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2:0 gegen Mexiko : Argentinien wendet vorzeitiges Aus ab

  • -Aktualisiert am

Pflicht erfüllt: Lionel Messi und Argentinien gewinnen gegen „El Tri“ aus Mexiko. Bild: AFP

Superstar Lionel Messi führt Argentinien zum dringend benötigten Sieg über Mexiko. Der Superstar macht für die „Albiceleste“ den Unterschied. Weltklasse ist aber nur die Stimmung auf den Rängen.

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          Das Stadion in Lusail hat noch nicht allzu viele Fußballspiele gesehen, es ist neu, so wie die meisten Arenen in Qatar. Gebaut wurde es vornehmlich für das Finale dieser Weltmeisterschaft und was es bis dahin noch alles erleben wird, wer weiß das schon?

          Nur lässt sich schon jetzt mit Bestimmtheit sagen, dass es wohl kaum noch einen lauteren Torschrei hören wird als an diesem Samstagabend, 23.24 Uhr Ortszeit. Auslöser des ohrenbetäubenden Lärms war Lionel Messi, sein wuchtiger Schuss mit dem linken Fuß versetzte all jene in einen Ausnahmezustand, die es mit der Selección Argentiniens hielten.

          Und das waren viele, sehr viele sogar. Tausende Landsleute sind aufgebrochen ins Land des Gastgebers, sie verwandeln die Hauptstadt Doha seit Tagen in einen lauten Marktplatz, wo immer sie auftauchen. Hinzu kommen all die Menschen vom indischen Subkontinent und aus Südostasien, die sich auf die Seite von Lionel Messi schlagen.

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          Sie alle verließen das Stadion später singend und feiernd, freudetrunken zogen sie in die milde Nacht von Doha, in dem Wissen, dass ihre Mannschaft zurück ist in diesem Turnier. Argentinien besiegte Mexiko 2:0, muss im letzten Spiel gegen Polen aber trotzdem gewinnen, um ganz sicher das Achtelfinale zu erreichen.

          Nicht weniger als das WM-Aus stand für Argentinien zu befürchten nach der überraschenden Niederlage zum Auftakt gegen Saudi-Arabien (1:2). Der Druck lastete enorm auf der Mannschaft, schließlich war sie nach 36 Spielen ohne Niederlage als Favorit nach Qatar gereist.

          Für gewöhnlich ist das himmelblau-weiße Trikot der Argentinier nur wenige Gramm leicht, ein luftiger Fetzen Stoff, atmungsaktiv sowieso. Im ungünstigsten Fall kann es sich aber auch in ein Kettenhemd verwandeln. Dann drückt es seinem Träger auf die Brust, zieht ihn mit dem Gewicht der Historie zu Boden und weigert sich, den Schweiß, gewonnen aus purer Angst, aufzunehmen.

          Danach sah es zunächst gegen Mexiko aus. Argentinien musste gewinnen, Mexiko konnte gewinnen. Ihren psychologischen Vorteil nutzten die Mexikaner, indem sie ihre Gegner früh unter Druck setzten. Argentinien sollte sich mit dem Ball am Fuß nicht wohlfühlen, immer wenn ihn ein Himmelblauer hatte waren mindestens zwei Mexikaner da um zu stören.

          Jede Grätsche, jeder gewonnene Zweikampf wurde bejubelt von einer grünen Wand, die der himmelblau-weißen gegenüberstand. Mexikaner sind kaum minder reisefreudig, auch sie sind in Qatar durch eine riesige Fangemeinde vertreten.

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          Bei allem defensiven Eifer vergaßen die Mexikaner aber, auch nur das geringste für die Offensive zu tun. So kämpfte sich Argentinien immer besser ins Spiel und weil auch die Mexikaner sprichwörtlich mit allem was sie hatten kämpften, lagen die Spieler zeitweise mehr auf dem Boden als sie spielten.

          Unzählige Fouls, einige an der Grenze zum Erlaubten, machten die Begegnung so unansehnlich, wie ein Abnutzungskampf eben unansehnlich ist.

          Wie schon gegen Saudi-Arabien fehlte Argentinien vor allem nach vorn jedes Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten. Der Mannschaft fehlt es an Automatismen, vor allem in der ersten Halbzeit erweckte sie den Eindruck, ein Konstrukt aus elf Einzelkämpfern zu sein. Das war in der Vergangenheit oft der Fall gewesen.

          Wenn sie in solchen Zeiten gerettet wurde, dann meist durch einen Geistesblitz Messis. So war es auch dieses Mal. Nach etwas mehr als einer Stunde Kampf und Krampf bekam Messi zwanzig Meter vor dem Tor den Ball, so wie er ihn schon unzählige Male dort bekommen hatte. Und wie so oft zog er ab, rechts unten, das ist seine Ecke.

          Mexikos Torwart Ochoa streckte sich, er wusste, dass der Ball dort hinkommen würde und doch konnte er ihn nicht aufhalten. Ein Orkan aus Freude und Erleichterung war die Folge, auch bei Messi. Mit ausgestreckten Armen rannte er der Kurve entgegen, es war sein Moment bis hierhin.

          Ein geschichtsträchtiger dazu, weil es sein achtes Tor bei einer Weltmeisterschaft war. Damit zog er mit einem anderen Argentinier gleich, der ebenfalls die Nummer Zehn getragen hatte: Diego Armando Maradona.

          Maradona ist auf den Tag genau vor fast zwei Jahren gestorben. Trainer Lionel Scaloni hatte angekündigt, ihm eine Freude machen zu wollen, wenn der denn aus dem Himmel zuschauen sollte.

          „Gott sei dank", entfuhr es Messi im Siegerinterview: „Wir wussten, dass wir stark sein mussten, das war ein sehr schwieriges Spiel.“ Getragen von der Euphorie der Fans und von ihrem Ausnahmespieler mit der „10“ kam es bald darauf noch besser für die „Albiceleste“ „obwohl wir nach dem ersten Spiel ein bisschen nervös waren“, wie Messi zugab.

          Mexiko reagierte, indem es nicht reagierte. Wie schon im ersten Spiel gegen Polen (0:0) gelang es der Mannschaft nicht, so etwas wie Gefahr zu kreieren. Im Gegenteil. Argentinien hatte nun endgültig die Kontrolle übernommen, drückte auf den zweiten Treffer und wurde durch Enzo Fernandez belohnt. Der traf sehenswert zum 2:0, indem er den Ball in die lange Ecke zirkelte. 

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