https://www.faz.net/-gtl-7lc36

Fußball-WM 2014 : Brych darf trotz Phantomtor pfeifen

  • Aktualisiert am

Der Weg führt nach Brasilien: Felix Brych darf bei der WM pfeifen Bild: dpa

Wie gewohnt nominiert der Fußball-Weltverband Fifa einen deutschen Schiedsrichter für die WM. Die Wahl fällt auf Felix Brych. Der Unparteiische rückte zuletzt in den Fokus wegen des Phantomtors von Hoffenheim.

          1 Min.

          Schiedsrichter Felix Brych ist von der Fifa für die WM in Brasilien nominiert worden. Das teilte der Fußball-Weltverband am Mittwoch mit. Der 38 Jahre alte Münchner folgt damit auf Wolfgang Stark, der beim Weltturnier vor vier Jahren in Südafrika im Einsatz gewesen war.

          Stark pfiff bei der WM 2010 in Südafrika, hatte als einziger deutscher Schiedsrichter zuletzt den Zuschlag für die EM 2012 in Polen und der Ukraine bekommen und vergangenes Jahr wie Brych an Vorbereitungslehrgängen für Brasilien teilgenommen. Durch dessen Berufung verpasst der 44 Jahre alte Ergoldinger seinen letzten Auftritt auf großer internationaler Länderspielbühne.

          „Grundlage für die Auswahl der Schiedsrichter waren insbesondere die Persönlichkeit und das Fußballverständnis, das heißt das Vermögen, das Spiel und die Taktik der Teams zu lesen“, nannte die Fifa als Kriterien für die Nominierung. Bis zum Turnier in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) stehen nun noch drei Seminare für die Unparteiischen auf dem Programm.

          Brych hatte bereits beim Confederations Cup im vergangenen Sommer Spiele geleitet und wird nun abermals Mark Borsch und Stefan Lupp als Assistenten an seiner Seite haben. Insgesamt bietet die Fifa 25 Schiedsrichtertrios und acht unterstützende Unparteiischen-Duos auf. Die insgesamt 91 Unparteiischen kommen aus 43 Ländern.

          Kein Karrierekiller: Brych darf trotz des Phantomtors von Hoffenheim zur WM
          Kein Karrierekiller: Brych darf trotz des Phantomtors von Hoffenheim zur WM : Bild: dpa

          Brach hatte in der laufenden Spielzeit der Bundesliga für Aufsehen gesorgt, weil er das sogenannte Phantomtor von Hoffenheim fälschlich anerkannt hatte. Der Leverkusener Stürmer Stefan Kießling hatte beim 2:1-Sieg seines Teams bei der TSG Hoffenheim einen Kopfball knapp neben das Tor gesetzt. Der Ball fand aber durch ein Loch im Außennetz den Weg ins Tor.

          Für Brych wie auch die Spieler und Beobachter lag deshalb ein regulärer Treffer vor. Erst Fernsehaufnahmen wiesen noch während des Spiels darauf hin, dass Kießling keinen regulären Treffer erzielt hatte. Ein Hoffenheimer Protest gegen die Wertung des Spiels wurde letztlich vom Sportgericht des DFB abgelehnt mit Verweis auf die Tatsachenentscheidung.

          Die 19 deutschen WM-Schiedsrichter

          Felix Brych wäre der 19. deutsche Schiedsrichter bei einer Fußball-WM. Erster deutscher WM-Referee war der Berliner Alfred Birlem 1934 und 1938. Der bisher einzige Deutsche, der ein WM-Finale pfiff, war Rudi Glöckner aus dem sächsischen Markranstädt beim Endspiel 1970 in Mexiko zwischen Brasilien und Italien (4:1). Der Mannheimer Kurt Tschenscher ist mit drei WM-Turnieren (1966/1970/1974) deutscher Rekordhalter.

          1934: Alfred Birlem (Berlin)
          1938: Alfred Birlem (Berlin)
          1954: Emil Schmetzer (Mannheim)
          1958: Albert Dusch (Kaiserslautern)
          1962: Albert Dusch (Kaiserslautern)
          1966: Rudolf Kreitlein (Stuttgart), Kurt Tschenscher (Mannheim)
          1970: Rudolf Glöckner (Markranstädt), Kurt Tschenscher (Mannheim)
          1974: Rudolf Glöckner (Markranstädt,), Kurt Tschenscher (Mannheim), Gerhard Schulenburg (Hamburg), Hans-Joachim Weyland (Oberhausen)
          1978: Ferdinand Biwersi (Bliesransbach), Adolf Prokop (Erfurt)
          1982: Walter Eschweiler (Euskirchen), Adolf Prokop (Erfurt)
          1986: Siegfried Kirschen (Frankfurt/Oder), Volker Roth (Salzgitter)
          1990: Aron Schmidhuber (Ottobrunn), Siegfried Kirschen (Frankfurt/Oder)
          1994: Hellmut Krug (Gelsenkirchen)
          1998: Bernd Heynemann (Magdeburg)
          2002: Markus Merk (Kaiserslautern)
          2006: Markus Merk (Kaiserslautern)
          2010: Wolfgang Stark (Ergolding)

          Weitere Themen

          „Das Spiel war eine Geisterbahnfahrt“ Video-Seite öffnen

          Blick zurück mit Zorn : „Das Spiel war eine Geisterbahnfahrt“

          Kurz vor Schluss sichert sich die DFB-Elf das Ticket fürs Achtelfinale. Vor allem die Defensive bereitet Sorgen. Dafür rückt ein eingewechseltes Duo näher an die Startelf, meint F.A.Z.-Experte Roland Zorn.

          Der ewige Zweite gibt Rätsel auf

          Golfstar Louis Oosthuizen : Der ewige Zweite gibt Rätsel auf

          Louis Oosthuizen entwickelte sich im Lauf der Jahre im Golf zu einem der Publikumslieblinge. Bei den Majors landet er oft nur auf Platz zwei. Die Enttäuschung beim Südafrikaner ist groß.

          Topmeldungen

          Nimm hin das EU-Geld: Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

          Milliarden von der EU : Die Zeichen stehen auf Schuldenunion

          Der Wiederaufbaufonds der EU setzt Fehlanreize – denn an Kontrolle und Tilgung gibt es kein Interesse. Für die Befürworter vergemeinschafteter Schulden ist das Kalkül.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.