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WM-Kolumne „Katarstimmung“ : Wie von Zauberhand 46.231 Zuschauerplätze mehr

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Platz für deutlich mehr Fans als ursprünglich angegeben: die WM-Stadien in Qatar Bild: AP

Diese Fußball-Weltmeisterschaft in Qatar ist ein großes Illusionstheater: Auch die Angabe der Zuschauerzahlen erinnert an das Märchen aus Tausendundeiner Nacht.

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          Nachdem Qatar am 2. Dezember 2010 den Zuschlag für die Ausrichtung der Fußball-WM 2022 erhalten hatte, schickte das kleine Land großartige Bilder in die Welt. Besonders imposant sah die Luftaufnahme des Doha-Port-Stadions bei Dunkelheit aus. Auf einer künstlich angelegten Insel im Hafen von Doha, umgeben von hellblauem Meerwasser und glitzernden Lichtern, sollte gespielt werden.

          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          So wollte und will sich Qatar präsentieren. Die Zuschauer sollen perfekte Bilder sehen. Insgesamt 13 futuristische Stadien plante Qatar. 13 WM-Stadien für ein Land, das etwa halb so groß ist wie Hessen? Welch ein Größenwahn!

          Fußball-WM 2022

          Das dachte wohl selbst der Weltverband FIFA, wo man ja gerne groß denkt. So wird nun in acht Arenen gespielt. Beim Blick auf die offiziellen Angaben kurz vor Turnierstart fiel auf: Qatar kann offenbar auf den Platz genau bauen.

          Die angegebenen Kapazitäten: 80.000, 60.000 und sechs Stadien mit exakt 40.000 Plätzen. Doch schon beim Eröffnungsspiel stutzte der gemeine Beobachter – nicht nur, weil viele Fans von Qatar ob der schwachen Vorstellung ihrer Mannschaft sehr früh die Flucht ergriffen.

          Offiziell wurde eine Zuschauerzahl von 67.372 angegeben. In einem Stadion, in das offiziell nur 60.000 passen. Ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht? Hatte es da irgendwer ein wenig übertrieben mit Schönfärberei?

          Das seltsame Spiel wiederholte sich. Die Stadien mit den 40.000 Plätzen hätten aus allen Nähten platzen müssen, wenn man dem Glauben schenken wollte, was die FIFA offiziell während der Partien mitteilte.

          Die F.A.Z. wollte hinter die Stadionfassade blicken und fragte bei der FIFA nach. Die Antwort: Die runde Zahl der Plätze sei nur die Kapazität, um den FIFA-Anforderungen zu entsprechen. Die endgültige Angabe für das Turnier könne erst gemacht werden, wenn alle Einrichtungen abgeschlossen worden seien.

          Soweit war es erst am dritten WM-Tag. Und wie von Zauberhand erhöhte sich die Zahl der vorhandenen Plätze um erstaunliche 46.231. Das ist quasi ein neuntes Stadion im Vergleich zu vorher. Nur dass es nicht um eines im Hafen von Doha handelt. So wie das damals – zu Beginn des Illusionstheaters aus dem Hochglanzprospekt von 2010.

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