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Seltsame WM-Frisuren : Bruder, trag das Haar schön!

Keine Frisur für die Ewigkeit: Neymar im Spaghetti-Look beim ersten WM-Spiel. Bild: AFP

Neunzig Minuten Fußball gespielt: Die Frisur sitzt. Das ist echte Handwerkskunst. Wären da nicht die Auswüchse. Da fragt man sich: In welchem Gefängnis sitzt eigentlich der Friseur?

          Die am zweithäufigsten gestellte Frage bei jeder Fußball-WM müsste lauten: In welchem Gefängnis sitzt eigentlich der Friseur? Erst neulich wieder war sie fällig, als Neymar die russische Bildfläche betrat. Soweit wir wissen, läuft sein Haarkünstler aber noch frei herum, ja er wurde sogar eigens von Barcelona nach Russland eingeflogen, um dort sein missgestalterisches Unwesen direkt am Mann zu betreiben. Ob Brasiliens Superstar damit zur Stil-Ikone wirrer südamerikanischer Jugendlicher wird, wissen wir noch nicht. Nur eins ist sicher: Mit solch einem gelben Gewürm auf dem Kopf kann man keinen Titel gewinnen, nicht mal im Fußball, man wird höchstens Weltmeister im Blöd-Aussehen.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Man könnte angesichts von Neymars plötzlicher Entstelltheit natürlich auch entsetzt und höflich schweigen, etwa aus Rücksichtnahme auf Lady Gaga oder Gesine Schwan – obwohl diese beiden Damen natürlich längst nicht heranreichen an Neymars Wasserstoffperoxid-Debakel. Der Franzose Éric Cantona ist allerdings noch nie durch übertriebene Galanterie aufgefallen.

          Satiriker unter de Fußballheroen: Eric Cantona imitiert Neymar

          Spöttisch stülpte er sich kürzlich seine Pasta – zum Glück noch ohne Soße – aufs Haupt, sodass er dem jungen Stürmerkollegen tatsächlich auf einmal seltsam ähnlich sah, und postete das ganze Teigwaren-Spektakel auf Instagram, bevor er die Spaghetti (hoffentlich) doch noch aß oder seinem Hund zum Fressen gab, der wahrscheinlich auf den Namen Kung Fu hört.

          Wischmopp-Look: Mexikos Torwart Ochoa

          Aber wenden wir uns netteren Figuren zu: Noch ist nicht aufgeklärt worden, ob die wollige Haarpracht des mexikanischen Torhüters Guillermo Ochoa wirklich an der Kopfhaut angewachsen oder an das gestrickte Haarband angenäht und damit bei Hitze absetzbar ist. Wäre schön, wenn er dieses Geheimnis zum Beispiel über Twitter demnächst einmal lüften könnte.

          Grau, grau, grau sind nicht nur unsere Trikots: Jerome Boateng als Trendsetter im deutschen Team

          Und auch Jérôme Boateng wären wir dankbar für eine Aufklärung, wer ihm eigentlich vergangenen Sonntag derart das Hirn vernebelt hat. Oder wollte er mit dem Graustich in den Haarspitzen indirekt sagen, dass im Luschniki-Stadion für seinen Geschmack zu viele deutsche WM-Gruftis auf dem Platz waren?

          Beim senegalesischen Trainer Aliou Cissé lohnt sich ein zweiter Blick. Schließlich gilt es zu unterscheiden, ob von seinem Scheitel geflochtene Zöpfchen baumeln, oder ob es sich da um die verfilzte Dreadlock-Variante handelt. Wir vermuten stark: Filz.

          Charismatisch: Senegals Coach Aliou Cisse ist die auffälligste Gestalt auf der Trainerbank

          Nächste Frage: Wie sieht es eigentlich mit der Kämmbarkeit der Putzwolle auf dem Kopf des Brasilianers Marcelo aus? Wie kriegt er seine Finger wieder heraus aus dem Gestrüpp, wenn er sich zwischendurch einmal die Haare rauft? Muss jedes Mal eigens der Mannschaftsarzt aufs Spielfeld kommen mit einem Fläschchen Conditioner zur Notversorgung?

          Unverkennbar Marcelo: Der brasilianische Linksverteidiger bleibt sich und seiner Frisur seit Jahren treu

          Der Australier Mile Jedinak wird dem quirligen Wischmopp kaum mit Rat und Tat zur Seite stehen können: So, wie es aussieht, scheint er seinen modischen Vollbart sorgsam zu gärtnern. Derweil hören wir, dass Brasiliens lange Goldlöckchen-Variante bereits der Vergangenheit angehört.

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          Neymar trägt die Matte wieder kürzer, Cantona wird fürs nächste Foto Suppennudeln nehmen müssen.

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