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Nullnummer gegen USA : Kein Statement von England

Jude Bellingham und seine englischen Stürmerkollegen erzielen kein Tor gegen die USA. Bild: EPA

Wer hat die bessere Mannschaft? Eine Frage, die sich in beiden Halbzeiten zwischen England und USA nicht klären lässt. Die Nordamerikaner demonstrieren, wie man den englischen Sturm kontrollieren kann.

          2 Min.

          Es gibt in der neueren und neuesten Geschichte des Fußballs einige interessante Entwicklungen, aber eine ist besonders interessant gewesen. Sie ereignete sich in der englischen Premier League, die schon lange an der Spitze des Fortschritts steht. Dort spielen die besten Spieler. Dort trainieren die besten Trainer. Und doch hatten in der nahen Vergangenheit vor allem Männer aus einem Land einen entscheidenden Einfluss, das man in England, wo das Spiel einst erfunden worden ist, sehr skeptisch sieht: Amerika.

          Fußball-WM 2022
          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

          Der „New York Times“-Reporter Rory Smith, ein Engländer, hat diese Entwicklung in seinem empfehlenswerten Buch „Expected Goals“ dokumentiert. Er erzählt etwa, wie die amerikanische Fenway Sports Group den FC Liverpool übernahm – und auch mit einem modernen Datenansatz zu dem Klub machte, der er heute ist: einer, der Saison für Saison die Champions League gewinnen kann.

          Und wenn man wollte, konnte man deswegen an diesem WM-Abend in Qatar, an dem die Fußballmannschaften aus England und den USA im Al Bayt Stadium gegeneinander antraten, ketzerisch fragen: Die Amerikaner werden es doch etwa nicht besser wissen, oder?

          So eindeutig, wie die vielen Engländer unter den 68.463 Fans im Stadion sich das vielleicht erhofft hätten, ist die Antwort dann nicht ausgefallen.

          Nicht das nächste Statement

          Es war ein schnelles Spiel, eines mit ständigem Druck und Gegendruck, aber eher nicht das, das die Engländer, die so gut wie sicher im Achtelfinale stehen, in der allerersten Reihe der Titelanwärter etablierte. Sie kassierten gegen griffige Amerikaner kein Tor, aber sie konnten auch selbst keines schießen. Der Endstand: 0:0.

          So setzten die Engländer an diesem Freitag nicht fort, was sie am Montag angefangen hatten, als sie die iranische Elf überrannt hatten. Auf die 6:2-Ansage folgte nicht das nächste Statement, auch wenn sich das in den ersten Minuten des Spiels gegen die Vereinigten Staaten, die am ersten Spieltag 1:1 gegen Wales gespielt hatten, vielleicht andeutete. Da kombinierten sich Jude Bellingham und Bukayo Saka noch schick in den Strafraum.

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          Am Ende landete der Ball aber nicht im, sondern neben dem Tor, weil ein Verteidiger namens Walker Zimmerman vom Nashville FC den Schuss eines Stürmers namens Harry Kane von Tottenham Hotspur mit den Beinen blockte.

          Aus ästhetischer Sicht war das dann schon der Höhepunkt der englischen Angriffskunst. Denn das US-Team, das mit fünf Premier-League-Spielern startete, demonstrierte, dass man den englischen Sturm durchaus kontrollieren kann, wenn man ihn nicht ins Rennen kommen lässt. Es verteidigte aggressiv vor dem Strafraum – und setzte auch auf der anderen Seite Akzente.

          Als Weston McKennie in der 26. Minute schoss, rettete der englische Torhüter Jordan Pickard. Als Christian Pulisic in der 33. Minute schoss, rettete die Latte. Wie war das noch mal mit der besseren Mannschaft? Eine Frage, auf die es auch in der zweiten Halbzeit keine überzeugende Antwort gab. So wie auf eine andere, die in England diskutiert wird: Warum saß Phil Foden, der feinste Fußballer der Nationalmannschaft, 90 Minuten auf der Bank?

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