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Fußball-WM : Zuschauer im Stadion ziemlich reich und ziemlich weiß

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Fast jeder Brasilianer wäre wohl gern mal im Stadion dabei. Aber längst nicht alle können es sich leisten. Bild: AP

Gutverdienend und hellhäutig: Es ist kein Querschnitt von Brasiliens Bevölkerung, der den Weg in die Stadien findet. Für viele Einheimische ist der Eintritt zu teuer.

          Die brasilianischen Fans, die zu den Begegnungen der Fußball-WM in die Stadien strömen, sind in mancher Hinsicht wenig repräsentativ für die Bevölkerung des Landes: Wie eine am Sonntag veröffentlichte Umfrage des Instituts Datafolha zeigt, sind die Stadionbesucher überdurchschnittlich reich, überdurchschnittlich weiß und überdurchschnittlich kritisch gegenüber der amtierenden brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff.

          Die Bevölkerungsgruppe mit einem Monatseinkommen zwischen 500 und 2000 Dollar stellt zwar fast 50 Prozent der Gesamtbevölkerung, ist aber nur mit neun Prozent unter den Stadionbesuchern vertreten, wie die Umfrage ergab. Dagegen gaben 60 Prozent der Befragten an, dass sie mehr als das Zehnfache des in Brasilien geltenden Mindestlohns von 320 Dollar verdienen, also mehr als 3200 Dollar (rund 2350 Euro). Insgesamt 90 Prozent der Stadionbesucher aus Brasilien gehören damit zu den gut oder sehr gut Verdienenden.

          Nur wenige günstige Karten

          Das größte Hindernis für viele sind die Eintrittspreise, die für Brasilianer beim Achtelfinale gegen Chile bis zu 200 Dollar pro Ticket betrugen. Die günstigsten Eintrittskarten für rund 25 Dollar werden an Studenten, Senioren und Wohlfahrtsempfänger vergeben. Laut Fußball-Weltverband Fifa wurden während der Gruppenphase pro Partie etwa 3000 Karten dieser Kategorie verkauft.

          Unter den mehr als 200 Millionen Einwohnern Brasiliens haben mehr als die Hälfte afrikanische Wurzeln und identifizierten sich bei einer Volkszählung 2010 als schwarz. In den Stadien liegt der Anteil der Weißen jedoch bei zwei Dritteln.

          Die Umfrage wurde zum Spiel Brasiliens gegen Chile durchgeführt.

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