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Fußball-WM-Regelecke : Erst 30, dann 23, schließlich 11

Er hat die Wahl: Bundestrainer Joachim Löw Bild: dpa

Diesen Donnerstag benennt Bundestrainer Löw seinen vorläufigen Kader für die Fußball-WM in Brasilien. Bis zum ersten Anpfiff darf er dann noch mehrfach subtrahieren - aber im Notfall auch addieren. FAZ.NET nennt die Stichtage.

          An diesem Donnerstag, 8. Mai, um 12.30 Uhr in Frankfurt am Main, wird Joachim Löw den erweiterten Kreis der Spieler bekanntgeben, mit dem der Bundestrainer und seine Assistenten Hansi Flick und Andreas Köpke das WM-Turnier vom 12. Juni bis 13. Juli in Brasilien bestreiten wollen. Der Fußball-Fan darf gespannt sein, denn Löw hatte vorher angekündigt, dass es „Entscheidungen geben wird, die dem einen oder anderen wehtun wird“.

          Dass der vermeintlich weiche Löw mit harten Bandagen kämpft, wenn es um seine Richtlinienkompetenz in Sachen Kader-Zusammenstellung und Mannschafts-Aufstellung geht, hat er schon des Öfteren bewiesen - so beim Aussortieren verdienter Fußball-Recken wie Torsten Frings oder der Degradierung des einstigen Kapitäns Michael Ballack.

          Erster Stichtag: 13. Mai

          Dass er so früh mit den Namen seiner Wahl in die Öffentlichkeit geht und sich somit der Kritik des Boulevards aussetzt, liegt zum Teil an den Regularien des Fußball-Weltverbandes, denn die Fifa schreibt Löw und dessen Trainerkollegen den Zeitplan für die Spielerauswahl minutiös vor. Allerdings hätte es der Eile, schon vor dem letzten Bundesliga-Spieltag aus der Deckung zu gehen, nicht bedurft: Erst bis Dienstag, 13. Mai, um Mitternacht müssen beim Fußball-Weltverband die Namen von maximal 30 Spielern des vorläufigen Aufgebots benannt sein.

          Am selben Tag, um 20.45 Uhr, bestreitet die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Hamburg noch ein Testspiel gegen Polen. Vermutlich mit der B-Elf, denn die Nationalspieler von Bayern München und Borussia Dortmund werden wegen des DFB-Pokalendspiels am 17. Mai fehlen. Also kann Löw nach Ende des Polen-Testspiels theoretisch noch Namen streichen und neue benennen.

          Sein 30er-Kader wird - genau wie der der anderen 31 WM-Teilnehmer - von der Fifa zweieinhalb Tage später veröffentlicht, am 16. Mai gegen zwölf Uhr Mittags.

          Zweiter Stichtag: 2. Juni

          Der nächste Stichtag für Löws Leute ist der 2. Juni. Wiederum bis Mitternacht muss der Bundestrainer seinen Kader auf die 23 Spieler reduziert haben, die bei der WM im Einsatz sein dürfen. Und wieder hat der Bundestrainer kurz davor noch einen Praxistest gesetzt: nach dem zehntägigen Trainingslager in Südtirol wird das deutsche Team am 1. Juni in Mönchengladbach auf Kamerun treffen. „Wir brauchen einen Kader, der maximal belastbar ist“, lautet Löws Maxime.

          Am 5. Juni, wiederum zur Mittagszeit, wird die Fifa alle 32 WM-Aufgebote publizieren. Alle Akteure müssen dem vorläufigen 30er-Kader ihres Teams angehört haben.

          Letzter Aufruf: 15 Juni

          Anschließend kann Löw nur noch für nachweislich verletzte Spieler bis 24 Stunden vor dem ersten WM-Spiel der DFB-Elf gegen Portugal am 16. Juni (18.00 Uhr/MESZ) Ersatzspieler nachnominieren. Dieser Punkt ist die weiche Stelle für alle zuvor Enttäuschten: die Eintauschmänner müssen nicht dem vorläufigen 30er-Kader angehört haben, wie Punkt 6 des Artikels 29 der WM-Regularien besagt.

          Alle verbliebenen 23 Spieler dürfen dann beim WM-Anpfiff live dabei sein - elf auf dem Platz, zwölf auf der Bank - eingewechselt werden dürfen nach wie vor drei, aber immerhin muss im Gegensatz zu früheren Turnieren keiner auf die Tribüne. Welche Elf schließlich zur Nationalhymne auf dem Platz steht, dass muss erst 75 Minuten vor Anpfiff dem Schiedsrichter schriftlich bekannt gegeben werden.

          Der mögliche deutsche 30-Mann-Kader

          Tor (3): Neuer, Weidenfeller, Zieler.
          Abwehr (11): Boateng, Ginter, Großkreutz, Höwedes, Hummels, Jansen, Lahm, Mertesacker, Mustafi, Schmelzer, Westermann.
          Mittelfeld (13): Lars Bender, Draxler, Götze, Hahn, Khedira, Kroos, Müller, Özil, Podolski, Reus, Sam, Schürrle, Schweinsteiger.
          Angriff (3): Gomez, Klose, Kruse.

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