zähler hinter Tabellenführer Schweiz, der beim 5:2 (3:0) seinen neunten Sieg im neunten Spiel holte.

          Portugal wäre allerdings mit einem Sieg im Heimspiel am Dienstag für die WM qualifiziert, weil das Ronaldo-Team die bessere Tordifferenz aufweist. Das Hinspiel hatte die Schweiz 2:0 gewonnen. Gegen die von Bernd Storck trainierten Ungarn hatten die Eidgenossen keine Probleme, unter anderem traf der Hoffenheimer Steven Zuber zweimal.

          Davy Proepper hatte die Niederlande zunächst in Führung gebracht (24. Minute), nach dem Ausgleich von Maksim Wolodko (55.) trafen Bayern-Star Arjen Robben per Foulelfmeter (84.) und Memphis Depay in der Nachspielzeit. Durch den hohen Sieg Schwedens waren die Chancen der Niederländer ohnehin schon stark gesunken.

          Den Franzosen blieb ein ähnliches Trauma gegen Bulgarien wie vor der verpassten WM 1994 erspart. Blaise Matuidi sorgte bereits in der dritten Minute für den so wichtigen Siegtreffer der Equipe Tricolore, die sich zuletzt noch beim 0:0 gegen Luxemburg blamiert hatte. Am Samstag war Luxemburg aber ohne Chance. Angeführt von Vierfach-Torschütze Marcus Berg schossen die Schweden den Außenseiter mit 8:0 ab. Einen höheren Sieg hatten die Tre Kronor letztmals am 15. August 1954 beim 10:1 gegen Finnland in Helsinki erzielt.

          In Mittelamerika buchte Costa Rica mit einem Unentschieden das WM-Ticket. Mit 1:1 (0:0) trennte sich die Mannschaft am Samstag (Ortszeit) im Spiel gegen Honduras. Nach einer torlosen ersten Halbzeit sorgte Honduras Stürmer Eddie Hernández in der 67. Spielminute für die Führung der Gäste. Erst in der Nachspielzeit konnte Verteidiger Kendall Watson (90.) die Gastgeber mit seinem Ausgleichstreffer erlösen. Das Unentschieden reichte den Mittelamerikanern, um sich sicher für die WM-Endrunde in Russland im nächsten Jahr zu qualifizieren.

          Costa Rica liegt mit vier Punkten Vorsprung vor dem abschließenden Gruppenspiel uneinholbar auf dem zweiten Tabellenplatz der Qualifikationsgruppe des Kontinentalverbandes Concacaf. Nur die drei besten Mannschaften der Gruppe qualifizieren sich automatisch für die WM-Endrunde. Das viertplatzierte Team muss in zwei Playoffspiele gegen den Fünftplatzierten aus Asien. Honduras befindet sich mit zehn Punkten auf Platz fünf. Panama liegt ebenfalls mit zehn Punkten, jedoch einem besseren Torverhältnis, auf dem vierten Rang. Die Vereinigten Staaten sind mit zwölf Punkten Dritter. Honduras trifft im abschließenden Gruppenspiel auf Tabellenführer Mexiko. Für Honduras ist somit noch alles möglich.

          Das Team Frankreichs bejubelt bei den WM-Qualifikationen am Samstag sein erstes Tor gegen Bulgarien.

          Die Teilnehmer der Fußball-WM 2018 in Russland

          Von den 32 Mannschaften, die an der Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland teilnehmen, stehen bereits 14 fest. Eine Übersicht:

          Afrika (5 feste WM-Plätze): Nigeria
          Asien (4/0,5): Iran, Japan, Südkorea, Saudi-Arabien
          Europa (14): Belgien, Deutschland, England, Spanien, Russland (Gastgeber)
          Nord-, Mittelamerika, Karibik (3/0,5): Mexiko, Costa Rica
          Südamerika (4/0,5): Brasilien
          Ozeanien (0,5): -

          Anmerkung: Zusätzlich zu den festen Startplätzen werden in vier Kontinentalverbänden Play-off-Plätze (0,5) ausgespielt. In den Play-offs trifft der Vertreter Asiens (Syrien oder Australien) auf den Vertreter aus Nord-/Mittelamerika/Karibik, der Vertreter aus Südamerika auf den Vertreter aus Ozeanien (Neuseeland oder Solomon Inseln). (sid)

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