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Länderspiel in Spanien : Laute Pfiffe und wüste Beleidigungen für Piqué

  • Aktualisiert am

Spießrutenlauf in Alicante: Spaniens Nationalspieler Gerard Piqué. Bild: dpa

Spanien qualifiziert sich für die Fußball-WM 2018. Doch das interessiert kaum jemanden. Mit Gerard Piqué wird ein Spieler von den eigenen Fans massiv attackiert.

          2 Min.

          Sein 92. Länderspiel wird Gerard Piqué wohl nie vergessen. Nicht wegen des spanischen 3:0 (3:0)-Erfolgs gegen Albanien, nicht wegen der Qualifikation für die Fußball-WM in Russland. Sondern weil der Verteidiger des FC Barcelona von den 28.500 Zuschauern lautstark ausgepfiffen und beschimpft wurde. Bei einem Heimspiel. In Alicante.

          „Mir scheint, dass Piqué ein Typ mit großen Eiern ist“, hatte Albaniens Nationaltrainer Christian Panucci, ehemaliger Profi von Real Madrid, schon vor der Partie gesagt: „Er genießt meinen allergrößten Respekt.“ Der gebürtige Katalane Piqué hatte das Unabhängigkeitsreferendum seiner Heimatregion unterstützt und so den Zorn der spanischen Fans auf sich gezogen.

          Dieser entlud sich nun geballt im Stadion Estadio Jose Rico Perez von Alicante. Schon beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung gab es ein gellendes Pfeifkonzert bei Piques Vorstellung, später wurde der 30-Jährige bei jedem Ballkontakt ausgebuht. Einen Vorgeschmack hatte er bereits beim öffentlichen Training am Montag bekommen, als Tausende Fans der „Furia Roja“ ihn verbal massiv attackierten. „Pique cabron, Espana es tu nacion“, skandierten die Anhänger. „Pique, du Scheißkerl, deine Nation ist Spanien.“

          Dabei hatte der Held der katalonischen Unabhängigkeitskämpfer einen Rücktritt aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen und zusammen mit seinem Abwehrkollegen Sergio Ramos, Real-Profi und ein Symbol des Zentralstaates Spanien, vor Anpfiff ein Zeichen setzen wollen – die beiden hatten sich innig umarmt. „Wir haben eine sehr gute Beziehung, auch wenn wir bei gewissen Dingen unterschiedliche Ansichten haben“, hatte Ramos zuvor gesagt.

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          Spaniens Nationaltrainer Julen Lopetegui kritisierte die Fans eher indirekt. „Es ist Zeit, sich im Fußball und in unserem Land auf die positiven Nachrichten zu konzentrieren. Da haben wir einige gute Dinge“, sagte der Baske: „Ich denke, der Sport und das Verhalten meiner Jungs in dieser Woche haben gezeigt, was wir sind und was wir als Team erreichen können.“ Lopeteguis Worte klangen als Aufruf zur Einheit.

          Die Stimmung wurde durch die Treffer von Rodrigo (18.), Isco (24.), Bayern-Star Thiago (26.) rasch besser, wenngleich sie noch immer sehr nationalistisch blieb. Mit der sicheren Tabellenführung in der Gruppe G und dem Ticket für Russland sangen die Fans wiederholt „Que Viva Espana“ von Manolo Escobar. Selten wurde die spanische Flagge Rojigualda so zahlreich geschwenkt. Immerhin: Sportlich läuft es für den Weltmeister von 2010 glänzend.

          Die Italiener auf Platz zwei hingegen sind nach einem enttäuschenden 1:1 (1:0) gegen Mazedonien noch immer nicht sicher in den Play-offs. „Die Azzurri versinken im totalen Chaos“, titelte die Gazzetta dello Sport. „Das ist die negativste Phase, seitdem ich dieses Traineramt übernommen haben“, sagte Nationalcoach Gian Piero Ventura, der seit Juli 2016 die Azzurri trainiert. Am Montag (20.45 Uhr) spielt Italien sein Finale in Albanien.

          Die Teilnehmer der Fußball-WM 2018 in Russland

          Von den 32 Mannschaften, die an der Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland teilnehmen, stehen nach den Qualifikationsspielen am Freitag elf fest. Eine Übersicht:

          Afrika (5 feste WM-Plätze): -
          Asien (4/0,5): Iran, Japan, Südkorea, Saudi-Arabien
          Europa (14): Belgien, Deutschland, England, Spanien, Russland (Gastgeber)
          Nord-, Mittelamerika, Karibik (3/0,5): Mexiko
          Südamerika (4/0,5): Brasilien
          Ozeanien (0,5): -

          Anmerkung: Zusätzlich zu den festen Startplätzen werden in vier Kontinantalverbänden Play-off-Plätze (0,5) ausgespielt. In den Play-offs trifft der Vertreter Asiens (Syrien oder Australien) auf den Vertreter aus Nord-/Mittelamerika/Karibik, der Vertreter aus Südamerika auf den Vertreter aus Ozeanien (Neuseeland oder Solomon Inseln). (sid)

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